Schacholympiade 2008 in Dresden

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Deutschland-Cup - der Run auf die Plätze!

von J. Schulz
Als der Olympiaausschuss des Deutschen Schachbundes vor gut zwei Jahren die Idee des Deutschland Cup entwickelte, konnte er nicht ahnen, was er damit losgetreten hat. Bundesweite Qualifikationsturniere, an denen Tausende aus den Vereinen aller Spielstärken teilnahmen. Von diesen haben derzeit 833 für die 15 Spielstärkegruppen gemeldet. Und der Run auf die Plätze reißt nicht ab. Immer wieder erreichen uns Anfragen und Anträge auf Nachrückerplätze. Dies ist bis auf die Gruppe 1 - 999 auch noch möglich! Dort sind alle 64 Teilnehmerplätze vergeben. Viele anderen Gruppen sind auch schon im sechziger Bereich. Nachmeldungen sind aber nur über die Landesverbände möglich und man muss die Qualifikationsturniere der Länder mitgespielt haben!

Einsehen kann man die Teilnehmerfelder auf der Internetseite des Deutschland Cups: www.deutschlandcup.org. Dort werden auch alle organisatorischen Fragen zum Deutschland Cup beantwortet. Wann und wo findet die Registrierung statt, wann finden die Runden statt, brauche ich eine Eintrittskarte zur Schacholympiade als Teilnehmer am Deutschland Cup und so weiter, und so weiter...

 

152 Nationen bei der Schacholympiade 2008 in Dresden

Historischer Höchststand der Anmeldezahlen zur Schacholympiade
Dresden geht der größten Schacholympiade aller Zeiten entgegen. Nach der endgültigen Schließung der Meldelisten am 19. September haben sich mehr als 2.000 aktive Teilnehmer zum Vielvölkerturnier vom 12.-25. November angemeldet. Die bisherige Einschätzung der Teilnehmerzahl von 1.500 Aktiven wird nun um mehr als ein Viertel überboten.
Mit den 152 angemeldeten Nationen überbietet Dresden die vorige Olympiade 2006 in Turin um sieben weitere Länder. Die Teilnehmer verteilen sich auf 275 Mannschaften, davon 156 im Hauptturnier inklusive des zweiten Startplatzes für Deutschland und den Gehörlosen-. Fernschach- und Blindenteams. 119 Damenteams sind startberechtigt. Durch die Aufstockung der Damenteams auf vier Spielerinnen plus Ersatzspielerin fürchtete Dresden einen Rückgang der Teilnehmerzahlen - vor allem im Damenbereich. Trotzdem sind mehr Frauen am Start als noch vor zwei Jahren.
Die Schacholympiade ist nach den olympischen Sommerspielen die Sportveranstaltung mit den meisten teilnehmenden Nationen weltweit. Mit den Rekordzahlen wachsen die Anforderungen: Zu den Spielerinnen und Spielern muss das internationale Kongresscenter die Schiedsrichter, Organisatoren und Offizielle, sowie bis zu 1.500 Zuschauer pro Tag aufnehmen. Unter allen teilnehmenden Nationen ist Russland Favorit, aber nahezu alle Weltstars des Schachs werden an der Olympiade teilnehmen.
Dresden schreibt auch bei den Spielregeln Geschichte. So gilt das Turnier im Herbst durch zahlreiche Regeländerungen als Reformolympiade. Unter anderem verliert sofort sein Spiel, wer nicht pünktlich zum Rundenbeginn auf seinem Platz sitzt. Remisvereinbarungen dürfen erst ab dem 30. Zug getroffen werden.

 

Dresden bricht alle Rekorde

FIDE und Organisationskomitee ermöglichen weitere Anmeldungen

Drei Tage nach dem offiziellen Anmeldeschluss steht fest, dass Dresden nicht nur eine Reform-, sondern auch eine Rekordolympiade wird. Der bisherige Teilnehmerhöchststand aus Turin im Jahr 2006 wird von Dresden um Längen überboten. Nach Ablauf der offiziellen Meldefrist haben die teilnehmenden Länder 148 Teams im gemeinsamen und 114 Teams im Damenwettbewerb angemeldet. Trotz der Aufstockung der Damenmannschaften auf nun vier Stamm- und eine Ersatzspielerin, sind bereits heute mehr Damenteams am Start als im Rekordjahr 2006. Die am meisten beeindruckende Zahl ist jedoch die der Aktiven. Inklusive der 309 gemeldeten Begleiter und Trainer, sowie 80 Schiedsrichter und 35 FIDE-Offiziellen beträgt die Zahl der Aktiven heute schon 1.984.
Die Weltschachorganisation FIDE und das Organisationskomitee der Schacholympiade Dresden einigten sich darüber hinaus, zehn weiteren Föderationen die Chance einer Teilnahme zu ermöglichen, wenn sie bis zum Freitag, 19. September 2008, um 11 Uhr ihre Meldungen abgeben. Diese Ausnahmeregelung betrifft Ländervertretungen, die bereits mit Dresden in Kontakt stehen. Föderationen, die bisher noch keinen Kontakt mit Dresden aufnahmen, erhalten auch keine Möglichkeit einer späteren Registrierung.
Abschließende Zahlen und detaillierte Aufstellungslisten der Nationen werden in der kommenden Woche veröffentlicht.

 

Max Mutzke, Zascha Moktan, MerQury und "CHESS"

/images/uploads/df6ab458122574de22a0781fc17c568b.jpgOberbürgermeisterin stellt umfangreiche Eröffnungsfeier der Schacholympiade vor
Abendprogramm am 12. November gespickt mit Attraktionen und Stars


Für Ticketpreise zwischen 9,90 Euro und 29,90 Euro können Schachfans, Musikfreunde und Showliebhaber am 12. November in der Freiberger Arena gleichzeitig auf ihre Kosten kommen. Die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden Helma Orosz stellte heute vor Ort das umfangreiche Programm zum Start der Schacholympiade vor.
Mit dem Top-Act Max Mutzke, sowie der Sängerin Zascha Moktan und den Schauspielern und Sängern der Staatsoperette Dresden präsentieren die Organisatoren des Vielvölkerturniers eine 90-minütige Show samt anschließender Welcome-Party mit den Stars der Veranstaltung und des Turniers. Die Party ist im Ticketpreis inbegriffen. Weitere Glanzlichter der Eröffnungsfeier ab 20:08 Uhr sind die Queensänger "MerQury", für die ein Auftritt vor Tausenden längst kein Einzelfall mehr ist, die Trommler und Percussion-Spezialisten von "Viroumania", das Sinfonieorchester des Heinrich Schütz Konservatoriums und die Lasershow von "Apollo".

Der Pianist Wolfgang Scheffler, der eigens für die Schacholympiade eine Hymne komponierte, die in ihrer Kurzform in Bussen und Bahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe zum Turnier erklingen wird, begleitete die Pressekonferenz ebenso wie der Dramaturg der Staatsoperette, André Meyer. Als Regisseur der Eröffnungsfeier versprach Meyer weitere Auftritte. Darunter sportliche, wie die Demonstration der Eisschnellläufer oder die Tanznummer der Cheerleader "Lunatics". Aber er kündigte auch Dirk Zöllner als Sänger des Olympiadelieds an und beschrieb weitere Details aus dem randvoll gefüllten Programm. Meyer ist als Dramaturg und Mitglied der Staatsoperette Dresden Kulturpartner der Schacholympiade und trägt so wesentlich zum perfekten Gelingen der Show bei.

Die Oberbürgermeisterin wird rund 350 geladene Gäste direkt vor der Eröffnungsfeier zu einem Empfang begrüßen. Gerade erst vor wenigen Tagen haben sich Filmproduzent Artur "Atze" Brauner sowie der Bundesligatrainer Felix Magath als Botschafter für die Schacholympiade engagiert und die Oberbürgermeisterin kündigte an, dass "sich weitere Prominenz anschließen wird."

Tickets für die Freiberger Arena (Bild)=bekommen Sie bei der Agentur "Ticket2day" zu 9,90 / 19,90 / 29,90 Euro im Internet unter http://www.ticket2day.de/, über die Seiten der Schacholympiade, http://www.dresden2008.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 

Noch 19 Tage: Die Olympiade kommt auch nach Gifhorn

von Marcel Keßler
Olympia ....... damit verbindet man Laufen, Schwimmen, Werfen, Springen ..
Die Wenigsten denken dabei an Denksport: nämlich Schach !
In diesem Jahr ist das anders, in Dresden trifft sich die Welt zur Schacholympiade 2008. Aber damit nicht genug, Mitglieder des Schachverein
Gifhorn haben sich etwas ausgedacht und bereiten einen munteren olympischen Fackellauf vor. Rund um Gifhorn sind verschiedene Aktionen geplant, die den Spaß am Schach wecken sollen.
Ralf Priebe, Thomas Lüde, Marcel und Jürgen Keßler haben den Fackelträger Chessy als Maskottchen verpflichtet, der den Fackelläufern in Peking echte Konkurrenz macht und durch die Events führt.

 

Unsere Olympiafahrer

von Frank Hoppe

Am Freitag, den 11. Juli, gab Bundestrainer Uwe Bönsch die Besetzungen der vier Olympiamannschaften bekannt. In der Nationalmannschaft der Herren spielen die einzigen A-Kaderspieler Arkadij Naiditsch, der amtierende Deutsche Meister Daniel Fridman und Jan Gustafsson. Die Mannschaft wird ergänzt durch den eingebürgerten Igor Khenkin und B-Kaderspieler David Baramidze.
Bei den Damen führen die A-Kaderspielerinnen Elisabeth Pähtz, Marta Michna und Ketino Kachiani-Gersinska die Mannschaft an. Melanie Ohme (B-Kader) und Sarah Hoolt (C-Kader) ergänzen die Mannschaft. Nicht berücksichtigt wurde B-Kaderspielerin Vera Jürgens, die dritte B-Kaderspielerin Manuela Mader bekommt einen Platz in der Jugendolympiamannschaft.
Zur weiblichen Jugendolympiamannschaft gehören weiterhin: Judith Fuchs (C-Kader), Maria Schöne (C), Anna Endress (DC) und Hanna-Marie Klek (DC). Besonders die Nominierung von Klek kommt überraschend. Die 13jährige erhielt den Vorzug gegenüber den älteren und stärkeren DC-Kaderspielerinnen Jekaterina Jussupow und Elena Winkelmann.
Für die männliche Jugendolympiamannschaft wurden die B-Kaderspieler Georg Meier, Arik Braun und Falko Bindrich und die C-Kaderspieler Sebastian Bogner und Niclas Huschenbeth nominiert.

 

Frisch auf den Tisch des Lesers:

Die Ausgabe 2 2007 des Olympia Magazins

Weihnachten ist die Zeit des Lesens. Wer noch Lesestoff benötigt, dem kann mit dem brandaktuellem Olympia Magazins des Deutschen Schachbundes geholfen werden.

Im November sind zusammen mit der FIDE alle Entscheidungen zur Durchführung der Schacholympiade in Dresden getroffen worden.
Zeit also für Bürgermeister Winfried Lehmann - Vorsitzender des OK - und für Heinz-Jürgen Gieseke - Vizepräsident DSB und Vorsitzender Olympiaausschuss - etwas zur Austragung in Dresden und zum Stand der Vorbereitungen zu sagen, beziehungsweise zu den vielen Werbemaßnahmen des DSB mit einem Ausblick in die Zukunft, die Zeit nach der Olympiade.
Neben diesem Doppelinterview sind weitere Themen des aktuellen Heftes:

* Eine Reportage über die erfolgreiche Simultantournee
* Impressionen zur den Fahrradsternfahrten
* Georg Meier und Melanie Ohme - zwei erfolgreiche Mitglieder der Jugendolympiamannschaft werden vorgestellt
* Aufruf zur Teilnahme am Deutschland Cup
* deutsch - deutsche Duelle auf Schacholympiaden
* Informationen zum Schach in Russland
* Bericht von den Partnerschulen, die sich intensiv auf die Schacholympiade vorbereiten
* Gedanken zum Engagement zur Schacholympiade

Ab sofort kann das Olympia Magazin wieder in der Geschäftsstelle des DSB kostenfrei bestellt werden:
Geschäftsstelle DSB
Hanns-Braun-Straße
Friesenhaus I
14053 Berlin
030/3000 78 0
info@schachbund.de


 

Ideen für eine erfolgreiche Schacholympiade 2008

/images/uploads/47ad5909b2d93d483939bc593ca83dbe.jpgZweiter Teil eines Interviews mit Prof. Dr. Christian Hesse über die Schacholympiade 2008, die Qualitäten des Rahmenprogramms und die Möglichkeiten des "Sichtbarmachens" des Schachspielens überhaupt.













Das komplette Interview können Sie unter http://www.schachbund.de/news/article.html?article_file=1177534664.txt nachlesen.

Christian Hesse, Jahrgang 1960, verheiratet und Vater zweier Kinder, kann auf eine Bilderbuchkarriere zurückblicken. Hesse hat 1987 an der renommierten Harvard University in Boston promoviert und in den Folgejahren an der University of California in Berkeley als Assistenz-Professor gelehrt. Seit 1991 ist Hesse Professor für Mathematik an der Universität Stuttgart am Institut für Stochastik und Anwendungen und leitet dort die Abteilung für Mathematische Statistik. Mit 31 Jahren war Hesse damals der jüngste Professor Deutschlands.
Christian Hesse ist aber nicht nur auf dem Gebiet der Mathematik eine Koryphäe, er ist passionierter Schachspieler und hat es neben seinem hauptberuflichen Engagement geschafft, im November letzten Jahres ein Schachbuch der Extraklasse zu präsentieren: „Expeditionen in die Schachwelt“

Das Interview führte Oliver Breitschädel

 

Wie sehen Sie gegenwärtig die Situation des Schachs in Deutschland?
Ich erinnere mich noch an die 70er Jahre, als Robert Hübner seine große Zeit hatte. Das war wirklich sehr faszinierend, was die Person Hübner für das Schach ausgelöst hat. Über den Wettkampf im Kandidatenfinale gegen Kortschnoi wurde damals sogar im aktuellen Sportstudio berichtet, was heute kaum denkbar wäre. Und das alles hat einen kleinen Schachboom ausgelöst. Der hätte sogar noch größer werden können, wenn Hübner sein Leistungsniveau länger hätte halten können.

Die aktuelle Situation des Schachs in Deutschland ist nicht so positiv. Das liegt auch an dem Bild, das Schach in der Öffentlichkeit hat oder auch nicht hat. In Russland bzw. in der damaligen Sowjetunion ist Schach Volkssport, da genießen Schachspieler ein ganz anderes Ansehen. In Deutschland dagegen haben selbst die besten Spieler Schwierigkeiten allein vom Schach zu leben und müssen daher andere Berufe nebenher ausüben, um dann noch weniger Zeit fürs Schach zu haben und daher nicht konkurrenzfähig auf allerhöchster Ebene zu sein.
Die Deutsche Schachbundesliga gilt als die stärkste Liga der Welt, es gibt aber kaum noch Deutsche Spieler in der Liga. Der Großteil der Spieler stammt aus dem Ausland.
Ich finde das nicht schlimm! Im Gegenteil, ich finde das sogar sehr gut. Das bringt Topspieler aus der ganzen Welt nach Deutschland. Im Fußball ist es ja nicht anders und die Zuschauer freuen sich die Stars zu sehen. Und es ist wunderbar Schachstars wie Anand, Shirov oder Svidler live erleben zu können. Ich selber lebe in Mannheim und habe es da nicht so weit nach Mainz. Und das eine oder andere Mal bin ich bei den Chess Classic in Mainz gewesen und habe die Schachstars live erlebt, oder auch noch besser in Linares. Abends nach den Partien essen Spieler und Sekundanten im Speisesaal des Hotels Anibal, wo das Turnier stattfindet und die Spieler untergebracht sind. Das ist ein überschaubarer Raum, und man kommt ins Gespräch.

 

/images/uploads/970e0d8b004c877f50a1ce38a2bf03b7.jpgBild: Vishy Anand bei den Chess Classic Mainz 2003

Welche Erwartungen haben Sie an die Schacholympiade nächstes Jahr in Dresden?
Das wird sicher ein sehr schönes Event, das potentiell große Wirkung für das Bild des Schachs in der Öffentlichkeit hat. Dazu muss dann aber auch ein gutes Rahmenprogramm stattfinden. Ein Schlüsselerlebnis für mich war die Veranstaltung im November letzten Jahres in Bonn in der Bundeskunsthalle: der Wettkampf „Man versus Machine“–Kramnik gegen DeepFritz. Die Veranstaltung erstreckte sich über sechs Partien, daneben gab es noch ein wunderbares Rahmenprogramm, organisiert von Stephan Andreae. Es gab Vorträge über Philidor von der Theaterwissenschaftlerin Dr. Susanna Poldauf untermalt mit schöner Musik.
Prof. Ernst Strouhal, der Wiener Kulturwissenschaftler, hat über Kempelens Schachautomaten gesprochen. Der Kunsthistoriker Prof. Holländer hat über Schach und die Methaphorik vorgetragen. Matthias Wüllenweber von Chessbase zeigte, wie Computer mit ähnlichen Algorithmen wie bei der Suche nach optimalen Zügen auch Melodien errechnen können. Es gab eine große Podiumsdiskussion, an der ich selber teilnehmen konnte, bei der es um die Ästhetik im Spiel und in der Wissenschaft ging. So ein schönes buntes und intensives Rahmenprogramm könnte ich mir auch sehr gut für die Schacholympiade vorstellen. Die Spieler sprechen natürlich für sich durch ihre Partien. Und es wird ganz sicher wieder spannende und schöne Partien geben. Das wird nicht das Problem sein. Aber das Rahmenprogramm muss auch begeistern.
Könnte so eine Veranstaltung sogar einen Schachboom in Deutschland auslösen?
Das denke ich schon! Insbesondere dann, wenn es den Deutschen Mannschaften gelingen wird positiv abzuschneiden. Und natürlich umso mehr, je häufiger davon in den Medien berichtet wird, hoffentlich auch im Fernsehen. Vielleicht in Sondersendungen sogar mehrmals in der Woche, selbst wenn die Übertragungen spät am Abend ausgestrahlt würden. Ich könnte mir noch viele andere Sachen vorstellen, z.B. Ausstellungen von Künstlern mit dem Thema Schach. Schauspieler, die sich für Schach interessieren, könnten Lesungen aus Büchern halten, die sich mit Schach beschäftigen. So etwas gab es ja bereits einmal 2004 in der Bundeskunsthalle bei einem Kramnik-Simultan u.a. gegen die Deutsche Frauen Nationalmannschaft mit Elisabeth Pähtz. Es ist sehr viel denkbar. Man könnte auch DeepFritz gegen die Welt spielen lassen, wie dies Kasparov seinerzeit gemacht hat. Je bunter und breitgestreuter das ganze Rahmenprogramm sein wird, desto besser und desto mehr Personen fühlen sich angesprochen.
Werden Sie die Olympiade vor Ort besuchen?
Ganz sicher werde ich hinfahren. So ein Ereignis gewissermaßen in der Nachbarschaft sollte man sich nicht entgehen lassen.
Hans-Walter Schmitt, der Organisator der Chess Classic Mainz, hat den Slogan geprägt „Schach muss lauter werden“. Haben Sie noch eine Idee, wie man Schach „lauter“ machen kann?
Eine gelungene Formulierung. Ich würde dieser akustischen Metapher noch eine optische hinzufügen: Schach muss sichtbar werden. Schach ist für mich das unsichtbare Spiel. So gut wie alles im Schach ist unsichtbar. Es sind gerade mal die Figuren auf dem Brett sichtbar. Aber das ist nur die Oberfläche, das, was wirklich zählt ist das, was sich unter dieser Oberfläche abspielt und das ist eben in den Köpfen der Spieler. Im Grunde könnte das Spiel sogar noch unsichtbarer sein, nämlich dann, wenn man den Spielern das Brett und die Figuren auch noch weg nimmt und Blindschach spielen lässt wie beim Amberturnier in Monaco. Also, Schach ist dann völlig unsichtbar und selbst die Emotionalität ist unsichtbar. Schauen Sie sich einmal andere Sportarten an wie z.B. Fußball; nirgendwo sonst sieht man solche Emotionen als wenn beim Fußball ein wichtiges Tor fällt. Vergleichbar sind vielleicht gerade noch Rockkonzerte, aber beim Schach ist die Emotionalität, die ja grundsätzlich immer da ist, völlig internalisiert und damit unsichtbar.
Auch dazu gibt es Studien von Psychologen, die sagen, dass Schachspieler bei einer wichtigen Turnierpartie, bzw. einer Partie, die auf des Messers Schneide steht, fast das ganze Spektrum menschlicher Gefühle durchleben. Es wird soviel Adrenalin wie beim Extrembergsteigen, Tiefseetauchen oder Paragliding ausgeschüttet. Es ist im Körper und im Kopf des Schachspielers also sehr viel im Gange, aber man sieht dies alles nicht. Man muss Schach erstmal sichtbar machen und dann muss man es auch lauter machen. Und wie kann man Schach lauter machen? Man muss zum Beispiel die großen Events stärker emotional zelebrieren.
Sehen Sie sich nur einmal an, wie es etwa beim Boxen ist, wenn einer der Klitschkos um die Weltmeisterschaft kämpft. Wie Gladiatoren laufen die Kämpfer ein, von musikalischer Untermalung begleitet, jeder wird einzeln vorgestellt usw. Natürlich kann man das nicht 1:1 übernehmen, aber ein wenig lernen davon kann man schon. Auch Schach ist ja eine Kampfsportart, eine geistige Kampfsportart, und bei der ersten Partie irgendeinen Prominenten symbolisch den ersten Zug machen und mit den Spielern in die Kamera schmunzeln zu lassen, ist doch ein bisschen mager.
Man muss Schach zudem auch viel bunter machen, gerade auch für Menschen, die nur ein rudimentäres Verständnis für Schach haben, um auch bei diesen im Kopf den Samen auszustreuen, dass Schach doch eine ganz interessante Sache ist und dass die Welt des Schachs vielen Menschen viel Interessantes bieten kann. Wichtig ist auch zu zeigen, dass sich viele interessante Persönlichkeiten mit Schach beschäftigt haben, selbst Menschen, die man nicht unbedingt mit Schach in Verbindung bringt, die aber andere große Leistungen vollbracht haben, und daneben auch eine Liebe zum Schach hatten, von Athahualpa bis Zatopek. Viele US-Präsidenten oder Päpste waren dem Schach zugetan. Papst Johannes Paul II war begeisterter Schachspieler und soll sich in seinen jungen Jahren sogar an der Komposition von Schachproblemen versucht haben.
Wie sehen Sie die Zukunft des Schachs? Ich habe den Eindruck, dass Sie diesbezüglich sehr optimistisch sind. Sie fürchten weder den Remistod noch eine zunehmende Computerisierung!?
Der Zukunft des Schachs sehe ich sehr optimistisch entgegen. Der Remistod wurde schon vor hundert Jahren prognostiziert. Und es ist davon heute noch nichts zu sehen. Es ist so, dass sich die Fähigkeiten der Spieler verbessert haben, sowohl in der Angriffsführung als auch bei der Verteidigung. Die Topspieler haben heutzutage eine sehr hohe technische Feineinstellung, sodass selbst winzigste Vorteile in einen Sieg umgemünzt werden können. Das hat es vor hundert Jahren so noch nicht gegeben. Und diese Entwicklung wird sicher weitergehen. Diese Subtilisierung des Kampfes, die immer feiner werdende Ausschöpfung von Stellungsvorteilen wird auf lange Sicht verhindern, dass es so etwas wie den Remistod gibt.
Hat das Duell Mensch gegen Maschine noch eine Zukunft? Oder hat die Maschine den Menschen schon überflügelt?
Vielleicht hat es noch ein paar Jahre eine Chance und dann muss man sich, damit es interessant bleibt, irgendetwas einfallen lassen, um die Maschine etwas zu bändigen. Z.B. konnte Kramnik bei seinem Duell gegen DeepFritz das Eröffnungsbuch der Maschine in Augenschein nehmen. Das sind natürlich Bedingungen wie sie sonst in Wettkämpfen nicht herrschen, aber das war halt eine Möglichkeit die Überlegenheit der Maschine, die sich abzeichnet, etwas einzuschränken.

 

/images/uploads/fd265012537162380f849c8d09818b3b.jpgBild: Kramnik beim Wettkampf „Man versus Machine“ in Bonn, November 2006

Ich habe den Wettkampf sehr genau verfolgt und war selber zweimal vor Ort. Die letzte Partie konnte ich sogar ein wenig mitkommentieren, zusammen mit Dr. Helmut Pfleger, Artur Jussupow und Klaus Bischoff. Das war ein sehr schönes Erlebnis für mich. Von Kramniks Eröffnungswahl war ich sehr beeindruckt, gegen einen Computer das Sizilianische Najdorf-System zu spielen, sich auf die gefährlichsten Varianten einzulassen, das war schon eine sehr mutige Entscheidung von Kramnik.
Was ich sehr spannend fände, wäre eine Beratungspartie von mehreren Großmeistern gegen ein Spitzen-Computerprogramm wie DeepFritz, Rybka oder Shredder.
Das könnte vielleicht auch ein Teil des Olympischen Rahmenprogramms sein. Beratungspartien waren ja vor hundert Jahren sehr modern, damals haben zwei oder drei Amateure gegen einen Meisterspieler gespielt. Warum soll das heute nicht auch mit Computern funktionieren? Sehr interessant wäre dann vor allem, wie sich die Großmeister gedanklich austauschen, wie sie sich unterhalten und wie sie sich über ihre Zugfindung äußern. Ihren Gedankengängen zu folgen, als Beratende gegen ein entfesselt spielendes Spitzen-Schachprogramm, das würde mir sehr gut gefallen!
Wie finden Sie die moderne Schachvariante Chess960, bei der die Grundstellung der Figuren ausgelost wird?
Ich kann verstehen, dass diese Variante des Schachs ihre Anhänger hat. Ich selber habe aber eine konservative Meinung dazu, ich bin eher pro Schach, also für das klassische Schach und nicht so sehr für die ganzen Schachvarianten. Ich glaube auch die meisten Zuschauer bevorzugen das klassische Schach. Aber es bleibt abzuwarten wie sich Chess960 in der Zukunft entwickelt.
Wie sind Ihre zukünftigen Pläne?
Ich könnte mir durchaus vorstellen irgendwann ein weiteres Schachbuch zu schreiben. Mein schachlicher Zettelkasten enthält noch viel Material. Aber zunächst einmal plant der Chessgate-Verlag mein Buch ins Englische zu übersetzen. Ich selbst würde mich freuen, wenn es noch in weitere Sprachen übersetzt werden würde, aber das ist alles Zukunftsmusik.
Im Moment arbeite ich an einem anderen Buchprojekt. Dabei geht es um so etwas ähnliches wie bei „Expeditionen in die Schachwelt“, nur auf dem Gebiet der Mathematik, sozusagen mathematische Expeditionen. Motivation für das Schachbuch war es, einige Highlights aus der Welt des Schachs so zu präsentieren, dass auch Menschen, die dem Schach etwas ferner stehen, einen Genuss daraus ziehen können. So etwas versuche ich auch für die Mathematik zu schreiben. Ich möchte gerne die Highlights aus 4000 Jahren Beschäftigung mit Mathematik in Buchform bringen. Ähnlich wie es beim Schach so bekannte Muster wie das Läuferopfer auf h7 oder die Springergabel gibt, so gibt es in der Mathematik bestimmte Problemlösungsmuster, welche die Mathematik im Laufe der Jahre entwickelt hat, Denkwerkzeuge gewissermaßen. Der Arbeitstitel des Buches lautet „Das kleine Einmaleins des klaren Denkens“.
Herr Hesse, ich bedanke mich recht herzlich für das ausführliche Interview und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.

Text, Hesse-Bilder und Interview: Oliver Breitschädel

 

Deutschland Cup

Der Deutsche Schachbund schreibt anlässlich der Schacholympiade in Dresden den
Deutschland-Cup Schacholympiade 2008
aus.
Mehr Informationen zum Terminplan, den Preisen und der weiteren Durchführung dazu hier

 

Das neue Olympiamagazin liegt für Sie bereit!

Zum Bundeskongress Mai 2005 erschien die erste Ausgabe des Olympia Magazins in einer Auflage von 30.000 Exemplaren. Ein vollkommen und beim DSB bisher so nicht gekanntes Magazin erblickte das Licht und ist unterdessen fast vollständig vergriffen.
Seit Juni 2006 - nach einer Zwischenausgabe zu Beginn des Jahres in der Rochade – liegt nun die zweite Ausgabe vor, die dritte erscheint im November.

Das Olympia Magazin will einen großen Bogen spannen: von früheren Olympiaden bis zur Austragung 2008.
Es will aber auch Bericht geben über die internationale Ausbreitung des Schachsportes, es will informieren über die vielen Aktivitäten des Deutschen Schachbundes im Rahmen der öffentlichen Offensive im Hinblick auf die Schacholympiade.

Insgesamt umfasst das Olympia Magazins 20 farbige Seiten im DIN A 4 Format.

Folgende Themen erwarten den Leser in Heft 1 / 2006:

Leitartikel „Der Schachspieler“ und seine Olympiade
Das Olympia-Quiz mit Preisen des Olms Verlages
Fahrradsternfahrt München – Dresden
Dresden stimmt sich ein – Aktivitäten in der Olympiastadt
Goldmedaille dank Psychologie mit einem Interview Dr. Marion Kauke
Großmeister Thomas Luther vorgestellt
Deutschlands Jugend greift an – Sarah Hoolt und Arik Braun vorgestellt
Schach in Kuba
Schacholympiade 1958 in München – die Veranstaltung, das Turnier, Interview GM Wolfgang Uhlmann

Das Magazin kann kostenfrei in der Geschäftsstelle per Anruf (030/3000 78 0) oder per Mail info@schachbund.de als Einzelheft oder gleich in größerer Stückzahl für den Verein bestellt werden.

Wer das Olympia Magazin nicht kennt - der hat verpennt!

 

800 Jahre Dresden – Schacholympiade-Wagen beim Festumzug dabei

Landeshauptstadt feiert und ´Schacholympiade Dresden 2008´ ist mittendrin

von B. Salewski
Im Rahmen eines grandiosen historischen Festumzuges wurde die ereignisreiche 800-jährige Geschichte der Stadt Dresden mit 82 prächtig geschmückten Wagen auf die Straßen der Landeshauptstadt gebracht. Drei Stunden lang fuhr die festliche Karawane mit 4.600 Mitwirkenden und über 200 Pferden durch das Zentrum der Elbmetropole. Dabei wurden neben dem zum Leben erweckten Fürstenzug der einstigen Herrscher der Wettiner Residenz einzelne Personen und zentrale Ereignisse herausgegriffen. Gemeinsam mit dem Kreissportbund Dresden war das Organisations-Team der Schacholympiade 2008 sogar mit einem eigenen, 12 Meter langen Festumzugswagen live dabei!

 

/images/uploads/72643a3b8466747dd59635b7237fdf72.jpgSchach & Akrobatik – das passt!
300.000 Dresdnern und Touristen säumten bei sonnigem Wetter die Straßen und ließen sich den optischen Festschmaus nicht entgehen. Viele eigens dafür errichtete Tribünen waren seit Monaten restlos ausverkauft.

 

/images/uploads/40536eb929c11410afeb193fa114619f.jpgKatja Breuer und Jörn Verleger in Aktion
Der MDR übertrug die Veranstaltung zwei Stunden lang live im Fernsehen.
Ab 18. September 2006 wird das entsprechende Festumzugs-Video käuflich zu erhalten sein. Da mal ´reinzuschauen wird sich auf jeden Fall lohnen

 

Die Tour de Schach ist in Dresden angekommen!

Start der Fahrradsternfahrt der Deutschhen Schachjugend war München. Nach der großen Auftaktveranstaltung am Rindermarkt am 29. Juli ging es über 18 Etappen in 3 Wochen weiter nach Dresden. Aber lesen Sie selbst was in dieser Zeit alles passiert ist! http://www.schacholympiade.org/index.php?targetSite=1_2

 

Turin 2006

Hier die offizielle Reihenfolge der beiden Deutschen Mannschaften:

Frauen:

1. Elisabeth Pähtz
2. Ketino Kachiani-Gersinska
3. Jessica Nill
4. Vera Jürgens
Kapitän: Philipp Schlosser

Männer:

1. Arkadij Naiditsch
2. Artur Jussupov
3. Jan Gustafsson
4. Thomas Luther
5. Christopher Lutz
6. Alexander Graf
Kapitän: Uwe Bönsch

 

Aktuelle Spielernominierungen

Für die Schacholympiade in Turin/Italien vom 20.05.-04.06.2006 wurden
folgende Spieler/innen nominiert.

Mannschaft der Männer:

1. GM Arkadij Naiditsch
2. GM Jan Gustafsson
3. GM Christopher Lutz
4. GM Artur Jussupow
5. GM Alexander Graf
6. GM Thomas Luther

Frauen:

1. WGM Elisabeth Pähtz
2. WGM Ketino Kachiani-Gersinska
3. WIM Jessica Nill
4. WGM Vera Jürgens

Als Trainer und Kapitän der Frauenmannschaft wird GM Philipp Schlosser
fungieren, die Männer werden durch GM Uwe Bönsch betreut. Die genannte
Brettreihenfolge ist noch nicht endgültig und kann bis kurz vor Beginn der
Veranstaltung noch geändert werden. Erstmals vertreten Arkadij Naiditsch
(20) und Vera Jürgens (36) Deutschland bei einer Schacholympiade. Die
Großmeister Jussupow und Luther sind nach einer Unterbrechung wieder im
Team.

Zur Vorbereitung auf diesen schachlichen Höhepunkt treffen sich beide
Mannschaften Ende April zu einem Vorbereitungslehrgang.

In Turin werden über 120 Nationen erwartet, die in 13 Runden Schweizer
System die Sieger im Frauen- und Männerturnier ermitteln. Weitere
Einzelheiten zur Olympiade, u.a. mit dem kompletten Ablaufplan und den
teilnehmenden Ländern sind unter http://www.chessolympiad-torino2006.org/ zu
finden.

 

Auf der Spielwarenmesse Nürnberg...

/images/uploads/915f99f1ac185bf9670f14266cd56c68.jpgText und Fotos von Leni Nathrath


„Wir haben schon vor ca. 20 Jahren Schachfiguren aus Italien und England importiert“, erzählt Peer Mayer (Photo), Geschäftsführer der Firma Mayer Chess, nicht ohne Stolz, „ und haben uns dann im Laufe der Jahre zu Produktionen aus China hin orientiert. Wir sind an besonderen Schachfiguren interessiert, vor allem im Bereich der historischen Themen wie Waterloo, Trafalgar Square oder Ägypten.“ Die Figuren werden komplett von Hand gefertigt aus einem speziellen Polyresin -Material und sind handbemalt. Ein komplettes Figurenset kostet ca. 99 €. Damit ist die Zielgruppe weniger bei den Turnierspielern, sondern eher bei den Sammlern anzusetzen, die Schachfiguren sammeln und zu Dekorationszwecken ausstellen. Saisonbedingt ist daher um die Weihnachtszeit die Nachfrage am größten.“ Aber angesichts der Schacholympiade 20008 in Dresden erhoffen wir uns, dass das Interesse am Schachspiel noch stärker geweckt wird. Schon deswegen ist es uns wichtig, dass wir hier bei der Messe in Nürnberg vertreten sind.“
Zur Spielwarenmesse International Toy Fair präsentieren vom 2.-7.Februar 2006 so viele Hersteller wie noch nie ihr Angebot an Spielwaren, Freizeit- und Hobbyartikeln in Nürnberg. Mit 2.785 Ausstellern aus 63 Ländern bildet die Markenmesse als einzige Fachmesse der Welt den Spielwarenmarkt kontinentsübergreifend ab.

 

/images/uploads/457cdb662b04c80b226a3de824c2ccc8.jpg„Schach ist ein schöner Zeitvertreib mit intellektuellen Ansprüchen, mit sehr viel Ästhetik dabei und eine wunderbare Art von Zweisamkeit bei interessanten Partien“, sagt Gottfried Ulbrich von ulbrich spieledesign (Photo rechts). Jedes der Schachbretter in seinem Stand in der Messehalle 11 ist ein wahrer Hingucker. “Wir stellen alle Schachbretter selbst her und vertreiben sie über den Einzelhandel. Unser Vertrieb ist international, d.h. wir verkaufen unser Schachmaterial in 60 Ländern der Welt. Im Ausland geben wir den Vertrieb an Großhändler weiter, die wie augenblicklich z.B. auf der New Yorker Toy Fair uns präsentieren.“ Das exotische Material ist handverlesen: Nussbaum, Wurzelhölzer, Vogelahorn oder amerikanischer Kirschbaum. Gottfried Ulbrich ist seit 15 Jahren auf der Spielwarenmesse Nürnberg vertreten, aber sein Großvater hat schon vor 53 Jahren einen Messestand gehabt und sein Vater hat diese Tradition schon über die Jahre fortgeführt. Von der Schacholympiade 2008 erhofft er sich weitere Impulse für das Schachspiel, musste aber mit Bedauern feststellen, dass das Echo auf seine eigenen Bemühungen in dieser Hinsicht eher gering war. Er hat ein schriftliches Angebot für eine Präsentation seiner Figurensets eingereicht und wartet noch immer auf eine positive Resonanz. “Als einziger deutscher Hersteller, den es noch gibt, wäre ich schon gern bei einer solch phantastischen Schachveranstaltung dabei“.
„Schach ist ein interessantes Spiel für Erwachsene, Jugendliche und Kinder und fördert das logische Denken. Es ist ein internationales Spiel, das auf der ganzen Welt gespielt wird.“

 

/images/uploads/8320ca3419200ea652f7c87bef0154c6.jpgHeinz-Werner Gaßmüller (Photo rechts), Geschäftsführer der Firma Philos GmbH, stellt seit 15 Jahren auf der Spielwarenmesse Nürnberg aus und vertreibt weltweit Schachbretter aus verschiedenen Holzarten, manchmal auch Aluminium für die Reisesets. Seiner Meinung nach kommen alle hochwertigen Schachfiguren aus Indien, die klassischen Schachbretter bezieht er aus Spanien. Er selbst ist kein Profispieler, aber spielt gern Schach im Urlaub oder wenn immer es sich ergibt. Die Schacholympiade 2008 wird seiner Ansicht nach hoffentlich dazu beitragen, dass sich die Konkurrenz der Schachcomputer wieder weniger auswirkt. Das setzt aber voraus, dass in den Schulen Schach wesentlich mehr gefördert als wie bisher. Selbst die gestarteten Kampagnen des Deutschen Schachbunds sieht er mit kritischer Distanz.“ Es fehlt an Geld für die entsprechende Ausstattung der Schulen, der Schach –AGs in den Gymnasien, nicht zuletzt auch an genügend qualifizierten Schachlehrern.“ Allerdings weiß er schon von einigen Kunden, dass sie sich in Dresden 2008 engagieren wollen.
„Ich habe das Schachspielen von meinem Vater gelernt, obwohl er wenig Zeit für uns Kinder hatte, und ich habe es an meine Kinder weitergegeben. Wir spielen in der Familie Schach und ich würde mir wünschen, dass das viele Eltern mit ihren Kindern tun würden “.

 

/images/uploads/f0746db269376231473f949145e9a17b.jpgMichael Joos (Photo), geschäftsführender Gesellschafter der Carl Weible KG, sieht die Faszination des Schachspiels in der Verbindung der verschiedenen Generationen. In der Messehalle 11 ist auf dem Stand der Firma eine erstaunliche Vielfalt an Schachbrettern anzutreffen, die immer wieder Interessenten anlockt. “Wir lassen in unserem Namen Schachbretter in Deutschland fertigen und kaufen in Europa und Asien Material hinzu. Natürlich ist das Grundmaterial Holz, aber inzwischen gibt es auch bei uns Alabaster, also Stein, Metall oder handbemalte Kunststoffmaterialien. Auch Gold oder Silber sind unter den etwa 25 Sorten von Material anzutreffen.“ Im Gesellschaftsspielebereich gab es starke Schwankungen bei den Vertriebsmöglichkeiten zu verzeichnen, nicht aber bei Schach. Er erklärt sich diese Konstanz durch das stark anwachsende Interesse für dieses königliche Spiel. Selbst die Computer sieht er nicht in direkter Konkurrenz, weil nicht alle Schachspieler sich mit diesen elektronischen Möglichkeiten befassen möchten. Von der Schacholympiade erwartet er starke Impulse, weil die Erfahrungen gezeigt habe, dass in den vergangenen Jahren schon bei Weltmeisterschaften immer eine verstärkte Nachfrage zu verzeichnen war.

 

Im A-Kader des DSB: Arkadij Naiditsch

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Aufnahme von Großmeister Arkadij Naiditsch in den A-Kader des DSB

vom Bundestrainer U. Bönsch


Der Deutsche Schachbund nimmt Arkadij Naiditsch mit sofortiger Wirkung in
seinen A-Kader auf. Damit ist gleichzeitig seine Berufung in die deutsche Nationalmannschaft verbunden.
Nach der 2005 erfolgten Einbürgerung wird der derzeit erfolgreichste deutsche Spieler sein Land erstmals bei der Schacholympiade 2006 vertreten.
Arkadij gewann im Sommer diesen Jahres sensationell die Dortmunder Schachtage
und qualifizierte sich als einziger deutscher Spieler für den Worldcup.
Die Olympiade findet vom 20. Mai bis zum 04. Juni 2006 im italienischen
Turin statt. Bei den Männern gehen 6er Teams, bestehend aus vier Stamm - und
zwei Ersatzspielern und bei den Frauen 4er Teams mit drei Stamm - und einer
Ersatzspielerin, an den Start.
Langfristiges gemeinsames Ziel ist ein erfolgreiches Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Schacholympiade 2008 im eigenen Land. Dafür werden die Nationalteams der Frauen und Männer mit einem besonderen Trainingsprogramm unterstützt.

 

Impressionen vom FIDE-Kongress (1)

von Leni Nathrath

Im Rahmen des 76. FIDE-Kongresses war der Sonntag, der 21. August 2005, als einer der Glanzpunkte der Veranstaltung geplant. Während der Stadtrundfahrt wurde den 110 Kongressteilnehmern aus rund 80 Ländern die Stadt Dresden gezeigt, die mit ihren 370 Ständen beim Stadtfest schon mittags ein buntes Bild abgab, und dann gings weiter zum Kongresszentrum. Hier übernahm Herr Rieger(ein Interview mit Herrn Rieger finden Sie hier !) die Führung durch die Räumlichkeiten, die speziell für die Olympiade 2008 einen hervorragenden Rahmen für diese Großveranstaltung bieten. Sogar für die Zuschauer gibt es angesichts der großzügigen Emporen perfekte Möglichkeiten, die Schachpartien zu verfolgen.
Bei einem Empfang von OBB J.Roßberg wurde dann auch erwartungsgemäß auf dieses Mega-Event hingewiesen. „Die Schacholympiade wird das wichtigste Spielereignis , das diese Stadt je erlebt hat“, sagte er. Immerhin ist sie nach den Olympischen Sommerspielen und der Schwimm-WM die drittgrößte Teamsportveranstaltung weltweit. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Logo für die Schacholympiade 2008 präsentiert. Es fand breite Zustimmung, da das Motiv mit dem Kronentor des Zwingers etwas Typisches für Dresden darstellt. Eine hübsche Idee war dann auch die Verteilung der Olympiadebroschüre ‚In Dresden ist die Welt am Zug’ durch noch ganz junge Schachspieler aus Sachsen vornehmen zu lassen. Stolz präsentierten sich die Jungen und Mädchen im passenden T-Shirt mit Logo-Outfit beim anschließenden Fotoshooting vor den Konferenztüren.

 

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Die Schachjugend Dresden

 

In dem Film ‚Schacholympiade 2008’, der auch vorgeführt wurde, vertrat Elena Winkelmann in ihrer unbeschwerten Art eindrucksvoll die Teilnehmer der Jugendolympiamannschaft, ab und zu unterbrochen von der computeranimierten Zugfolge der Unsterblichen Partie. Beim anschließenden Buffet stärkte man sich nicht nur an den angebotenen Köstlichkeiten, sondern tauschte sich auch aus über die Präsentation und stellte neue Kontakte auf internationaler Ebene her. So gesehen war der Sonntag einer der wichtigsten Tage im Ablauf des FIDE-Kongresses.

 

Impressionen vom FIDE-Kongress (2)

Interview mit Franz-Josef Weber
von Leni Nathrath

Am So, den 21.August 2005 hatte ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Deutschen Schachbunds die Gelegenheit, am Rande des FIDE-Kongresses im Congress Center in Dresden ein Interview mit Franz-Josef Weber zu führen.

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage zu diesem Interview!
Sie sind ja hier, um sozusagen Swiss - Chess zu vertreten. Was bedeutet für Sie dieser FIDE- Kongress?


Der FIDE- Kongress bedeutet für mich auf jeden Fall einen Anlass, Leute zu treffen oder diejenigen näher kennen zu lernen, die ich schon per Telefon oder e-mail getroffen habe, und darüber hinaus vor allem mit Leuten zu sprechen, die mit der Schacholympiade 2008 maßgeblich zu tun haben. Ich möchte im Vorfeld mit ihnen abklären, was zu tun ist, damit Swiss - Chess erfolgreich eingesetzt werden kann.

Weshalb glauben Sie, dass Swiss - Chess am besten geeignet ist, bei der Olympiade 2008 eingesetzt zu werden?

Weil alle die, die das hier organisieren, die meiste Erfahrung mit Swiss - Chess haben.
Swiss - Chess ist in Deutschland Marktführer für Schachturnierverwaltung, und gerade in Dresden wird eigentlich alles mit Swiss - Chess organisiert - siehe Schachfestival oder nächstes Turnier am Wochenende. Von daher, so meine ich, wenn nichts Gravierendes dagegensprechen sollte, wird es 2008 auch eingesetzt.

Sie erwähnen gerade das Dresdner Chess Festival. Wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht der Kontakt mit Dr. Jordan?

Sehr gut. Ich kenne Herrn Dr. Jordan im Prinzip schon seit vielen Jahren, seit 3 Jahren näher, als wir uns im Köln direkt kennen gelernt haben. Da hat er mir ein paar Vorschläge gemacht in Hinsicht auf das Schachfestival, weil sie für dieses Turnier einen speziellen Modus eingeführt haben. Das haben wir in der Software entsprechend implementiert und alle waren damit sehr zufrieden. Auf diese Art und Weise kommt eben der Kontakt zustande, und wir vertiefen das durch Mails mit Dr. Jordan oder mit seinen Mitarbeitern.

Also möchten Sie gerade hier während des FIDE-Kongresses die Kontakte vertiefen, die sich schon ergeben haben.

Ganz genau: vertiefen und eben noch einmal in Erinnerung bringen, dass für so einen Anlass wie die Schacholympiade immer andere Anforderungen bestehen als wie für ein normales Schachturnier. Die Ergebnisse müssen weltweit und relativ schnell veröffentlicht werden, und heutzutage geht das alles übers Internet. Natürlich ist das über unser Programm auch in englischer Sprache möglich, und insofern bietet sich das für einen solchen Anlass an.

Herr Weber, ganz herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Impressionen vom FIDE - Kongress (3)

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Interview mit Paule Domingue, der Präsidentin des Schachbunds der Seychellen

von Leni Nathrath

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage zu diesem Interview! Ms Domingue, wie viele FIDE-Kongresse haben Sie schon besucht?

Es waren bisher vier FIDE –Kongresse.

Wie Sie wissen, ist Schach eher eine männliche Domäne. Wie haben Sie es geschafft, Präsidentin des Schachbunds der Seychellen zu werden?

Ich bin die Präsidentin der Seychelles Chess Federation. Ich war davor Generalsekretärin und vor 6 Jahren wurde ich zur Präsidentin gewählt.

Wie ich von Ihnen erfahren habe, waren Sie auch in Spanien. Was sind aus Ihrer Sicht die hauptsächlichsten Unterschiede der beiden Schachereignisse?

Während des Kongresses in Spanien fand auch gleichzeitig die Olympiade statt, wo auch Schachspieler teilgenommen haben, wohingegen in Dresden nur der FIDE- Kongress stattfand.

Gibt es spezielle Schwierigkeiten in Ihrem Land, was Schach anbelangt?

Nein, weil wir zu einem gewissen Teil Unterstützung vonseiten der FIDE und der Regierung erhalten.

Wann und wie haben Sie selbst Schach gelernt?

1985, als ich bei der National Youth Service war, da hat es mir einer meiner Freunde beigebracht.

Wie würden Sie sich selbst einschätzen?

Ich war eine der besten Schachspielerinnen in meinem Land in den späten Neunzigern, aber im Augenblick habe ich keine Zeit zum Üben. Das Amt der Präsidentin bedeutet eine Menge Arbeit für mich, aber ich kann nach wie vor ganz gut Schach spielen.

Ihre Tochter ist ungefähr vier Jahre alt. Möchten Sie, dass sie auch eine exzellente Schachspielerin wird?

Oh ja, und wie !

Bringen Sie ihr schon das Schachspielen bei?

Im Augenblick kann sie nur mit den Schachfiguren herumspielen, aber später möchte ich es ihr gern beibringen.

Ms Domingue, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Impressionen vom FIDE-Kongress (4)

Interview mit Michael S. Langer, Schatzmeister des DSB
von Leni Nathrath

 

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Herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage zu diesem Interview! Das Jahr 2005 ist für den DSB sehr kostenintensiv. Sämtliche Vorlaufaktionen für die Schach-olympiade 2008, wie z.B. Fahrradsternfahrten, Simultantourneen etc. müssen geplant und bezahlt werden. Wie gestaltet sich die Finanzierung insbesondere der Olympiaaktivitäten aus Ihrer Sicht?

Die Finanzierung der Olympiadeaktivitäten gestaltet sich inzwischen aus meiner Sicht nach entsprechender Kontrolle - und mit Nachbesserungen - vernünftig umsetzbar. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den zur Verfügung stehenden Geldern um Beitragsmittel handelt, ist das beschriebene Vorgehen selbstverständlich. Die Summe von 95.000,00 €, die für unsere Aktivitäten verwandt werden können, muss von den einzelnen Ressortverantwortlichen bewirtschaftet werden, ohne dass die Einzeletats und daraus resultierend der vorgegebene Gesamtrahmen überschritten werden.

Nun gibt es einige wenige skeptische Stimmen, die Teile der geplanten Finanzierung der Olympiade für nicht realisierbar halten. Gerade Bayern tut sich in dieser Hinsicht schwer.

Ganz so ist das sicherlich nicht! Bayern hat bestimmten Sachverhalten eher skeptisch gegenüber gestanden, andererseits hat es eine völlige Ablehnung nie gegeben. Die während des DSB-Kongresses vorgetragene Kritik zielte, wie Sie mit ihrer Frage auch ausgedrückt haben, direkt auf die Durchführung der Schacholympiade 2008 in Dresden ab. Dabei ging es in erster Linie um die aus unterschiedlichen Blickwinkeln vorgenommene Beurteilung der mit der Bewerbung um die Schacholympiade eingegangenen Risiken. Als ein Beispiel wurde die Einwerbung von Sponsorengeldern hinterfragt. Die im Kongress geführten Diskussionen konnten aber m. E. in vielen Aspekten aufklären.
Die Aktivitäten des DSB auf dem Weg zur Olympiade wurden und werden auch von den bayerischen Funktionsträgern unterstützt.

Wie beurteilen Sie die bisher durchgeführten Olympiaaktivitäten des DSB?

Zu diesen Aktivitäten lässt sich feststellen, dass jede Aktion, die wir starten, prinzipiell erfolgreich sein kann, wenn wir gemeinsam mit den beteiligten Vereinen eine gute regionale Presse erarbeiten. Der durch-schlagende Erfolg der Simultantournee liegt nicht zuletzt daran, dass die Presse vor Ort war und so entsprechend umfangreich in den Medien berichtet wurde.

Stichwort Simultantournee - welche Kosten entstehen da genau?

Die Summe ist von verschiedenen Faktoren, wie den Reise- und Werbe-kosten abhängig. In der Erstplanung sind wir grob gesagt von 16.000,00 € für 16 Veranstaltungen in 2005 ausgegangen, also 1.000,00 € pro Veranstaltung. Nach jetziger Einschätzung scheint sich abzuzeichnen, dass eher 1.200,00 € pro Veranstaltung realistisch sind.

Gibt es Projekte, die Sie, wenn sie Ihnen zur Finanzierung vorgelegt werden, rundherum ablehnen?

Nein, denn das würde ja bedeuten, dass Konzepte, die - einschließlich Finanzierungsplan - nicht ausgereift sind, vorgelegt worden wären. Im Übrigen entscheide ich das natürlich nicht allein, sondern im Einvernehmen mit den Kollegen innerhalb des Ausschusses. Nur bei dringendem Handlungsbedarf stimme ich mich kurzfristig mit Herrn Gieseke, dem Ausschussvorsitzenden, ab.

Wie erleben Sie augenblicklich den 27. FIDE-Kongress?

Insgesamt ist die Atmosphäre bedeutend ruhiger als im Vorjahr auf Mallorca, aber damals herrschte ja auch echtes Olympiadefieber.

Herr Langer, vielen Dank für das Gespräch!

 

Impressionen vom FIDE - Kongress (5)

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Interview mit dem Geschäftsführer des DSB und Generalsekretär der ECU Horst Metzing

von Leni Nathrath

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage zu diesem Interview! Herr Metzing, im Augenblick findet ja der FIDE –Kongress statt, der hier im TREFF -Hotel tagt und unter anderem auch die Vorbereitung zur Schacholympiade 2008 beleuchtet. Ihnen wird nachgesagt, dass Sie dem ‚ganz frohgemut’ entgegensehen. Stimmt das so?

Mit Sicherheit ist dem so, und man hat das ja auch gesehen an der Durchführung des jetzigen FIDE –Kongresses, wie gut es hier vor Ort läuft. Das ist schon ein Zeichen dafür, wie ein Organisationskomitee arbeitet, das erfahren genug ist, Großveranstaltungen dieser Art durchzuführen.

Wieweit sind Sie persönlich von diesen Vorbereitungen betroffen, welchen Stellenwert hat für Sie die Schacholympiade 2008?

Die Schacholympiade 2008 ist d i e große Veranstaltung auch für den Deutschen Schachbund, die größte sicherlich seit Siegen 1970, und es muss alles auf diese Schacholympiade ausgerichtet werden, weil es eben diese einmalige Chance für den DSB gibt.

Bedeutet das für Sie persönlich, dass Sie andere Projekte zugunsten der Schacholympiade an den Rand drängen oder überlasen Sie das Vorhaben eher Dr. Jordan und dem Schachkomitee?

Natürlich hoffen wir, dass die meiste Arbeit hier vor Ort in Dresden geleistet wird. Nichtsdestotrotz bin ich persönlich im Organisationskomitee eingebunden und werde mich hier auch voll einbringen. Ich hoffe nicht, dass das dazu führt, dass andere Aktivitäten dafür zurückgestellt werden müssen.

Bereits heute sind schon in manchen Tageszeitungen Berichte über die Präsentation des Olympiafilms im Kongresszentrum erschienen. In der Sächsischen Zeitung ist sogar das Logo farbig abgedruckt. Wieweit ist für Sie der Bereich Medien wichtig?

Ich glaube, dass die Allgemeinheit nicht nur vom DSB, sondern auch von größeren Schachveranstaltungen in der Vergangenheit nicht genügend gesehen und gehört hat und dass die Schacholympiade jetzt eine gute Gelegenheit ist, die Medienarbeit zu verbessern. Wir müssen unbedingt die Akzeptanz in den Medien für uns gewinnen.

Wie erleben Sie den FIDE –Kongress vor Ort? Soweit ich die Teilnehmer hier interviewen konnte, ist allgemein Zufriedenheit und Akzeptanz zu spüren. Wie ist das bei Ihnen?

Das gilt natürlich auch für mich. Als quasi- mit- Gastgeber sieht man natürlich die Dinge auch etwas kritischer als möglicherweise die Teilnehmer. Ich habe die Erfahrung von zahlreichen FIDE-Kongressen und obwohl er in Deutschland stattfindet und ich da nicht so ganz objektiv bin, empfinde ich ihn als einen der bestorganisierten Kongressen überhaupt.

Wie würden Sie ihn vergleichen mit dem FIDE –Kongress letztes Jahr in Spanien?

Es ist schwierig, einen Kongress, wo gleichzeitig die Olympiade stattfindet , zum Vergleich heranzuziehen, denn der steht unter ganz anderen Eindrücken. Da ist er nur etwas Beiwerk zu der ausgetragenen Schacholympiade. Aber wenn ich den FIDE- Kongress vor 2 Jahren sehe oder die
sog. ‚kleinen Kongresse’, dann muss ich sagen, dass Dresden hier hervorragende Arbeit geleistet hat.

Herr Metzing, herzlichen Dank für das Gespräch !

 

Bürgermeister Lehmann zufrieden

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Der Dresdner Sportbürgermeister, der sich sehr stark für das Gelingen der Schacholympiade in Dresden einsetzt, zeigte sich sehr zufrieden mit der ersten von vier Fahrradstern-
fahrten von den früheren Olympiastädten nach Dresden.
Auf dem Dresdner Altmarkt im Rahmen der Abschlussveranstaltung lässt er sich von dem Tourorganisator Jörg Schulz (Geschäftsführer DSJ) über die Tour und die verschiedenen Etappen zwischen Hamburg und Dresden informieren.

 

Chessy besucht Olympiabüro

/images/uploads/0b45c2a571d519064cca1814a67c0610.jpgDas DSJ Maskottchen Chessy hatte drei anstrengende Tourwochen hinter sich, denn natürlich war es bei der ersten Tour de Schach von Hamburg nach Dresden 2005 dabei. So was lässt sich Chessy nicht entgehen.

Endlich in Dresden angekommen, besuchte er nach der Abschlussveranstaltung auf dem Altmarkt auch das Olympiabüro, um die beiden Macher im Büro kennen zu lernen.
Besonders ins Herz geschlossen hatte er dabei die gestresste Mitarbeiterin Katja Breuer, die derzeit rund um die Uhr für den FIDE-Kongress im August im Dresdner Treff Hotel arbeitet und ganz glücklich über diese Abwechslung war.

 

Von der Idee zur Umsetzung - Bernd Salewski im Gespräch

/images/uploads/59568eee724fd2380c5cbd4eead38f11.jpgvon Leni Nathrath











Wer ist Bernd Salewski, der erste Büroleiter des neu eröffneten Olympiabüros der Stadt Dresden? Und warum die Schacholympiade in Dresden? Wie kam es dazu?


Wie wird man Leiter eines Olympiadebüros?

Oh, das ist ja gleich am Anfang eine schwierige Frage … - ich fürchte, da muss
ich etwas weiter ausholen. Das war ein ziemlich langwieriger kontinuierlicher Weg: Ich spiele seit mehr als 35 Jahren aktiv Schach und bin vor etwa 20 Jahren hierher nach Dresden gekommen. Neben meinem damaligen Job bei Baumechanisierung Dresden hab´ ich mich von Anfang an für die Organisation von Schachturnieren engagiert.

Mit dem Verein Dresdner Schachfestival e.V., der 1993 mit Dr. Jordan an der Spitze gegründet wurde, war die geeignete Plattform für die professionelle Organisation und Durchführung von Schachevents in der Landeshauptstadt Dresden geschaffen. Fortan wurden neben dem alljährlichen Internationalen Dresdner Schachfestival viele andere Turniere über das ganze Jahr verteilt in Dresden organisiert. Als eine unserer Hauptaufgaben haben wir uns die Entwicklung des Breitenschachs auf die Fahnen geschrieben.

Zunehmend erlangten unsere Schachveranstaltungen auch wirtschaftliche Bedeutung für die eingebundenen Unternehmen in der Stadt - ein nicht ungewollter positiver Nebeneffekt.
Im vergangenen Jahr wurde ich von den Mitgliedern des Vereins ZMD Schachfestival Dresden e.V. als Schatzmeister in den Vorstand gewählt. Unter unseren Turnieren waren neben dem erwähnten Schachfestival solche bedeutenden Schach-Events wie die Qualifikation zur Weltmeisterschaft der FIDE, die Mannschafts-Europameisterschaften der Senioren, die Festwoche zum 100. Jahrestag des Dresdner SC 98 oder die Europameisterschaften der Frauen im Vorjahr. Dank unseren langjährigen Sponsoren, dem Zentrum für Mikroelektronik Dresden, der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, der Dresdner Porzellan-Manufaktur, der AOK und vieler kleinerer Sponsoren gelang es uns immer wieder Weltklassespieler nach Dresden zu holen, aber vor allem auch durch attraktive Preise und ansprechende Rahmenveranstaltungen die Turniere für die vielen Amateur-Schachspieler interessant zu machen. Welcher Schachfan freut sich nicht über eine Live-Begegnung mit Anatoli Karpow und den Polgar Schwestern, mit Viktor Kortchnoi oder mit dem seit 20 Jahren weltbesten Schachspieler Gary Kasparow, der mittlerweile schon 3-mal bei uns in Dresden weilte?!
Ende des Jahres 2003 kristallisierte sich dann heraus, dass wir uns als Landeshauptstadt Dresden für dieses riesige Sportereignis „Schacholympiade 2008“ bewerben werden.

Den Gedanken folgten dann Taten und die Vorbereitungen nahmen ihren Lauf.
Am 28.März vorigen Jahres haben wir dann die offizielle Bewerbung als Stadt Dresden an den Weltschachverband FIDE übergeben. Dieses Ereignis fand in einem würdigen Rahmen im Plenarsaal des Dresdner Rathauses im Beisein von Bundes-Innenminister Otto Schily, der ja bekanntermaßen ein großer Schachfan ist und auch sehr gut spielt, Gary Kasparow und natürlich unserem Dresdner Oberbürgermeister Ingolf Rossberg, den Verantwortlichen der Stadt und Vertretern von Politik und Wirtschaft statt. Die Formalitäten wurden daraufhin unsererseits ordnungsgemäß erfüllt, und wir wurden im Oktober 2004 zum FIDE -Kongress nach Mallorca eingeladen. Dort durften wir uns schon mal einige Tage mit einem Stand und umfangreichem Informationsmaterial präsentieren konnten. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Delegationsmitglieder zu denen u.a. unser OB Ingolf Roßberg, der Dresdner Sportbürgermeister Winfried Lehmann, selbstverständlich Hauptinitiator Dr. Dirk Jordan und Prinz Alexander von Sachsen zählten, ist es uns dort gelungen, noch viele wichtige Stimmen zusätzlich zu gewinnen und am 29.Oktober bei der FIDE- Abstimmung auf dem Weltkongress die Schacholympiade nach Dresden zu holen. Ein Traum! - Da ist man natürlich euphorisch und macht sofort Pläne. Auf dem Rückflug war uns allen schon klar, dass wir sofort an die Umsetzung der Organisation gehen müssen, und das dies nicht mehr nur mit den vielen ehrenamtlichen Helfern zu bewerkstelligen sein wird, die uns bereits über Jahre hinweg unterstützt hatten und ihre weitere Mitarbeit spontan zusicherten.
Ein hauptamtliches Organisationsbüro musste her! Der OB brachte den Vorgang ins Rollen, die entsprechenden städtischen Ausschüsse stimmten den Vorlagen zu, die Bewerbungen wurden ausgewertet und vier oder fünf Bewerber durften sich persönlich im Rathaus vorstellen . . . - Die Zusage, dass die Wahl bei der Auswahl des Büroleiters für die Organisation der Schacholympiade Dresden 2008 tatsächlich auf mich gefallen ist, erhielt ich Mitte März. Abzuwarten blieb natürlich noch, ob Dresdens Stadtrat der ganzen Sache inklusive des zugehörigen Finanzierungskonzepts zustimmt. Dieser Stadtratsbeschluss ging am 7. April 2005 einstimmig zu unseren Gunsten aus, so dass der Gründung des Organisationsbüros mit dem neuen Personal nichts mehr im Wege stand.

Gab es Mitbewerber? Wenn ja, nach welchen Kriterien hat man sich für Sie entschieden?

Wie erwähnt gab es einige Mitbewerber, die sich auch berechtigte Erfolgschancen ausrechen durften. Ich nehme an, dass eine große Rolle bei der Auswahl gespielt hat, dass ich bereits umfangreiche Erfahrungen in puncto Organisation und Durchführung von internationalen Schachveranstaltungen in Dresden sammeln konnte und dass ich seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn fast ausschließlich im mittleren Management tätig war und damit die erforderliche Erfahrung in diesem Segment mitbringe. Nicht ganz uninteressant dürften sicherlich auch meine Sprachkenntnisse gewesen sein – mit gutem Englisch und perfektem Russisch kommt man in der Welt des Schachs schon ziemlich weit. Spanisch steht als nächste Sprache auf meinem Programm. Eine nicht ganz unwichtige Rolle hat vielleicht auch mein nicht mehr ganz junges Alter gespielt. Mit über 40 bringt man schon einiges an praktischer Lebenserfahrung mit. Zudem kann ich bereits auf einige Erfolge beim Management von Projekten im wirtschaftlichen Sektor und bei der Sponsorenakquisition verweisen. Durch meine Tätigkeit als Leiter der Immobilienabteilung eines öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts während der letzten acht Jahre konnte ich auch hinsichtlich der Umsetzung verschiedenster Finanzierungsstrategien umfangreiche Erfahrungen sammeln.

Sie haben die Sponsoren erwähnt. Ich sehe hier in Ihrem neu renovierten Büro ein riesiges Schachbrett stehen und habe gehört, dass Sie hier für die Sponsoren Logos anbringen wollen. Wie muss ich mir das vorstellen?

Die Grundpfeiler unserer Finanzierung sind natürlich zunächst die Unterstützung der Großsponsoren, ein gewisser Teil an öffentlichen Mitteln und die aus dem Merchandising akquirierten Eigenmittel. Um ein so bedeutendes Schachereignis finanzieren zu können, sind aber auch etliche kleinere Sponsoren willkommen und unverzichtbar. Auch jeder kleinere Betrag hilft uns, unser Budget zu untersetzen und die für die Schacholympiade insgesamt kalkulierten sechs Millionen Euro sicherzustellen.
Damit die Sponsoren nicht nur die Möglichkeit haben, sich in vorbereitenden Veranstaltungen zu präsentieren oder im Internet dargestellt zu werden, wird auch ein großes Schachbrett im Schaufenster unseres Organisationsbüros stehen, auf welchem sich jeder Sponsor auf einem der Schachfelder mit seinem Logo verewigen kann.

Dieses Büro ist ja extra renoviert worden und macht einen sehr eleganten, modernen Eindruck. Wann ist diese Renovierung erfolgt und welche repräsentativen Aufgaben wird dieses Büro haben?

Die Renovierung erfolgte Anfang des Jahres 2005 unter der Maßgabe, das Büro hier im Rathaus in der Altstadt, also im Zentrum Dresdens, im Erdgeschoss publikumswirksam unterzubringen. Die repräsentativen Aufgaben werden sich nicht nur darauf beschränken, interessierte Bürger hier vor Ort über die Vorbereitungen zur Olympiade zu informieren, sondern auch sich mit den Entscheidungs-trägern und Sponsoren hier zu beraten und die einzelnen Veranstaltungen vorzubereiten.
Unmittelbare Hauptaufgabe für unser „Zweimann“-Team ist im Moment die Vorbereitung des FIDE-Kongresses im August 2005 in Dresden. Ein weiteres zu organisierendes Großevent wird das Damenturnier im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sein und die Kinder -und Jugendeuropameisterschaft 2007 - aber auch die vorbereitenden Maßnahmen und Veranstaltungen zur Olympiade wie die Fahrradsterntour oder die Simultantournee, die maßgeblich vom Deutschen Schachbund und seiner DSJ getragen werden, sowie kleinere und mittlere Maßnahmen vor Ort, im Raum Sachsen und auch überregional müssen mit Leben erfüllt werden.

Sie haben eben das Damenturnier im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft erwähnt. Soweit mir bekannt ist, soll das im Sony Center in Berlin stattfinden oder wird hier in Dresden auch etwas Ähnliches veranstaltet?

Dieses Damenturnier ist eine einmalige Sache in Abstimmung des DSB, der Stadt Dresden und der FIFA. Kontakt zur FIFA wurde schon aufgenommen, aber eine schriftliche Vereinbarung darüber liegt noch nicht vor.
Wir wollen dieses Damenturnier praktisch genau nach dem Modus der Fußball-Weltmeisterschaft durchführen, nur das eben Schach gespielt wird. Das Turnier sollte aufgrund der Publikumswirksamkeit möglichst in Berlin am Potsdamer Platz stattfinden – konkret im SONY-Center!
Ich gehe davon aus, dass wir diese hochinteressante Veranstaltung auch an verschiedene Standorte nach Dresden und anderswohin übertragen werden und dass verschiedene andere Varianten zum Tragen kommen werden, wie z.B. Live-Übertragungen via Internet, damit nicht nur die Berliner und Dresdner daran ihren Spaß haben. In Dresden wäre eine Live-Übertragung ins Treff-Hotel oder auf Großleinwand auf den Theaterplatz vorstellbar. Im Treff-Hotel findet übrigens in diesem Jahr auch der FIDE -Kongress statt und eine Woche später, Ende August, die Deutsche Schach-Marathon-Blitzmeisterschaft 2005 – die zwanzigste Austragung des 24-Stunden nonstop Marathon-Blitzturniers!

Stichwort Internet : Spielen Sie selbst Schach im Internet?

Ja, und das hat natürlich meine Blitzschach-Aktivitäten live am Brett ein bisschen in den Hintergrund gedrängt, weil man eben im Internet gegen Spieler aus aller Welt zu jeder Tages -und Nachtzeit spielen kann. Da gibt es Server, wo sich gleichzeitig 7.000-10.000 Spieler einloggen und ihrem Hobby nachgehen. Es ist natürlich sehr interessant, Blitzpartien zu spielen gegen Brasilianer oder Amerikaner oder Russen, parallel mit den Gegnern zu chatten , ohne dass man sein Wohn- oder Arbeitszimmer verlässt.

Haben Sie im Urlaub auch immer ein Schachbrett im Koffer und suchen Gegner am Strand oder unter Palmen oder sagen Sie konsequent: Jetzt bitte nicht?

„Jetzt bitte nicht“- so etwas gibt es für einen echten Schachfan nur in extremen Ausnahmefällen. Im Gegenteil, gerade im Urlaub hat man immer ein kleines Steckbrett oder sogar so einen kleinen Pocket- PC dabei, wo ein Schachprogramm drauf läuft. Außerdem ist es doch im Urlaub noch erholsamer Schach zu spielen, zumal wenn´s dann mal gegen den eigenen Sohn geht.

Haben Sie im Spiel mit ihm schon einmal wissentlich eine Partie verloren, nur um ihn aufzumuntern?

Nein – das hätte auch wenig Sinn. Aber in den Remishafen haben wir schon die eine oder andere Partie gesteuert, ohne dass ich da immer versucht hätte, den besten Zug gegen ihn zu finden.

Haben sich im Urlaub schon einmal neue Bekanntschaften ergeben, dadurch dass Sie Ihr Schachbrett dabei hatten?

Das ist schon öfter mal passiert. Im Nachhinein kam es dann sogar manches Mal noch zu Fernschachpartien mit den Urlaubsbekanntschaften.

Sie sind im SV Dresden Leuben organisiert. Schach ist ja eher eine männliche Domäne. Wie hoch ist der Frauenanteil in Ihrem Schachclub?

Der Frauenanteil in unserem Schachclub ist eher gering. Das liegt auch ein bisschen daran, dass wir noch nie eine Frauenmannschaft im Spielbetrieb hatten. Die Frauen, die bei uns Mitglied sind, spielen praktisch in den Männer- oder Jugendmannschaften mit.
Von unseren etwa 80 Mitgliedern im gesamten Verein sind 10 junge Mädchen und Frauen.

Glauben Sie, dass die Schacholympiade 2008 dazu beitragen wird , dass auch Frauenschach eine neue Rolle spielen wird?

Ich denke, dieser bereits begonnene Trend wird sich weiter fortsetzen. In Dresden spielte Frauenschach schon immer eine besondere Rolle. Erinnert sei hier nur an unsere Altmeisterin Edith Keller-Herrmann und an die Damenmannschaft des Dresdner SC, die seit einigen Jahren in puncto Medaillenvergabe in der 1. Bundesliga ein Wörtchen mitzureden hat. Ich denke im Zuge der Schacholympiade 2008 und darüber hinaus wird es in Deutschland, bei weitem nicht nur in Dresden, einen großen Schachboom geben, und viele Frauen werden ihr Interesse am Schach neu entdecken. Es sind ja selbst jetzt schon in der Männerweltrangliste einige Frauen ganz vorn mit vertreten.

Herr Salewski, ich danke Ihnen für das Gespräch!

 

Vom Personalamt zur Schacholympiade

/images/uploads/209cee9799490fbd5917843df290cd67.jpgvon Leni Nathrath











Neben Bernd Salewski arbeitet derzeit noch im Olympiabüro Katja Breuer mit, die ebenfalls im folgenden Interview den Schachfreunden vorgestellt werden soll.

Was sind hier Ihre Aufgaben im Olympiadebüro und was ist Ihre weitere Funktion hier?

Ich bin Mitarbeiterin im städtischen Organisationsbüro Schacholympiade Dresden 2008. Zusammen mit meinem Büroleiter Herrn Salewski sind wir für die Vorbereitung und Durchführung der Schacholympiade 2008 verantwortlich. Unsere Hauptaufgabe zurzeit ist die Vorbereitung des FIDE- Kongresses im August 2005. Neben dieser Organisationstätigkeit bin ich noch zuständig für das Sekretariat.

An welchem Tag haben Sie hier angefangen zu arbeiten und welche Schwierigkeiten haben sich am ersten Tag für Sie ergeben?

Offizieller Start für unsere Arbeit im Büro war am 1. April 2005.1 – 2 Wochen vorher habe ich mit der Einrichtung des Büros begonnen. Die große Schwierigkeit am ersten Tag war, dass wir noch keinen PC zur Verfügung hatten und somit nur eingeschränkt arbeiten konnten.

Was haben Sie vorher gemacht? Haben Sie einen Beruf aufgeben müssen oder sind Sie sozusagen hier hereingeschneit?

Ich habe letztes Jahr meine 3-jährige Ausbildung zur Verwaltungsangestellten bei der Landeshauptstadt Dresden beendet und hatte danach die Chance als Mitarbeiterin im Personalamt tätig zu werden, bis ich das Angebot von unserem Sportbürgermeister Herrn Winfried Lehmann erhielt, als Mitarbeiterin im Organisationsbüro Schacholympiade 2008 mitwirken zu können. Zu Beginn war ich noch etwas unentschlossen, da mir die Tätigkeit im Personalamt gefällt und Schach nicht unbedingt mein Streckenpferd war. Es reizte mich jedoch sehr, solch ein Sportereignis mitorganisieren zu können.

Der Deutsche Schachbund hat sich ja vorgenommen einen wahren Schachboom auszulösen. Die Idee ist, dass bis 2008 jedes Kind wenigstens die Grundregeln des Schachspielens beherrscht. Sie sagen mir gerade, dass Sie bislang mit Schach wenig zu tun hatten. Wird sich das ändern?

Ja, ich bin mir sicher, dass sich das ändern wird. Die Grundregeln des Schachspielens sind mir ja schon von Klein auf bekannt, auch die ein oder andere Partie habe ich schon gespielt, aber das ist natürlich noch ausbaufähig. Unser Oberbürgermeister Ingolf Rossberg liegt mit seinem anspruchsvollen Vorhaben nicht verkehrt.

Werden Sie vielleicht Schachcomputer zum Lernen heranziehen?

Ich würde es vorziehen, Schachpartien direkt am Brett zu spielen. Wenn jedoch kein Gegner zur Verfügung steht, wäre der Computer durchaus eine Möglichkeit. Selbst am Brett zu sitzen, ist für mich in meinem Job hier im Organisationsbüro aber zweitrangig.

Wie sieht Ihre Tätigkeit im Augenblick aus?

Zurzeit ist unsere wichtigste Aufgabe der FIDE-Kongress im August, das bedeutet Personal- und Ablaufplan sind zu erstellen und zu untersetzen. Des Weiteren ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig sowie alles zum Thema Logo und Merchandising.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Stadt Dresden?

Die Stadt Dresden ist Ausrichter der Schacholympiade 2008 und wir als Büro sind die entsprechende Organisationsform für die Umsetzung dieses Vorhabens. Da versteht es sich von selbst, dass eine sehr gute Zusammenarbeit mit den entsprechenden Stellen in der Stadt vorliegt. Ob Bestellung Büromaterial, Visitenkarten, Zugang zum Internet und vieles andere wurde in sehr kurz Zeit ermöglicht..

Frau Breuer, ich danke Ihnen vielmals für das Gespräch.

 

Die Mitarbeiter des Olympiadebüros stellen sich vor

/images/uploads/e866de6cc34d83741f62b96f4d9baca4.jpgFrau Katja Breuer ist knapp 23 Jahre jung, ledig und gebürtige Dresdnerin. Sie hat sich nach dem Abitur und der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten ihre ersten Sporen im Personalamt der Landeshauptstadt Dresden verdient. Die Grundbegriffe des Schachspiels sind ihr seit frühester Kindheit geläufig - auch in jüngster Vergangenheit wurde die eine oder andere Partie gespielt, meist im Kreise der Verwandtschaft. Ihre Hauptmotivation ins Olympiade-Team der Stadt einzusteigen war allerdings eine andere:
"Es ist einfach großartig bei der Vorbereitung eines solchen sportlichen Großereignisses maßgeblich beteiligt zu sein, seine eigenen Gedanken einbringen zu können und sich obendrein noch beruflich und persönlich weiterzuentwickeln."
Ihre Hobbys sind Fitness und Tanzen. Ein Abend- bzw. Fernstudium zur Verwaltungsfachwirtin steht nach erfolgreichem Abschluss der Schacholympiade auf ihrer Wunschliste.

Der Leiter des Organisationsbüros ist Jahrgang 62, aktives Mitglied im Schachverein Dresden-Leuben, verheiratet und hat einen 15-jährigen Sohn, der die Schachbegeisterung seines Vaters teilt, am Dresdner Sportgymnasium lernt und beim 1.FC Dynamo Dresden dem runden Leder nachjagt. Geboren in
der Lutherstadt Wittenberg lebt Bernd Salewski nunmehr schon seit 20 Jahren mit seiner Frau in der "wunderschönen Stadt Dresden".
Im Alter von fünf Jahren lernte er das Schachspiel von seinem Onkel und wurde als 12-Jähriger mit seiner Mannschaft TSG Wittenberg Schüler-DDR-Meister. Später standen Abitur, Studium in Kiew und Freiburg i.Br. und der Beruf im Vordergrund. Als diplomierter Bauingenieur und Diplom-Immobilienwirt leitete er über sieben Jahre lang die Immobilienabteilung eines öffentlich-rechtlichen Kreditinstituts.
Seine Hobbys sind Schach und Fußball. Er spielte viele Jahre in der Schach-Oberliga bzw. in der DDR-Ligamannschaft von WBK 67 Halle-Neustadt und erreichte schöne Erfolge mit den "Blitz-Geiern" von Mikro Dresden (später Dresdner SK90), die mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt wurden.
"Nachdem ich als Mitglied der Dresdner Delegation auf Mallorca mithelfen konnte, die Schacholympiade nach Dresden zu holen, freue ich mich jetzt besonders darauf, an dieser Stelle in den nächsten dreieinhalb Jahren meinen persönlichen Beitrag zur erfolgreichen Organisation und Durchführung der Schacholympiade 2008 in Dresden leisten zu können."

 

Olympiabüro in Dresden eröffnet!

/images/uploads/82f61c6da989e3453fb56d84e732cf8a.jpgMit der erfolgreichen Bewerbung um die Schacholympiade 2008 auf dem Weltkongress der FIDE im Oktober 2004 begannen in der Landeshauptstadt Dresden sofort die Vorbereitungen für dieses sportliche Großereignis.
Der Stadtrat beschloss den organisatorischen und finanziellen Rahmen am 7. April 2005 einstimmig.

Nun haben Oberbürgermeister Ingolf Roßberg und der Präsident des Deutschen Schachverbandes Alfred Schlya das Organisationsbüro der Schacholympiade Dresden 2008 eröffnet. Mit dabei waren der Vorstandsvorsitzende von ZMD Thilo von Selchow, der Vorstand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden Jürgen Flückschuh, Sportbürgermeister Winfried Lehmann und Dresdens Altmeister Wolfgang Uhlmann.

Geleitet wird das Büro von dem 43-jährigen Bernd Salewski. Er organisiert seit über 15 Jahren Schachveranstaltungen in Dresden. Mitarbeiterin ist die Stadtangestellte Katja Breuer. Das Büro liegt in der Kreuzstraße 6.

Eine der wichtigsten aktuellen Aufgaben der zwei Mitarbeiter ist die umfassende Vorbereitung des im August (17.-24.08.2005) zur Durchführung in Dresden anstehenden 76. Kongresses des Weltschachverbandes FIDE, dessen Ausrichtung in Zusammenhang mit der Bewerbung zur Schacholympiade 2008 nach Dresden vergeben wurde. Der Vorbereitungsstand kann sich bereits sehen lassen: Die Abstimmung mit der FIDE und dem DSB wurde vorgenommen, die entsprechenden Rahmenbedingungen sind geschaffen, ein Ablaufplan wurde erstellt und die Finanzierung des Kongresses durch die Landeshauptstadt Dresden ist gewährleistet.
Der Präsident des Deutschen Schachverbandes (DSB) Alfred Schlya und Oberbürgermeister Ingolf Roßberg unterzeichneten heute eine Vereinbarung zur weiteren gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung der Schacholympiade 2008. Darin ist die Zusammenarbeit beider Parteien geregelt. Die Landeshauptstadt übernimmt sämtliche Rechte und Pflichten der Durchführung der Schacholympiade 2008. Der DSB ist für die Promotion in ganz Deutschland verantwortlich.

Die Finanzierung des 6 Millionen Euro umfassenden Etats basiert auf vier Säulen: Gelder aus Sponsoring, öffentliche Mittel, Nationenpartnerschaften und Merchandising-Erlösen.

Seit 1991 sind in Dresden etwa 160 national und international bedeutende Schach-veranstaltungen mit über 12.000 Teilnehmern ausgerichtet worden, darunter allein zehn Deutsche Meisterschaften und 14-mal das Internationale Dresdner Schachfestival. Solche Koryphäen wie Anatoli Karpow, die drei berühmten Polgar-Schwestern und der weltbeste Spieler Garry Kasparov waren in Dresden zu Gast.

 

Das Spiel ist eröffnet...

/images/uploads/52709a1a59f85d7b7fabe12953840fa3.jpgOberbürgermeister Ingolf Roßberg setzte gestern in seinen Amtsräumen im Rathaus der Landeshauptstadt offiziell das Organisationskomitee (OK) zur Vorbereitung und Durchführung der Schacholympiade Dresden 2008 ein. Die einzelnen ehrenamtlichen Mitglieder wurden entsprechend ihrer künftigen Verantwortung berufen. Im Anschluss fand die konstituierende Sitzung statt, auf der die vorliegende Organisationsstruktur ratifiziert und erste Aufgaben und Termine festgelegt wurden.
Zum Vorsitzenden des Organisationskomitees wurde Dr. Dirk Jordan ernannt. Neun weitere Mitglieder wurden gemäß der bestätigten Organisationsstruktur ins OK berufen. Der Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes Horst Metzing zeichnet für die Turnierorganisation verantwortlich. Die technische Leitung übernimmt Felix Fürnhammer von ZFoundry Dresden. Für das Marketing konnte TU-Professor Dr. Walter Freyer gewonnen werden. Die Verantwortung für die Unterbringung und Betreuung der über 1.500 Aktiven aus 140 Ländern bekam Jörn-Torsten Verleger vom Sportamt der Landeshauptstadt angetragen. Der Olympiabeauftragte der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, Martin Keeve, wird sich maßgeblich um die Veranstaltungen des Weltschachverbandes FIDE kümmern. Presseamtschef und OB-Sprecher Kai Schulz trägt die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit. Der Finanzchef des OK wurde Klaus Troschel vom Zentrum für Mikroelektronik Dresden. Dem Präsidenten des Schachverbandes Sachsen, André Martin, obliegen die Rahmenveranstaltungen rund um die Schacholympiade.
In den folgenden Tagen und Wochen wird jedes Mitglied des OK die entsprechende Struktur mit weiteren Personen untersetzen und seinen jeweiligen Verantwortungsbereich mit Leben erfüllen. Somit ist es dem Ausrichter der Schacholympiade des Jahres 2008 in kürzester Zeit gelungen, Vertreter von Sport, Politik, Wirtschaft und Verwaltung für die Organisation dieses einzigartigen Großereignisses zu vereinen.

Im Anschluss an die Gründung des Ok-Komitees ergänzte André Martin für die Rahmenveranstaltungen:
"Für meinen Bereich Rahmenveranstaltungen werde ich in den nächsten Wochen ein Konzept erarbeiten, damit die Olympiade ein Erfolg wird. Mein Ziel ist eine enge Zusammenarbeit mit dem DSB, der DSJ, dem OK des DSB, den Landesverbänden, dem Dresdner Schachbund, den Vereinen Sachsens und anderen Organisationen zu pflegen (Reihenfolge ist keine Wertung). Wichtig sind für mich:
* Information (damit fange ich jetzt an)
* Aufbau von Strukturen
* klare Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten
* Nutzung von Synergien
* Vermeidung von Doppelarbeit (Abgrenzung der Aufgaben DSB/DSJ/Landesverbände zum OK)
Für Ideen, Ratschläge und Hinweise bin ich immer offen.
Interessierte Mitstreiter könnte ich in meinem Team auch gebrauchen."

André Martin
Präsident Schachverband Sachsen e.V.