Schacholympiade 2008 in Dresden

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Die Planer der Rahmenprogramme zur Schacholympiade

Das Erweiterte Präsidium des Deutschen Schachbundes hat auf seiner Sitzung am 15. und 16. November 2003 einen Olympiade-Ausschuss eingesetzt. Ziel ist die Vorbereitung und Umsetzung des Projekts „Schacholympiade in Deutschland 2008“.

Der Vorstand der Deutschen Schachjugend hat auf seiner Sitzung am 24. und 25. September 2004 ebenfalls einen Olympiade-Ausschuss eingesetzt, der dem DSB-Ausschuss zuarbeiten soll.

 

Deutscher Schachbund

Von Seiten des DSB sind an der Planung im Olympiade-Ausschuss beteiligt:

Ausschussvorsitzender
Heinz-Jürgen Gieseke
Ausbildung
Hans-Joachim Gries
Leistungssport
Klaus Deventer
Geschäftsstelle
Jörg Schulz
Louisa Nitsche
Vertreter DSJ
Jan Pohl
Marketing/Finanzen
Michael S. Langer
Öffentlichkeitsarbeit
Klaus-J. Lais
Vertreter der Landesverbände
André Martin
Dr. Hans-Jürgen Weyer
Vertreter OK Dresden
Dr. Dirk Jordan
Besondere Aufgaben
Ernst Bedau

 

Deutsche Schachjugend

Mitlied im Olympiade-Ausschuss der DSJ sind:

Vorsitz
Jan Pohl
Öffentlichkeitsarbeit
Michael Klein
Weitere Mitglieder
Christian Warneke
Jörg Schulz
Christian Dietrich
Christina Loose
Gundula David

 

Interview mit Herrn Langer, Schatzmeister des DSB

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Herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage zu diesem Interview! Das Jahr 2005 ist für den DSB sehr kostenintensiv. Sämtliche Vorlaufaktionen für die Schach-olympiade 2008, wie z.B. Fahrradsternfahrten, Simultantourneen etc. müssen geplant und bezahlt werden. Wie gestaltet sich die Finanzierung insbesondere der Olympiaaktivitäten aus Ihrer Sicht?
Die Finanzierung der Olympiadeaktivitäten gestaltet sich inzwischen aus meiner Sicht nach entsprechender Kontrolle - und mit Nachbesserungen - vernünftig umsetzbar. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich bei den zur Verfügung stehenden Geldern um Beitragsmittel handelt, ist das beschriebene Vorgehen selbstverständlich. Die Summe von 95.000,00 €, die für unsere Aktivitäten verwandt werden können, muss von den einzelnen Ressortverantwortlichen bewirtschaftet werden, ohne dass die Einzeletats und daraus resultierend der vorgegebene Gesamtrahmen überschritten werden.
Nun gibt es einige wenige skeptische Stimmen, die Teile der geplanten Finanzierung der Olympiade für nicht realisierbar halten. Gerade Bayern tut sich in dieser Hinsicht schwer.
Ganz so ist das sicherlich nicht! Bayern hat bestimmten Sachverhalten eher skeptisch gegenüber gestanden, andererseits hat es eine völlige Ablehnung nie gegeben. Die während des DSB-Kongresses vorgetragene Kritik zielte, wie Sie mit ihrer Frage auch ausgedrückt haben, direkt auf die Durchführung der Schacholympiade 2008 in Dresden ab. Dabei ging es in erster Linie um die aus unterschiedlichen Blickwinkeln vorgenommene Beurteilung der mit der Bewerbung um die Schacholympiade eingegangenen Risiken. Als ein Beispiel wurde die Einwerbung von Sponsorengeldern hinterfragt. Die im Kongress geführten Diskussionen konnten aber m. E. in vielen Aspekten aufklären.
Die Aktivitäten des DSB auf dem Weg zur Olympiade wurden und werden auch von den bayerischen Funktionsträgern unterstützt.
Wie beurteilen Sie die bisher durchgeführten Olympiaaktivitäten des DSB?
Zu diesen Aktivitäten lässt sich feststellen, dass jede Aktion, die wir starten, prinzipiell erfolgreich sein kann, wenn wir gemeinsam mit den beteiligten Vereinen eine gute regionale Presse erarbeiten. Der durch-schlagende Erfolg der Simultantournee liegt nicht zuletzt daran, dass die Presse vor Ort war und so entsprechend umfangreich in den Medien berichtet wurde.
Stichwort Simultantournee - welche Kosten entstehen da genau?
Die Summe ist von verschiedenen Faktoren, wie den Reise- und Werbe-kosten abhängig. In der Erstplanung sind wir grob gesagt von 16.000,00 € für 16 Veranstaltungen in 2005 ausgegangen, also 1.000,00 € pro Veranstaltung. Nach jetziger Einschätzung scheint sich abzuzeichnen, dass eher 1.200,00 € pro Veranstaltung realistisch sind.
Gibt es Projekte, die Sie, wenn sie Ihnen zur Finanzierung vorgelegt werden, rundherum ablehnen?
Nein, denn das würde ja bedeuten, dass Konzepte, die - einschließlich Finanzierungsplan - nicht ausgereift sind, vorgelegt worden wären. Im Übrigen entscheide ich das natürlich nicht allein, sondern im Einvernehmen mit den Kollegen innerhalb des Ausschusses. Nur bei dringendem Handlungsbedarf stimme ich mich kurzfristig mit Herrn Gieseke, dem Ausschussvorsitzenden, ab.
Wie erleben Sie augenblicklich den 27. FIDE-Kongress?
Insgesamt ist die Atmosphäre bedeutend ruhiger als im Vorjahr auf Mallorca, aber damals herrschte ja auch echtes Olympiadefieber.
Herr Langer, vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Leni Nathrath

 

Interview mit Dr. Jordan

/images/uploads/c26852b39a3b0a70b532dd31f611e1d8.jpgAm Mo, den 11. April 2005 hatte Leni Nathrath als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Deutschen Schachbunds die Gelegenheit, im Foyer des Leonardo Hotels in Dresden ein Interview mit Dr. Jordan zu führen.

Zunächst einmal ganz herzlichen Dank für Ihre spontane Zusage am Telefon zu diesem Interview! Herr Dr. Jordan, Dresden hat ja den Zuschlag bekommen, die Schacholympiade 2008 auszurichten. Glauben Sie, dass die Tatsache, dass Kasparow und Otto Schily sich so sehr dafür eingesetzt haben, dazu beigetragen hat?
Ich freue mich natürlich auch, dass Sie nach Dresden gekommen sind und wir hier darüber reden können. Es ist immer sehr hilfreich, wenn bedeutende Persönlichkeiten sich für so ein Projekt stark machen. Otto Schily, unser Innenminister, ist ein großer Schachfan und Kasparow seit 20 Jahren die Nummer Eins im Schach. Ich glaube allerdings, dass der Zuschlag nicht zum überwiegenden Teil von dieser Tatsache getragen wurde. Es ist vielmehr so, dass 1 ½ Jahre lang im Vorfeld der Olympiade ein sehr, sehr guter Job von vielen Beteiligten gemacht wurde, angefangen von den Offiziellen der Stadt Dresden bis hin zum DSB und dass insbesondere die sehr konstruktive Vorbereitung mit den entsprechenden Informationen an die FIDE, an die Delegierten und die gute Woche in Mallorca, wo wir noch viele überzeugt haben, dass Deutschland /Austragungsort Dresden die beste Wahl sei, dazu beigetragen haben.
Was bedeutet die Zusage Dresden dann speziell für Sie?
Es ist super. Aber viel wichtiger ist, was der Zuschlag, die Ausrichtung der Olympiade 2008 für Dresden, für das Land und auch für die Leute hier vor Ort bedeutet, und da allerdings denke ich, dass die Ausrichtung der drittgrößten Sportveranstaltung der Welt hier im Jahre 2008 sehr viel bedeutet. 3 Wochen lang schaut die Welt auf die Landeshauptstadt Sachsens, also auf Dresden .Das ist das Wichtige, was man aus dem Zuschlag hier jetzt mitnehmen kann.
Leipzig ist ja gescheitert bei dem Versuch, die olympischen Sommerspiele nach Deutschland zu holen. Ist Dresden jetzt ein gewisser Ausgleich?
Das ist meines Erachtens nicht so. Wir sind einfach angetreten, die Schacholympiade nach Deutschland zu holen. Das ist nicht wirklich zu vergleichen mit den Olympischen Sommerspielen. Das sind doch ganz andere Dimensionen, was die Budgets oder die Anzahl der Sportarten oder teilnehmenden Olympioniken anbelangt. Es ist schon eine tolle Sache, dass wir die Schacholympiade hier in Dresden ausrichten dürfen. Unser OB war auch sehr, sehr glücklich, als der Sieg für Dresden auf Mallorca feststand. Das hat er in direkten Interviews danach, aber auch jetzt in den letzten Monaten immer wieder betont. Wir sind mit Leipzig, wie das bei zwei Großstädten so ist, relativ freundschaftlich verbunden und einen Ausgleich dort zu sehen- also nein, das glaube ich nicht.
Das klingt ja alles sehr optimistisch, aber die Olympiade wird bei 150 teilnehmenden Nationen ca. 3000 Übernachtungen bedeuten. Sind da genügend Kapazitäten vorhanden?
Das kann man glücklicherweise schon heute mit einem ganz klaren Ja beantworten. Das war auch eines unserer Hauptargumente bei der Bewerbung, denn Dresden hat reichlich Hotelkapazitäten. Hier ist in den letzten 10, 12 Jahren ganz viel Neues entstanden. Wir haben im 5-Sterne-Bereich 2.500 Betten, im 4-Sterne-Bereich mehr als 2.600 Betten und im 3-Sterne-Bereich noch mal soviel, so dass es von der Übernachtungskapazität her überhaupt keine Probleme geben wird. Das Schöne daran ist, dass die Kapazitäten direkt im Zentrum der Stadt liegen genauso wie der Austragungsort, das Internationale Kongresszentrum, z.Zt. das größte und modernste Kongress Center Europas, was ja auch erst seit einem Dreivierteljahr eröffnet ist.

 

/images/uploads/535d8c86d6770e8e9b0043a9f0ddfb19.jpgDie Lage direkt neben der Semper Oper, neben dem Schloss- das sind natürlich die Highlights des Elb Valleys, insgesamt also eine Olympiade der kurzen Wege, womit wir optimale Bedingungen zur Durchführung der Olympiade hier in Dresden haben.
Das Maritim Hotel soll im Herbst 2005 eröffnet werden. Wie ist da der Stand der Dinge?
Meine Information ist, dass es im Herbst 2006 eröffnet wird. Der Baustart hat begonnen, es liegt direkt am Internationalen Kongress Center, wird auch einen unterirdischen Zugang zum Kongress Center haben, ein Luxus Hotel mit etlichen Suiten. Es soll ganz toll werden, sagt der General Manager Herr Rieger. Bitte bedenken Sie, dass ins Burj al-Arab in Dubai auch nicht so viele Schachspieler gehen, so dass wir kaum das Hauptfeld der Spieler im Maritim unterbringen werden.
Wird es auch bei der Schacholympiade Kurzpartien geben? Für den Zuschauer ist doch oft eine normale Schachpartie zu ermüdend.
Das kann man heute schwer abschätzen. Wir werden ca. 140 Männermannschaften haben, 3.000 Partien im Männerbereich und 2.500 im Damenbereich. Es wird wahrscheinlich auch die eine oder andere Kurzpartien geben. Ich glaube aber, dass es für die Zuschauer durch die große Vielfalt der anwesenden Nationalmannschaften mit Top Teams wie Russland, China, Indien, Amerika, natürlich auch Deutschland viele interessante Partien gespielt werden. Wir übertragen alle Partien direkt sowohl im ICC Dresden als auch ins Internet, so dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen werden und gerade die Zeitnotschlachten sind ja besonders spannend. Ich bin ganz sicher: die Zuschauer werden hochwertiges Schach zu sehen bekommen. Die geballte Präsenz der internationalen und Top- Spieler an sich ist doch schon überaus interessant. Ich hoffe, dass Anand teilnehmen wird, dass Kasparow dabei sein wird. Auch im Damenbereich hat sich ganz, ganz viel getan in den letzten Jahren. Es gibt starke Spielerinnen und – darf ich das mal so flapsig sagen- die auch wirklich sehr hübsch sind, von dunkelhäutig bis europäisch aussehend-allein das ist ein Zuschauerhöhepunkt.
In einem der Artikel über Sie steht der Satz: „Er lässt in Dresden die Figuren tanzen.“ Trifft das auf Sie zu?
Auf der einen Seite habe ich gerade am Wochenende 2 Partien Schach in der Oberliga gespielt, da hab ich zumindest die Figuren übers Schachbrett gezogen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein bisschen in diese Rolle hineingewachsen. Hier in Dresden habe ich 1989 mein erstes Schachturnier mit organisiert. Wir haben klein angefangen und haben nach der Wende 1992/93 anlässlich 100 Jahre Dresden wieder ein Dresdner Schachfestival organisiert und das hatte mit 48 Spielern eine relativ kleine Zahl. In den letzten Jahren konnten wir 1.000 Teilnehmer beim Schachfestival im Sommer begrüßen, so dass sich das also gewaltig entwickelt hat. Aber man muss ganz klar sagen, das bin nicht ich, das ist ein Team von fast 35 Mitgliedern, die in unserem Verein nicht Schach spielen, sondern organisieren. Ohne diese vielen fleißigen ehrenamtlichen Leuten, die das ganze Jahr über arbeiten und viel Freizeit, teilweise Urlaub, in die Organisation dieser Schachereignisse stecken, würde es das Schach, was es jetzt in Dresden gibt, einfach nicht geben.

 

/images/uploads/43d47e39e80b35373d4251f0e4ea71fb.jpgEs gibt ja etliche Schachspieler, die sagen: Nicht die Schacholympiade selbst ist entscheidend, sondern der lange Weg dorthin. Also stimmt das: Der Weg ist das Ziel?
Ich denke, da ist ganz, ganz viel dran. Ich habe von Anfang an in allen Gesprächen immer gespürt und unterstütze das auch sehr, dass wir nicht nur „die 3 Wochen im November 2008“ als das sehen, was wir jetzt vorbereiten und organisieren. Wir wollen durch das Organisationskomitee den Weg dorthin mit vielen bunten Mosaiksteinchen pflastern, so z. B. mit dem FIDE- Kongress in diesem Jahr , mit der Senioreneinzelmeisterschaft im Jahre 2006, mit dem geplanten Damenturnier während der Fußballweltmeisterschaft oder die Jugendeuropameisterschaft 2007. Aber auch im DSB passiert ja ganz viel: ich darf erinnern an die Simultantournee, die neu ins Leben gerufen wurde, die Fahrradsternfahrten sowie die Aktion ´Deutschland lernt Schach`. Die große Bedeutung besteht tatsächlich in dem Weg zur Schacholympiade 2008 in den nächsten 3 ½ Jahren.
D i e Nachricht Anfang März war Kasparows Rücktritt als Schachprofi. Können Sie das nachvollziehen?
Ich kenne Gary Kasparow jetzt seit mehreren Jahren, er war in den letzten 5 Jahren jedes Jahr mindestens 1x hier in Dresden. Wir haben öfter zusammen gegessen oder Events durchgeführt. Es ist für mich schon d i e Nachricht des Jahres 2005, selbst wenn man nicht weiß, was in diesem Jahr im Schachbereich noch so alles passieren kann. Ich hab die ganz, ganz große Hoffnung, dass Gary, der soviel Kraft hat und soviel Ehrgeiz, vielleicht doch nicht vom Schachbrett loskommt und weiterhin im Schnellschach oder Wettkampfbereich dem Schach verbunden bleibt. Es gibt nicht nur mich, sondern auch etliche andere Spieler, die hoffen, dass es einen Rücktritt vom Rücktritt gibt, und wir d e n Mann der letzten 20 Jahre im Schach nicht ganz verlieren.
Sie würden aber nicht so weit gehen, das Ganze als PR- Gag abzustempeln. Da gibt es ja einige, die sagen: Der kommt sowieso in 1 oder 2 Jahren wieder und dann lässt er sich das fürstlich entlohnen.
Also ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein PR- Gag ist. Wer Gary näher kennt, der weiß, dass das , was er macht und sagt, überlegt ist, und ich glaube, ohne dass ich nun die Hintergründe kenne, er genau das plant, was er gesagt hat. Er will in die Politik gehen, er will Schachbücher schreiben, er will das Schach promoten. Das sind alles ganz tolle Ziele, die viel Kraft kosten, und die hat er natürlich. Aber ich finde es eben als Schachspieler schade, dass so ein super Schachspieler nicht mehr in der Schachwelt aktiv Partien spielt. Er ist jetzt knapp über 40, ein phantastisches Alter. Na ja, schau mer mal, wie ein berühmter Bayer sagt.
Alle Schachprofis haben die für diesen Sport notwendige Begabung mitgebracht. Wie definieren Sie den Begriff ‚Talent’ im Schach?
Sie haben sicherlich Recht, dass man begabt sein muss. Ich persönlich glaube aber, und da gibt es etliche Beispiele, dass noch entscheidender als Begabung Fleiß ist. Fleiß, Ausdauer, Engagement und Kampfgeist. Sicher- ohne Begabung geht nichts in allen Bereichen des Lebens, aber in solchen Bereichen wie Klavierspielen oder auch Tanzen sind Fleiß und Ehrgeiz die entscheidenden Säulen für den Erfolg in der entsprechenden Disziplin. Das gilt für Schach genauso.
Mögen Sie Schachcomputer?
Das kann ich jetzt kaum mit Ja oder Nein beantworten. Ich spiele ganz, ganz selten mit dem Schachcomputer, ich kann mich ehrlich gesagt an gar keine Partie erinnern. Ich nutze aber dafür auf der anderen Seite sehr intensiv den Computer für die Informationsgewinnung innerhalb der Schachwelt, ich spiele aber auch gern auf den entsprechenden Servern Blitzpartien. So gesehen, empfinde ich die Computer im Schach als sehr hilfreich, wenn nicht sogar wegweisend und revolutionierend. Ein ‚blanker’ Schachcomputer kann mich nicht so begeistern.
Die Schacholympiade in Dresden hat ja nicht nur eine ideelle Seite, sondern auch eine finanzielle. Ist das eigentlich schwierig Sponsoren dafür zu gewinnen?
Da stehen wir noch am Anfang, vielleicht fragen Sie mich in 2 Jahren noch mal. Aber wir hatten von Beginn an – das ist also von Februar , März, April 2003 sofort mit der Wirtschaft hier in Dresden Kontakte aufgenommen und wenn es nicht diese positive Erstresonanz damals schon gegeben hätte, wenn nicht schon damals wirklich verantwortungsvolle Leute in der Wirtschaft gesagt hätten: Das ist eine tolle Sache , da können wir uns vorstellen dabei zu sein, dann wäre manches anders verlaufen. Wir haben relativ früh zwei Hauptsponsoren gewinnen können, die 50% des Sponsor-Etats damit schon abdecken und nicht nur von der wirtschaftlichen Seite aus, sondern auch von der persönlichen engagierten Seite der Vorstandsmitglieder aus. Ich glaube, dass es möglich ist, in einem überschaubaren Zeitraum zu einem Großteil der kompletten Deckung des Etats zu kommen. Aus heutiger Sicht ist es seriös zu sagen, dass wir ein gutes Fundament für die Finanzierung der Olympiade haben.
Schach ist ja nicht gerade die Sportart Nummer Eins in Deutschland. Erhoffen Sie sich da ein Wende?
Ich glaube, man sollte von vornherein klarstellen: Schach ist nicht Fußball, wir sind nicht Formel Eins. Aber wir haben unseren Platz im Sport und den können wir sicherlich durch den Weg zur Schacholympiade und durch die Olympiade selbst ausbauen. Die Bedeutung von Schach wird im Jahre 2009 eine andere sein als jetzt im Jahre 2005- davon bin ich felsenfest überzeugt. Die Darstellung in der Öffentlichkeit, in Deutschland wird für Schach positiv ausgehen.

Herr Dr. Jordan, ich danke Ihnen für das Gespräch!

Die Fragen stellte Leni Nathrath