Schacholympiade 2008 in Dresden

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Georg Meier von der JOM ist Gast beim traditionellen Vorweihnachts-Turnier in Merida/Mexiko.

Bericht von B. Vökler, 19.12.2007
Mit 4,5 Punkten aus 6 Runden liegt er im Vorderfeld der Meistergruppe. Leider kann man die homepage nicht so richtig deuten, zumindest ohne Spanisch -Kenntnisse.
Heute ist Ruhetag und bis zum Samstag sind die 9 Runden dann gespielt.
Mehr Infos unter: http://www.carlostorre.org.mx/inicio2007.asp

 

Neues aus Mexiko

Bericht von B. Vökler

Nach der sechsten Runde des Merida-Open von Mexiko begann das Knock-out-Spektakel mit vier eingeladenen Stars der Schachszene. Mittendrin finden wir zwei deutsche Spitzenspieler mit Alexander Graf und Georg Meier.

http://www.carlostorre.org.mx/2007/resultados/wimbledon/WIMBLEDON.xls

Während Alexander schon in den regulären Partien den Sprung unter die besten Acht schaffte, gelang dies Georg in der fünften Partie des Wettkampfes gegen Pavel Tregubov. Die beiden langen Partien endeten mit zwei Weißsiegen, die beiden Schnellpartien mit zwei Schwarzsiegen und in der Blitzpartie gewann Georg Meier ( Werder Bremen).
Im Viertelfinale trifft Alexander Graf auf GM Yuniesky Quezeda.
Georg Meier bekommt es mit dem Gesetzten GM Pentala Harikrishna zu tun.
Topfavorit Vassily Ivanchuk bleibt ebenfalls weiter im Rennen.

 

Jugend WM U8 bis U18

/images/uploads/f05664563a0e48ec8ef0d184d6a72d91.jpgSo kann’s weiter gehen....
Bericht von der WM von Jörg Schulz

....Wird es aber nicht, leider, da spricht alle Erfahrung gegen. Obgleich eine Punktausbeute mit bisher bekannten 21 aus 25 – das 26. Ergebnis wurde noch nicht übermittelt, da der Spieler Ferdinand seit seiner Partie verschwundne ist, könnte allen natürlich noch öfter gefallen.
Auftakt also gut. Das gilt auch für den Anreisetag, der eigentlich auch ohne Probleme verlief. Bis auf den nicht in Antalya gelandeten Koffer von Thomas Pähtz. Die deutsche Reisegruppe wollte sofort mit einer Kleiderspende aushelfen, doch konnte Thomas seine Kleidergröße nicht nennen, „meine Frau kauft doch immer für mich ein, wie soll ich das wissen!“ Also musste er heute am Sonntag die örtlichen Geschäfte aufsuchen, in der Türkei geht das. Wie er da allerdings an seine Größe gelangt ist, habe ich noch nicht herausgefunden, die neue Kleidung zumindest passt, zu ihm und zu seiner Größe!.
Der Koffer ist übrigens heute auch schon angekommen, nun muss nur noch das Problem des Transportes nach Kemer-Antalya gelöst werden, aber Dienstag könnte es klappten, heißt es. Denn Kemer mit seinen riesigen 5-Sterne-Hotelanlagen liegt gut eineinhalb Autostunden vom Flughafen entfernt, da klappt das nicht an ein, zwei Tagen, da braucht es schon drei.
Die Hotelanlagen sind riesig und gut. Die Organisation zeigt sich bisher auch als kompetent, das hoteleigene Bewachungspersonal als hart aber fair, keiner kommt dorthin, wohin er nicht darf. Also kann man, wenn man etwas von der Turnierleitung möchte, diese auch nicht erreichen, wohnt man in einem anderen Hotel als eben die Turnierleitung. „Sie in diesem Hotel?“ „Nein.“ „Dann sie dürfen hier nicht rein.“ „Ich muss aber, wichtige Besprechung.“ „Hier nichts Besprechung, sie nicht in diesem Hotel.“ Ok, irgendwie klappt es dann doch meist, aber nicht immer.
Das Teilnehmerfeld dieser WM – U8 bis U18 – soll mal wieder das Größte aller Zeiten sein. Wann kommt man in der FIDE eigentlich mal auf die überraschende Idee, dass nicht nur die Hotelgröße ausschlaggebend für eine gute Turnierorganisation ist? Es bedarf auch vernünftiger Spielräume und Raum um die Spielräume rundherum, zum Beispiel für die eben so zahlreich mit angereisten Eltern, Betreuer, Trainer. Dies ist hier überhaupt nicht gegebenen. Alles ist eng, verschlungen und viel zu klein. Mit Absperrungen versucht man dem Gedränge und Geschiebe Herr zu werden, was schon zu einigen Fastschlägereien geführt hat. Ein kampferprobter Algerier hat sich in diesem Metier besonders hervorgetan, allerdings auch er hat bisher gegen das gute Wachpersonalverloren. Die Turnierräume fassen so gerade die Spieler, wobei zwei Gruppen U18 und U14w in viel zu kleine Räume gepresst wurden, in denen die Luft schon vor Rundenbeginn verbraucht war. Die beiden großen Säle gehen, laut ist zwar die Klimaanlage, aber zumindest gibt es eine und sie funktioniert. Was man vom Internetanschluss im Hotel nichts sagen kann. „Heute Sonntag, morgen Techniker“ Man darf gespannt sein, wie sich die WM entwickeln wird, der Auftakt sowohl von den Organisatoren als auch von unserer deutschen Mannschaft her, verlief verheißungsvoll.

 

/images/uploads/53c66946aa3682064355ccbf9b31a9b3.jpgEinzig die Jüngeren im Team sind noch in der Heißlaufphase, von ihnen kamen in der ersten Runde die Niederlagen. So mussten in der ersten Partie die Waffen strecken in der U10 Dominik Nöttling und Christoph Peil in der deutschen Paarung gegen Jakob Schumacher, in der U12 Hans Möhn und auch Paula Wiesner (Foto) musste sich in einem Bauernendspiel nach langer guter Partie nach einem Fehler geschlagen geben.

 

Auch das ist WM...

/images/uploads/870649843cae42ed73963f4f6ec126d8.jpgLinks spielt Bernd Vökler, rechts Osman Osmanodja

 

Schach im Dunkeln....

2. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Unter diesem Motto wurde die zweite Runde gespielt. Nach den tumultartigen Szenen gestern, hatten sich die Organisatoren für heute ein Besucherticketsystem ausgedacht. Während dem Mittagessen legten sie versteckte Zettel aus, auf denen die neue Regelung zu erfahren war. Pro Land gibt es begrenzte Eintrittskarten. Zu bekommen im Hotel Limra. Der Leser erinnert sich? „Sie wohnen Hotel?“ „Nein“ „Dann nichts Eintrittskarten.“ Ich wiederum erinnerte mich meiner derzeitigen Wohnlage Kreuzberg und setzte mich durch. Also gibt es ab sofort für unsere Eltern und Trainer drei Eintrittskarten. Dadurch ist zumindest für eine gewisse Zeit Ruhe in den Turnierbereich eingekehrt. Bis zu dem Zeitpunkt, ab dem die vielen kleinen U10 und U8 Kindern durch die Gänge hetzen und Fangen spielen. Zwischenzeitlich wirkt der Turnierbereich, zumindest im oberen Bereich, wie ein türkischer ?asar, lebendig und laut mit großem Völkergemisch. Ob deshalb sechs mal in dieser Runde das Licht von einer Sekunde zur anderen ausging? Ruhig war es zumindest in diesen Situationen. Auch kein schlechtes Bild, wenn nichts in einem total finsteren Saal zu sehen ist, als ca. 300 blinkende rote Lämpchen der elektronischen Schachuhr Silver, die hier genutzt wird. Was überraschend war, zumindest für einen Bundesbürger, für den plötzliche Stromausfälle nicht zum Alltag gehören, dass die Schachspieler diese Stromausfälle stoisch hinnahmen.
Einzig Christoph Peil wird diese Stromausfälle anders bewerten. Denn als er ziehen wollte, schwupp war es dunkel, und als er wieder sehen konnte, hatte er eine andere Figur in der Hand als von ihm geplant. Die gute Stellung war hinüber, die Tränen kullerten. Das war dann eine von 9 Niederlagen, die man uns in dieser Runde bescherte. Nach dem Hoch gestern, ein Tief heute.
Gestern waren es übrigens 22 Punkte, denn auch Ferdinand Xiong gewann

 

/images/uploads/644bb459f844f40ade8ecb805593a291.jpgHeute kamen unsere Mädchen und Jungs auf 12,5 Punkte. Niederlage gab es für Ilja Brener, Sebastian Bogner (im Bild beobachtet von unserem Berichterstatter Jörg Schulz), Aleksyi Savchenko, Felix Graf, Philipp Kyas, Christoph Peil, Ferdinand Xiong, Sonja Maria Bluhm und Anja Schulz.
Die ersten Unentschieden gab es heute für Judith Fuchs, Hanna-Maria Klek, Daniela Schäfer (gegen einander), Filiz Osmanodja, Julian Jorczik, Alexander Jussupow, Patrick Zelbel, Dennis Wagner und Jakob Schumacher.
Erfreulich jedoch, dass mit Elena Winkelmann, Ekaterina Jussupow und Anna Endress drei Mädchen noch 2 Punkte haben und bei den Jungs Sebastian Kaphle sowie Hagen Poetsch. Dominik Döttling und Hans Möhn holten die ersten Punkte und auch Paula Wiesner strahlte über ein Matt mit zwei Damen.
Damit sind wir wieder in der Normalität angekommen, schachlich zumindest. Mal sehen ob das für die WM morgen auch zutrifft.
Als letztes noch, der Bundesnachwuchstrainer ist mit schwäbischen Talenten gesegnet. Am Auftakttag sprach er von einer Prämie, die er aussetzen wolle, er müsse sich nur noch auf die zu erzielende Punktzahl festlegen. Das geschah natürlich nicht vor der ersten Runde. Und nach den 22 Punkten der ersten Runde, kann er die Prämie in der Tasche stecken lassen. Den Schatzmeister wird es freuen, vielleicht gibt es dafür ja eine Extraprämie für sparsames Handeln!

 

Das Zweiklassensystem der WM

/images/uploads/4d7bb271bc53c8795f2b58c3ffb39c9d.jpg Das Hotel Alinda, Unterkunft der deutschen Delegation

3. Bericht von der WM von Jörg Schulz
Die WM findet mindestens in zwei 5-Sterne-Hotelkomplexen statt. So steht es in der Ausschreibung, so steht es an den Hotels, so sind die Preise für die Teilnehmer und Betreuer gestaltet. 5-Sterne all inclusive. Gut die Dusche duscht nicht, bei meiner Nachfrage nach der Klimaanlage an der Rezeption hieß es, „Klima kaputt, sechs Uhr.“ Dafür hat dieser 5-Sternekomplex natürlich einen drahtlosen Internetanschluss in der Hotellobby. Und tatsächlich, jeder kennt einen, der einen kennt, der schon mal eine Verbindung gehabt haben soll. Nachts soll es gehen, oder früh am Morgen, aber auch zwischendurch. Nur weiß keiner wann, warum und bei wem mit welchem Rechner. Da ist hier nun in Kemer die größte Laptopdichte der Türkei, und es nützt nichts! Die Leute können einem leid tun , wenn man ihnen zuschaut, wie sie verzweifelt eine Verbindung herzustellen versuchen. Das Hotel wusste Rat. Am Sonntag hieß es, „kaputt, aber Techniker am Montag.“ Am Montag also alle mit ihren Laptops in die Lobby, doch wieder das gleiche Bild.
Was macht man also? Man ruft zu Hause an, bittet dort einen Freund oder ein Familienmitglied ins Internet zu gehen, um zum Beispiel die Auslosung zu erfahren, die dann wiederum per Telefon ins 5-Sterne-Hotel übermittelt wird. Geschehen heute Nacht in der deutschen Delegation. Eigentlich soll die Auslosung ja eine Stunde – fest versprochen – nach Rundenschluss in allen Hotels aushängen. Tut sie auch, sie steht sogar im Internet, wie wir durch die Telefonaktion erfahren haben. Jedoch eben nicht im Alinda (Bild), oder im Sailors Beach oder den anderen Hotels. Abends noch die Fahrt machen von Hotel zu Hotel mit der Auslosung, nach einem langen Arbeitstag, das reicht doch auch am nächsten Morgen. Im Limra Hotel, das ist da, wo die Bosse wohnen, die Schiedsrichter und Offiziellen, auch das Schiedsgericht, dass mit Hochkarätern wie Campomanes und Co. besetzt ist. Dort hing gestern die Auslosung um 21.30 Uhr. Bei uns um 07.00 am nächsten Tag. Das soll jetzt alles anders werden, hat man mir gesagt, als ich mich beschwerte und darauf hinwies, das man ins Limra ja nicht kommt, wenn man dort nicht wohnt. Der Leser erinnert sich? „Sie Hotel hier?“ „Nein“ „Dann nichts Losung.“ Ich habe mir übrigens sagen lassen von Frau Graf, dass sie es mit einem gewinnbringenden Lächeln gegenüber der Wache schafft, ins Hotel zu kommen. Da habe ich es natürlich in der Türkei als Mann mit einem gewinnbringenden Lächeln gegenüber männlichem Wachpersonal schwer! In Kreuzberg oder Köln ginge das! Aber hier?! Einen Vorteil hat das Alinda übrigens gegenüber dem Limra. Hier kostet das türkische Glas Bier 2,- Euro, im Limra 4,- Euro. Auch Thomas Pähtz lernte heute zu schätzen, was die Offiziellen der WM von den anderen Hotels und den Delegationen halten, die dort wohnen. Sein Koffer ist nämlich wieder da. Und wo war er? Im Pressezentrum des Limrahotels. Da stand er einfach rum und keiner kümmerte sich um ihn. Der Flughafen hatte ihn natürlich nicht im angegebenen Hotel Alinda abgegeben, sondern bei der WM-Organisation im Limra. Durch Zufall kam Thomas an sein Eigentum. ChessBase sei Dank! Denn Frederik Friedel – auch er natürlich als Promi im Limra - nahm Thomas großzügig zu einem Kaffee (wie gesagt all inclusive) ins Pressezentrum ins Limra mit und dort standen einige Koffer unbeachtet rum. „Das ist ja meiner“ rief Thomas aus und durfte sich einen aussuchen und ungeprüft mitnehmen!
Die hier genannten Bierpreise sind natürlich für eine WM nicht ohne Bedeutung, denn abends wird die Runde noch einmal nachgespielt. Und da merkt man erst, wie schwer so ein Trainerleben ist. „Denn hätte sogar mein Hund gezogen“ entfuhr es einem unserer Trainer, er konnte sich immer noch nicht beruhigen, dass der einzügige Gewinn ausgelassen wurde und stattdessen die Partie verloren ging. Der nächste klagt, „meine Spielerin kommt immer in Zeitnot, eine Katastrophe!“ „Viel zu schnell zieht sie“, sagt ein anderer, „dabei lässt sie einfache Gewinnwege aus“. “

 

/images/uploads/a32fdf8852b09b941bc3ee0acc085c6c.jpgDie richtigen Züge in der richtigen Zeit hat heute Anna Endress gefunden, die nach einer sehr spannenden Partie eine Georgierin bezwang und unter unseren 26 Startern die einzige ist, die mit einer sauberen weißen Weste und Einhundertprozent in die vierte Runde einsteigt.
Die anderen Hundertprozenter mussten entweder die Waffen strecken wie Ekaterina Jussupow und Hagen Poetsch, oder ins Remis einwillige wie Elena Winkelmann und Sebastian Kaphle. Dafür konnte Judith Fuchs mit einem Sieg zu den 2,5ern aufsteigen wie auch Filiz Osmanodja, die trotz ihrer Zeitnotpartien noch gut im Rennen ist. Auch Patrick Zelbel ist mit einem Sieg in diese Regionen vorgestoßen. Einen schönen Aufbausieg gelang Christoph Peil, womit alle deutschen Starter jetzt mindestens einen ganzen Punkt haben. Zum Glück! Weitere Siege gab es heute für Anja Schulz, Sonja Maria Bluhm, Ilja Brener, Sebastian Bogner, Aleksyi Savchenko (im Bild links neben Julian Jorczik)und Philipp Kyas. Die Punkte teilen mussten zusätzlich Ferdinand Xiong, Dennis Wagner (beide nach umkämpften Endspielen), Alexander Jussupow und Julian Jorczik nach einer klassischen Partie: „Erst stand ich gut, dann total schei... und hab remis gespielt.“ Remis auch nach einer guten Partie gegen eine starke Russin für Daniela Schäfer mit der interessanten Materialverteilung Dame plus zwei Bauern gegen Turm, Springer und zwei Bauern, alles am gleichen Flügel. Insgesamt kamen die Jungs und Mädchen heute auf 14,5 Punkte. Weniger dazu beisteuern konnten heuer Jakob Schumacher, Dominik Nöttling, Hans Möhn, Felix Graf, Hanna Maria Klek und Paula Wiesner.
Das Licht ging heute übrigens im Spielsaal nicht aus. Es machte zwei Versuche in Richtung Verdunkelung, doch es blieb bei zwei kurzen Halbverdunkelungen.

 

Übertragungsprobleme und mehr auf der WM

/images/uploads/61ee61bce44a4e7063667347e2da0e6a.jpg4. Bericht von Jörg Schulz
Anna Endress (Bild) freute sich heute vor allem für ihren Trainer zu Hause, dass sie heute im Netz zu sehen ist. Um so verwundeter war sie, als sie ihr Brett suchte und dieses mitten im Pulk der U16 fand. Denn statt ihrer Partie wurde das 14. Brett übertragen. Denn dort spielte eine Türkin. In der U14 wurde sogar das 24. Brett herausgesucht, um übertragen zu werden, eben auch dort ein Türke im Einsatz. Schade eigentlich, denn es handelt sich ja nicht um eine internationale, offene türkische Meisterschaft, sondern um eine Weltmeisterschaft, auf der eigentlich alle das Recht haben gleich behandelt zu werden. Lieber Kemal, steht das nicht in deinen Schriften? Aber wie gesagt, gleich und gleich, das hatte ich ja schon gestern thematisiert. Immerhin gab es wie versprochen am gestrigen Abend sogar bei uns im Hotel die Auslosung. Dafür heute keine Bulletins. Man soll ja nicht übermütig werden.
Als mich eben ein Vater fragte, was denn der Delegationsleiter zur heutigen Runden abschließend zu sagen hätte, war ich mir nicht sicher, was ich antworten sollte. Zum einen haben wir mit 15,5 Punkten ein gutes Ergebnis gemacht, andererseits haben wichtige Spieler verloren, wiederum sind natürlich alle 26 Mädchen und Jugend wichtig. Also wie die Runde beurteilen?
Anna Endress wehrte sich wacker gegen einen indischen Angriff, verteidigte sich mit Einsatz und spielte eigentlich gut, als sie dann wie auch Sebastian Kaphle, der ebenfalls eine gute Partie spielte – übrigens als Brett acht im Internet, da er gegen einen Türken spielte – um dann einen Turm einzügig einzustellen. So waren zwei der Spitzenspieler schon einmal zurück geworfen.

 

/images/uploads/8a6afd009890f0ebaa716c8ead915b04.jpgElena Winkelmann (Bild) machte es ihnen nach, sie verwechselte einfach in der Eröffnung zwei Springerzüge und schon klappte die Variante überhaupt nicht mehr. Einzig Patrick Zelbel setzte sich durch und liegt nun nach seinem Schwedenerfolg mit 3,5 Punkten in der deutschen Mannschaft an der Spitze. Sehr kämpferisch und mit taktischen Geschick spielen die Mädchen in der U12. Besonders tut sich dabei Daniela Schäfer hervor. Heute musste sie gegen eine Inderin ran und stand sehr bedenklich, um es nett zu formulieren. Doch sie kämpfte und kämpfte, überlebte die gegnerischen Angriffe und drehte Stück für Stück das Heft rum und gewann am Ende noch. Eine feine Leistung von ihr. Hanna Marie Klek holte nach ihrem kleinen Zwischentief auch einen schön heraus gespielten Punkt und Filiz willigte in ein Remis ein, nachdem sie eine ins Geschäft gesteckte Figur, für die sie aber nicht recht was bekam, wieder zurück erobert hatte. GM Thomas Pähtz fand dann zwar später in der Analyse den feinen Gewinnweg für sie. Sie jedoch war mit dem Remis erst einmal zufrieden. Mit 3/4 liegt sie ja ach noch gut im Rennen.
Zu ganzen Punkten kamen auch Sebastian Bogner und Ilja Brener, die mit 3/4 ebenfalls wieder aufgeschlossne haben. Hagen Poetsch gibt auf seiner ersten WM in der U16 weiterhin eine gute Figur ab und liegt nach seinem heutigen Erfolg übereinen Engländer ebenfalls mit 3 Punkten in der erweiterten Spitze. Da wollte eigentlich auch Julian Jorczik hin, bei dem ist aber derzeit Sand im Getriebe. Heute musste er nach verpatzter Zeitnotphase die Waffen strecken. Aleksyi Savchenko spielte nach spannendem Verlauf Remis und ist mit 2,5 Punkten in Lauerstellung.
In der U14 konnte Felix Graf endlich wieder gewinnen und hat damit hoffentlich den Start für eine Verfolgungsjagd gelegt. Alexander Jussupow verpatzte die Eröffnung und musste wie seine Schwester eine Null einstecken. Anja Schulz schaffte ein gutes Remis und ist mit ihren 2,5 Punkten noch zufrieden.
Philipp Kyas konnte heute wieder gewinnen und ist derzeit mit 3/4 der beste in der U12. Hans Möhn musste auch lange kämpfen in einer wechselvollen Partie, am Ende war er der Strahlende. Mal wieder eine deutsche Paarung in der U10. Jakob Schumacher und Ferdinand Xiong, die außerhalb des Spielsaales ein gefährliches deutsch/chinesisches Doppel im Tischtennis bilden, kämpften lange und ausdauernd um den Sieg, um dann doch den Punkt zu teilen. In die Punkteteilung musste auch Christoph Peil einwilligen, wohingegen Dennis Wagner seinen zweiten Sieg und damit den dritten Punkt einfuhr. Bei Dominik Nöttling sah es lange nicht nach einem Punkt aus, doch in der U10 wechseln halt öfter mal die Seiten und neigt sich die Glückswaagschale mal nach da und mal nach dort. Er war am Ende der Glückliche und gewann.
Auch unsere kleine Paula konnte diesmal wieder ihre Glücksbringerkatzen zu recht als Glücksbringerkatzen – Moritz und Miau übrigens ihre Namen – bezeichnen, sie ließ ihrer Gegnerin keine Chance. Lange Zeit sah es auch noch einem Sieg bei Sonja Maria Bluhm aus, doch sie verlor den Faden und die Partie. Ebenfalls noch oben mit dabei ist Judith Fuchs, von der ich allerdings heute nichts mitbekam, daher sei an dieser Stelle nur ihr Ergebnis hier genannt: Remis und gesamt 3/4.

 

Tag der Deutschen!?

5. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Ich weiß nicht, ob es an der Freude lag, dem Knast (Kemal Atatürk) entronnen zu sein, oder was ihn ansonsten dazu gebracht hatte, aber gestern Abend rief Jürgen Delitzsch, seines Zeichens Trainer bei der WM den heutigen Tag mit der Doppelrunde zum „Tag der Deutschen“ aus und prognostizierte 17,5 Punkte für die Vormittagsrunde. Ich hoffe nur für seinen Schützling, dass seine Vorbereitungshinweise effektiver sind, denn die Deutschen holten in der 5. Runde 11 Punkte und in der 6. Runde 12 Punkte. Beide Male also weit vom Delitzschen Ziel entfernt.
Wie immer bei einer WM, die Doppelrunde gibt die Richtung vor, in der es in der zweiten Hälfte geht. Wobei Bernd Vökler zu recht darauf hinweist, dass bei seinem WM-Titelgewinn im letzten Jahr nach Halbzeit Arik Braun mit 4,5/6 dastand. Dementsprechend sind Ilja Brener und Sebastian Bogner voll im Trend. Sie hatten beide ihre Null aus der zweiten Runde gut weggesteckt und drei Siege nachgelegt. In der heutigen 6. Runde hatten sie es beide nun mit echten Brocken zu tun. Ilja musste gegen den mexikanischen IM (2495) Manuel Leon Hoyas ran und Sebastian gegen den spanischen IM (2460) Ivan Salgado Lopes. Nach harten, spannenden Kämpfen endeten beide Partien remis. Damit liegen Ilja und Sebastian mit je 4,5 Punkten an der Spitze unseres Feldes und sind in ihren Gruppen noch chancenreich.

 

/images/uploads/9458e018635add2b423d00f8dba44f12.jpg Neuling bei den jüngeren Altersklassen der Mädchen: Sonja Maria Bluhm (U10)

Eine kleine Gruppe steht mit 4 Punkten auch noch gut da. Zu ihnen gehört Judith Fuchs in der U18, Anna Endress in der U16, Hagen Poetsch U16 – weiterhin eine positive Überraschung der WM –, Patrick Zelbel U14, der mit einem halben Punkt aus dieser Doppelrunde rauskam und dadurch etwas zurückgeworfen wurde, Hans Möhn in der U12 – der eine Serie mit drei Siegen nach verhaltenem Start hingelegt hat und zu den positiven Neueinsteigern bei der WM gehört, und letztlich auch noch der Deutsche U10 Meister Dennis Wagner, dem heute Nachmittag/Abend (die zweite Runde begann um 17.00 Uhr) die Kraft fehlte. Nach einer taktisch anspruchsvollen Partie stand er auf Gewinn, um kurz danach eine Figur einfach stehen zu lassen. Diese Null wirft ihn zurück, trotzdem weiß er zu überzeugen.
Fünf Spieler folgen mit 3,5 Punkten, sind damit auch noch im Plus. Darunter Sebastian Kaphle, der seiner Niederlage von gestern heute morgen gleich die zweite folgen ließ und dafür am Nachmittag wieder auf die Gewinnerschiene kam. Filiz Osmanodja spielt ein sehr kraftraubendes Schach und musste heute Vormittag eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Trotzdem legte sie am Nachmittag mit Volldampf wieder los, nur am Ende reichte die Kraft nicht mehr, um die Gewinnwege zu sehen, die logische Folge: die Partie endete remis.
Nur zwei Spieler liegen derzeit mit 2,5 Punkten unter der magischen 50%-Grenze, die von uns immer gesetzt wird als Minimalziel für alle Teilnehmer. Christoph Peil spielt bei seiner ersten WM etwas glücklos, denken wir an seinen Fehlgriff beim Lichtausfall. Heute übersah er in Zeitnot ein Matt, konnte dafür aber den Tag mit einem Sieg beenden. Für Julian Jorczik bahnt sich eine WM an wie die diesjährige EM, bei der er völlig außer Form spielte. Die 2,5 Punkte von Julian in der U16 sind indiskutabel, allerdings wird es bei ihm nur noch um Schadensbegrenzung gehen können und darum, sich mit einem guten Eindruck in der zweiten Hälfte von der WM zu verabschieden.

 

/images/uploads/63d9ee5445f04f8f66b37012cda3e84a.jpgAuf 3 Punkte kommen derzeit die Neulinge Jakob Schumacher (im Bild links ) und Ferdinand Xiong ( im Bild rechts) beide U10 , Elena Winkelmann U16, Daniela Schäfer U12 mit einer heutigen Doppelnull etwas unter die Räder gekommen, die beiden Neulinge bei den jüngeren Altersklassen der Mädchen Sonja Maria Bluhm (U10) und Paula Wiesner (U8), Aleksyi Savchenko U16, Philipp Kyas U12 und Dominik Nöttling U10.

Der Ton und Umgang im Turnierbereich der WM wird übrigens rauer. Auf wundersame Weise erhöhen sich von Tag zu Tag die Besucherzahlen, obgleich ja feste Besucherkarten pro Föderation ausgegeben wurden und die Berechtigungen für den Eintritt in die Turnierräume genau festgelegt sind. Doch der eine kennt den anderen, der wiederum kennt auch einen, dem wichtig ist für seine Funktion, dass ihn welche kennen und ihn gerne haben, denn er will ja seine Position behalten, und so sind plötzlich lauter Leute im Turnierareal, die vor kurzem noch gestikulierend vor der Absperrung standen., Kaufen soll man die Eintrittskarten auch können, so hört und sieht man. Ob es an der erhöhten Personenzahl liegt oder eben daran, dass die Rundenzahl voranschreitet, die Schiedsrichter reagieren verstärkt auf Fehlverhalten von Zuschauern, was dazu führen kann, dass die Besucherkarten eingezogen werden. Dies geht natürlich nicht geräuschlos vonstatten. So kam es heute zweimal fast zu einer Prügelei, aber wie schon erwähnt, das Bewachungspersonal ist recht resolut.
Morgen nun steht eine Turnierpause mit einem freien Tag an, den wir als deutsche Delegation mit einem Ausflug in die Region genießen werden, so hoffen wir auf jeden Fall.

 

Erholung zum Erfolg?

6. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Gestern war der freie Tag und der sollte genutzt werden zur Erholung vom Schach und zum Krafttanken für Schach. Vor allem sollten die Teilnehmer mal auf andere Gedanken kommen und aus dieser 5-Sternescheinwelt rauskommen, wenn auch nur für Stunden. Wie sagte ein Vater gestern: „Sonst denken die Kinder noch, so ist die Türkei.“ Also fuhren wir allesamt (fast, einige müssen sich immer ausklinken) mit einem Reisebus und einem vergnüglichen Reiseführer, der seine Sprachkenntnisse, die lauthals von Paula während der Fahrt korrigiert wurden, in Österreich erworben hatte. Die Fahr ging zuerst Richtung Antalya, um dort eine der vielen in der Umgebung anzutreffenden Wasserfälle zu besuchen.

 

/images/uploads/abde6f05541ff5987f05d41b349a1d47.jpgMit Macht und Druck donnerte das Wasser gewaltig den Berg herunter, gekrönt durch einen schönen Regenbogen der sich in der Wassergischt bildete, denn wir hatten bestes Reisewetter. Und um etwas Türkei pur kennen zu lernen, ging es dann nach einem Mittagessenstopp in das Hinterland, um ein typisches Dorf zu besuchen. Dort war grade rechtzeitig das Freitagsgebet beendet worden, so dass wir die Moschee besuchen und uns erklären lassen konnten. Der Rundgang durch das Dorf führte uns in das arme 19.Jahrhundert und in die Neuzeit mit Fernseher, Waschmaschine etc. Er wurde beendet mit einem Blick in die Dorfschule (Kemal Atatürk an der Wand) und einer Teezeremonie mit Granatapfelhäppchen und einem abschließenden Basarverkauf. Also ihr Lieben zu Hause, jetzt wisst ihr woher eure Geschenke kommen. Und wenn sie nicht gefallen sollten, der Erlös wird für die Dorfschule und die Moschee verwendet!

Ob jedoch auch der zweite Anspruch des freien Tages erfüllt wurde, Kraft zu tanken für neue Taten, bleibt wie immer im Unklaren, manche sagen so, manche sagen anders.

Die siebte Runde wurde mit 14 Punkten abgeschlossen. Also einem leichten Plus und einer Steigerung gegenüber der negativen Doppelrunde. Doch die Sorgenkinder sind uns mehr oder weniger geblieben. Am meisten muss sich der Bundesnachwuchstrainer mit dem Mitglied der Jugendolympiamannschaft Elena Winkelmann beschäftigen, die nach ihrem Fingerfehler in der Eröffnung der vierten Partie nichts mehr gebacken bekommt und heute wieder verlor. Ähnlich durch den Wind – wobei hier nicht der Punkt festzumachen ist, an dem es liegt – ist Julian Jorczik, der bei dieser WM wohl durch sein größtes schachliches Tief waten muss. Nach der heutigen Niederlage hat er mal gerade 2,5 Punkte auf seinem Konto. Immer enger wird es auch für Anja Schulz mit ihren 2,5 Punkten nach erneuter Niederlage, der dritten in Folge, in der U14. Dafür haben sich mit Siegen Felix Graf U14 (endlich mal wieder, prima!) und Christoph Peil wieder auf die 50 Prozentmarke gehoben, letzterer nach einem schönen Bauernopfer.

In der Spitze lagen bis zur siebten Runde bei uns im Team mit ihren 4,5 Punkten Ilja Brener und Sebastian Bogner in der U18 und U16. Beide hatten es wieder, und so wird es auch bleiben, können sie ihr Niveau halten, starke Gegner. Ilja kämpfte mit einem Georgischen IM und konnte remisieren. Sebastian musste gegen einen Urkainischen IM ran, jeweils waren die Elozahlen deutlich höher, und er erkämpfte sich ebenfalls ein Remis. Damit bleiben beide noch im Rennen, müssen aber, um ganz oben mitspielen zu wollen, den einen oder anderen ganzen Punkt noch holen. Zu den 5 Punkten der beiden hat aufgeschlossen Judith Fuchs mit einem schönen Erfolg gegen die Großmeisterin Anya Corke aus Honkong in der U18. Es diesen Dreien gleich tun müssen, hätte Hagen Poetsch, der aus der Eröffnung mit zwei Mehrbauern herauskam und sich dann Stück für Stück in die Defensive drängen ließ, man kann sagen sich betrügen ließ und am Ende froh über den halben Punkt sein musste. Schade mit 5 Punkten wäre er ebenfalls im Spiel um die vorderen Plätze dabei gewesen.

 

/images/uploads/8f09931d37759a209f40b2048640ba96.jpgDas Prunkstück heute war die weibliche U12, alle drei Mädchen Filiz Osmanodja, Hanna Marie Klek und Danilea Schäfer (im Bild vorne un hinten sitzend, in der Mitte: Maria Blum)spielten schöne Partien und fuhren alle Siege ein. Überhaupt, so wie auch Anna Endress U14 spielen diese Mädchen ein erfrischendes Angriffsschach, nichts zu sehen bei ihnen vom so genannten vorsichtig, bedächtigen Mädchenschach.

Anna Endress konnte ihren leichten Vorteil nicht in einen ganzen Punkt ummünzen und musste mit einem Remis zufrieden sein, was sie aber nicht war, denn sie war der Ansicht, einen halben Punkt verspielt zu haben.

Zu den 14 Gesamtpunkten trugen neben den schon genannten folgende Spieler/innen mit Siegen bei: Sonja Maria Blum U10, Sebastian Kaphle U12, und mit halben Punkten Alexander Jussupow U14, Patrick Zelbel U14, Dennis Wagner U10, Dominik Nöttling U10, Jakob Schumacher U10 und Ferndinand Xiong U10.

Wie kraftraueben eine WM ist gegenüber normalen Turnieren und unter welchem Druck, teilweise hausgemachtem, die Spieler stehen, zeigt sich immer wieder durch Aussetzer und Tränenausbrüche. So stellte heute Hans Möhn in einer in der Analyse vorbereiteten Stellung einzügig die Dame ein, gab Dominik Nöttling seine Partie in klarer Gewinnstellung remis, weil er einfach ob der Situation, dass seine Schwarzniederlagenserie kurz davor war gestoppt zu werden, zu nervös war und keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte. Erstaunlich auch die Schwarzschwäche einiger unserer Spieler wie Dominik mit 0,5 aus 4 und bei Sonja Maria Bluhm und Paula Wiesner, die beide null Punkte aus sieben Partien erzielten, obgleich in dieser Altersphase der Eröffnung bei weitem nicht die Bedeutung zukommt wie in den älteren Klassen.
Zum Schluss noch diejenigen von uns, die diesmal dem Gegner gratulieren mussten: Paula Wiesner U8, Aleksyi Savchenko U16, Philipp Kyas U12.

 

/images/uploads/935890856c7a66f39b04d4afb00b6758.jpgAber es gab leider auch Altersgruppen, die überhaupt keinen Punkt einfuhren. Neben der U18 mit Ilja Bogner und Judith Fuchs (im Bild hinter A-Trainer Thomas Michalczak) waren dies auch die Mädchen U16 Ekaterina Jussupow und Elena Winkelmann.
Die U14 männlich war in allen Partien trotz mehrfacher Gewinnversuche mit einem Remis zufrieden beziehungsweise mussten es sein. Remis für Patrick Zelbel, bei dem mal wieder ein ganzer Punkt kommen müsste, um den Anschluss nach oben zu halten, für Alexander Jussupow und Felix Graf. Immer kritischer hingegen wird es in dieser Altersgruppe für Anja Schulz, die heute wieder verlor.
In der U12 w konnte Filiz Osmanodja mit den schwarzen Steinen nichts mit der weißen Eröffnung anfangen und kam früh in eine schlechte Position. Mit ihrer zweiten Niederlage ist der Zug nach oben ebenfalls ins Stocken geraten. Eine dreimalige Zugwiederholung reklamierte Hanna Marie Klek und drei herbei geeilte Schiedsrichter konnten es ihr nicht widerlegen, zum Entsetzen der Gegnerin, die vollkommen baff war und grußlos verschwand. Bei Daniela Schäfer kam ein unmöglicher Zug aufs Brett, da sie nicht sah, dass sie im Schach stand. Doch der erzwungene Zug war auch gut und konnte den Erfolg nicht verhindern.
Bleibt die U10. Den Sieg von Dennis habe ich schon gewürdigt. Ihm gleich tat es Ferdinand Xiong, es ihm gleich tun hätten sollen müssen Jakob Schuhmacher und Dominik Nöttling, doch beide wussten ihre gewonnene Stellung nicht zu gewinnen. Bei Jakob endete das Drama sogar mit einer Niederlage, bei Dominik kam zumindest noch ein Remis heraus. Und auch Christopher Peil musste erneut dem Gegner die Hand reichen, obgleich er lange Zeit gut spielte, doch der dann erfolgten Offensive des Gegners nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
Bleibt noch zu erwähnen die U16, in der Julian Jorczik seine Pechsträhne vorerst mit einem Sieg beenden konnte, wohin gegen sich Aleksyi Savchenko zweizügig matt setzen ließ. Hagen Poetsch hatte heute kaum eine Chance und musste seine zweite Niederlage einstecken und bleibt bei 4,5 Punkten hängen. Insgesamt brachte dieser Tag uns 12,5 Punkte.

 

/images/uploads/44efd4e0fc378d863fb6e0af2dab6350.jpgDa auf zwei Ebenen im Kongressbereich des 5-Sterne Hotels Limra gespielt wird, habe ich einige Mühe alle 26 Partien im Blick zu behalten und alle Spieler im Auge. Ab und an entwischt mir einer, doch dann können meist die Schiedsrichter helfen. Wie unweit schwerer muss es da erst dem türkischen Delegationsleiter fallen, seine Spieler zusammen zu halten. Wohin das Auge schaut, vor allem im U8 und U10/U12 Spielsaal, überall sieht man nur die kleinen Personen umherschwirren mit dem roten Poloshirt und dem Türkiye hintendrauf. Der türkische Verband nutzt die WM im eigenen Land für seine Nachwuchsförderung. Teilweise spielen bis zu 40 Türken in einer Altersgruppe. Dies kann man zwar so und so sehen, es gibt auch Spieler, die entnervt aufschreien“ schon wieder ein Türke“, denn bei der WM will man ja möglichst 11 verschiedenen Nationalitäten gegenüber sitzen, doch es ist schon erstaunlich, was sich in den letzten Jahren durch eine massive staatliche Förderung im Schach in der Türkei getan hat. Was eben jetzt gerade in den unteren Altersklassen besonders auffällt, auch wenn die hinteren Tischreihen fast alle mit roten Türkiyehemden besetzt sind. Hier wächst etwas heran und bald wird es auch die sehr guten türkischen WM-Teilnehmer geben, denn durch die großzügige Förderung des Staates können auch viele Trainer engagiert werden. Wieder mal ein Land auf das wir neidisch schauen können, wenn man die Förderung von Schach betrachtet.

 

Gleichstand

8. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Als nach weit über 100 Zügen und fast sechs Stunden Spielzeit Sebastian Kaphle korrekt und vom Schiedsrichter akzeptiert dreimalige Stellungswiederholung reklamierte, war der Arbeitstag beendet. Die Reklamation erfolgte in einem Endspiel König und Springer (Sebastian) gegen König und Turm (ein Iraner). Dieses Endspiel hatte Sebastian so gerade eben noch erreichen können, nachdem er lange Zeit auf des Messers Schneide stand. Mit diesem Remis hatte auch der letzte von unseren Startern, die mit 5,5 Punkten in die 9. Runde gegangen waren, es nicht geschafft, die 6,5 Punkte zu erreichen. Dennis Wagner verlor in einem Drachen, nachdem er sehr viel Zeit in die richtige Planfassung gesteckt hatte und ihm am Ende diese Zeit fehlte. Anna Endress warf gegen eine Inderin eine total gewonnene Partie mit einem einzigen Zug weg. So kommen wir immer einen halben Punkt mehr von der Spitze weg. Waren vor dieser Runde noch 8,5 Punkte möglich, sind es jetzt „nur noch“ 8. Aber dass diese möglich sind, verdanken wir den Erfolgen von Ilja Brener U18, von Sebastian Bogner U16 und Patrick Zelbel U14, der meine Aufforderung, ein Punkte müsste bei ihm mal wieder her, anscheinend gehört und sogar befolgt hat. Durch die beiden Siege von Ilja und Sebastian geht der vollkommen gleiche Turnierverlauf der beiden Mitglieder der Jugendolympiamannschaft weiter. In jeder Runde mit der gleichen Farbverteilung die gleichen Ergebnisse. Mal sehen, ob einer in den letzten beiden Runden noch aus dem Rahmen fällt.

 

Der Zug ist abgefahren

7. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Egal ob der Bahnstreik weitergeht oder nicht, hier in Kemer bei der WM ist der Zug auf jeden Fall abgefahren. Alle unsere Spieler mit 5 Punkten mussten heute die Hand über das Brett zur Gratulation reichen und bleiben auf ihren 5 Punkten stehen. Damit ist eine Platzierung ganz vorne kaum noch möglich, denn eine Siegesserie von noch 3 in Folge wage ich nicht vorauszusagen.
Dem Bundesnachwuchstrainer war auch kein tröstlich optimistisches Wort zu entlocken, den seine Mitglieder der Jugendolympiamannschaften holten heute 0 aus 4.
Obgleich es natürlich in unserem 26 köpfigen Team auch positive Ergebnisse gab. So konnten Paula Wiesner U8 und Sonja Marie Bluhm U10 ihre schwarze Pechsträhne jeweils mit einem schwarzen Sieg beenden. Dabei war Paula gestern Abend richtig sauer, denn die Auslosung hatte ihren weiß/schwarz Rhythmus unterbrochen und ihr zum zweiten Mal hinter einander Schwarz zugelost. Gegen eine Rumänin musste sie antreten und das Spiel ging eigentlich nie über die Remisbreite hinaus, auch das ungleichfarbige Läuferendspiel war remis. Doch Paula kämpfte, spielte über vier Stunden und die Rumänin machte einen Fehler. Bei Sonja war es eine leichte gute Partie, sie zeigte schnell ihrer Argentinischen Gegnerin die Grenzen auf, deren Figurenopfer war ohne Substanz und das zeigte ihr Sonja.
Erfreulich auch in U10 der erneute Sieg von Dennis Wagner. Er zeigt hier, dass er zurecht souverän Deutscher Meister wurde. Zwar stand er nach der Eröffnung kritisch, doch er mogelte sich durch gute Züge aus der verzwickten Situation heraus und konnte ein Bauernendspiel erreichen, das er dann gewann. Mit 5,5 Punkten ist er gut dabei. Wie auch Anna Endress, die diesmal wieder gewann und damit auch ihre Chancen auf einen vorderen Platz wahrte. Ebenfalls bei 5,5 Punkten steht Sebastian Kaphle in der U12 mit seinem heutigen Sieg. Überhaupt wussten heute, nachdem gestern die Mädchen U12 alle Punkte einfuhren, Jungs U12 zu überzeugen und waren die einzige Altersgruppe, die alle ihre Kämpfe gewinnen konnten: Hans Möhn, Philipp Kyas und eben Sebastian Kaphle. Die 5 Punkte von Hans Möhn können auch überzeugen.

 

/images/uploads/e2e82f86038e92054310933d7e035197.jpgAuf 6 Punkte ist auch Hans Möhn (Bild)durch einen schön heraus gespielten Sieg gekommen, wie auch Sebastian durch das schon beschriebene Remis. Vorweg kann ich an dieser Stelle schon nehmen, dass es leider morgen in der 10. Runde zu der Paarung Möhn – Kaphle kommen wird, womit ein Sechser schon mal nicht auf 8 Punkte kommen kann, oder vielleicht auch beide, je nachdem wie die Partie ausgeht.
In jeder Runde ragt eine Altergruppe aus dem gesamten Team hervor. Diesmal war es die U16 der Jungs, denn alle 5 Starter konnten einen Erfolg nach Hause bringen, also Siege für Julian Jorczik, Aleksyi Savchenko (endlich!), Hagen Poetsch (schon 5,5 Punkte!) und eben Sebastian Bogner. Bei den Mädchen klappte dies nicht, zwar konnte Elena ihren aufgestauten Frust in einen Sieg gegen eine Libanesin umsetzen, doch Ekaterina verlor wie auch ihr Bruder Alexander in der U14.
Gestern konnte ich freudig davon berichten, dass unseren beiden jüngsten Mädchen ihren Schwarzfluch besiegen konnten, heute verloren dafür Paula Wiesner und Sonja Maria Bluhm beide mit den weißen Figuren, womit ihre weiße Siegesserie zerstört ist. Aber das passt zur WM, kaum kommt Freude auf über einen Erfolg, so folgt unmittelbar darauf der Dämpfer.
In der U10 zeigen unsere Jungs Konditionsprobleme, denn die Aufmerksamkeit sinkt, die Kinder kommen in Zeitnot, da sie anfangen in Stellungen zu überlegen, in denen es logische Züge gibt, die dann aber nicht gemacht werden, zudem kommt es zu kleinen Aussetzern. Ferdinand Xiong überlegte heute fast dreißig Minuten an einem Zug, am Ende fehlte ihm gerade diese Zeit und er verlor. Bei Dominik Nöttling und Jakob Schuhmacher führten kleine Fehler oder ungenaue Züge zu Remispartien. Einzig Christoph Peil führte heute seine Partie zum Erfolg.
Bleiben die U12 der Mädchen. Filiz gewann, obgleich man über viele Züge den Eindruck gewinnen konnte, sie wollte gar nicht gewinnen, so umständlich spielte sie und gab ihrer Gegnerin immer wieder Möglichkeiten zu Gegenspiel. Hanna-Marie Klek verlor und Daniela Schäfer spielte remis.
In der U18 hat Judith Fuchs nach ihrer heutigen Niederlagen keine Chance mehr, ganz nach vorne zu kommen, sie kann maximal auf 7 Punkte kommen. Heute warf sie ein gewonnenes Endspiel weg.

 

/images/uploads/e8d2bd5b142e35cef88fbc327e1ce439.jpgIhre Unglücksserien konnte endlich Anja Schulz (Bild) beenden. Vielleicht gibt ihr dieser Punkt ja noch Schwung für die letzten beiden Runde.
Weiter dem Erfolg hinterher läuft in der U14 Felix Graf, der wieder einmal verlor. Eine Niederlage gab es auch für Philipp Kyas in der U12, obgleich er wie vom Trainer immer wieder betont, eine hervorragende Partie spielte, dann aber Gespenster sah und diesen mehr Bedeutung gab als der Wirklichkeit auf dem Brett. Das war eine ärgerliche Niederlage.
Insgesamt ergab das Zusammenaddieren einen Gleichstand von 13 : 13 Punkten und eigentlich lagen auf den Brettern viel mehr Punkte herum, doch leider zählt das ja nicht.

Zwei Runden sind noch zu spielen, die Nervosität im Turniersaal steigt und wird richtig greifbar. Dies führte wahrscheinlich auch zum ersten offiziellen Protest des slowenischen Verbandes, der in der U12 weiblich Einflussnahme von außen reklamierte. Überhaupt herrscht an den Brettern in dem Turniersaal der Kleinen an den Brettern oftmals Verwirrung, was eigentlich nur auf die unlösbaren sprachlichen Probleme zurückzuführen ist. Die Kleinen sprechen nichts als ihre Muttersprache und da ist es für die Schiedsrichter schwer, Hinweise zu geben, auf Fehler aufmerksam zu machen oder bei Protesten Fakten zu eruieren und Probleme richtig zu lösen. Oftmals kommt es zu Reklamationen, sehr häufig wegen berührt – geführt, und die Reklamationen werden alle zurückgewiesen. Mit Gesten versucht der Protestierende zu erklären, was angefallen ist. Der Schiedsrichter versteht es oder auch nicht, dann wird der Gegner angeschaut, der schüttelt den Kopf, entweder weil er nichts versteht oder den Vorwurf bestreitet, und die Uhren werden wieder in Gang gesetzt. In einigen Fällen versuchen die Reklamierenden energischer ihren Protest Gewicht zu verleihen, was dann zu einer Erhöhung der beteiligten Schiedsrichter führt, teilweise bis zu drei, am Ergebnis aber nichts ändert. Ein kleiner Inder in der U10 bekam sogar ein Weinschreianfall, aber auch er konnte mit seiner Reklamation nichts erreichen. Im Turniersaal der Großen, wo die Sprachbarrieren schon sehr viel geringer sind, spielen sich solche Szenen nicht ab, aber kleine Trickser gibt es auch dort. Uwe Bade erzählte von einer Reklamation in der U14 in total verlorener Stellung wegen falscher Bauernumwandlung. Zum Pech des Protestführenden stand Uwe Bade direkt neben der Partie und hatte den Vorfall verfolgt. Ein scharfer Blick und ein energisches Kopfschütteln führte dazu, dass der Protest sich durch Aufgabe des Spielers erledigte. Ansonsten verlaufen die Turniere bisher friedlich, einzig die Einflussname von außen ist ein Thema, ab und an müssen Betreuer, Zuschauer ermahnt oder sogar des Turnierraumes verwiesen werden und teilweise werden sogar spielende Kinder und Jugendliche als Spione für die Trainer am Rande eingesetzt, da die Spieler ja unbehelligter an die einzelnen Bretter kommen.

 

Na es geht doch

9. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Wie ich im letzten Bericht schon sagte, ist die Spannung zum Greifen nahe und die Unruhe im Turnersaal nimmt merklich zu. Wohl aus diesem Grunde und bestimmt auch, da es schon wie erwähnt den ersten offiziellen Protest wegen Einflussnahme von außen gab, hatte der Hauptschiedsrichter beschlossen, in den beiden letzten Runden alle Zuschauer also auch die Cheftrainer und Delegationsleiter nach zwei Stunden aus den Turnierräumen zu verbannen. Für die Nerven der Betreuer ist dies zwar nichts, für die Spieler aber bestimmt die richtige Entscheidung, obgleich einige Spieler auch immer wieder betonten, Schach ganz ohne Zuschauer macht auch keinen Spaß.

 

/images/uploads/7257cf7ee3a19d7348f282b4a65d494c.jpg(im Bild: Cheftrainer Bernd Vökler)

Fünf Spieler gingen in die vorletzte Runde mit 6 Punkten, hatten also noch die theoretische Chance auf 8 Punkte gesamt. Allerdings nicht alle fünf, denn in der U12 kam es ja zur deutsch - deutschen Begegnung Hans Möhn- Sebastian Kaphle. Die Partie sah Hans mit den weißen Figuren in der Eröffnung im Vorteil, zumindest hatte er mehr Raum und mehr vom Spiel. Sebastian konnte die Spannung in der Stellung halten und verkomplizieren, was zur Folge hatte, dass Hans viel Zeit investierte, um Gewinnwege zu finden. Am Ende fehlte ihm die Zeit und er überschritt diese trotz der 30 Sekundenregel. Hätte er schneller gezogen, hätte dies jedoch bestimmt Fehler nach sich gezogen. Vielleicht war auch zu viel Respekt vor dem „stärkeren“ Sebastian mit im Spiel, auf jeden Fall hatte nach diesem internen Duell Sebastian die angepeilten 7 Punkte erreicht. 7 zum Ersten.
Sebastian Bogner U16, der Zimmerkollege vom Namensvetter, musste ebenfalls mit Schwarz ran gegen einen unangenehm spielenden Usbeken, der zwar von der Zahl her etwas schlechter, leistungsmäßig aber ähnlich einzuschätzen war. Sebastian gelang es eine Qualität zu gewinnen, musste sich aber einem starken a-Bauern stellen und so blieb die Partie spannend. Am Ende entschieden die immer wieder aufgestellten Mattdrohungen und die Versuche diese abzuwehren die Partie zugunsten von Sebastian. 7 zum Zweiten.
Die nächste Chance auf einen Siebener hatte Patrick Zebel U14. Hier kam zur Freude des Trainers, zum Leidwesen unserer Trainer konnte dies nicht immer behauptet werden, die Vorbereitung aufs Brett, sogar bis zum 18. Zug, und Schwarz hatte eine gute Stellung erreicht. Zwar waren taktisch spektakulärere Züge möglich, aber Patrick spielte lieber die natürlichen und gewann so sicher seine Partie. 7 zum Dritten.
Auch Ilja Brener ging mit 6 Punkten in die 10. Partie, hatte aber mit einem polnischen IM mit 2440 Elopunkten auch den größten Brocken erwischt. Er ging die Partie forsch an, der Gegner hielt gegen und eigentlich überschritt sie trotz aller Versuche von Ilja nie die Remisbreite. Damit klappte es leider mit dem 7 zum Vierten nicht, Ilja bleibt bei 6,5 Punkten hängen.
Also haben morgen noch drei Spieler die Chance auf 8 Punkte und damit eine Platzierung unter den ersten Zehn ihrer Gruppe. Sollte die Auslosung nicht verrückt spielen, sollten alle drei Kandidaten in dieser Partie Weiß haben. Also Daumen drücken daheim, egal wo man ist und was man tut. Die Partien beginnen um 10.00 Uhr, bei uns zu Hause also um 09.00 Uhr!

Aber auch sonst gaben unsere Mädchen und Jungen noch einmal richtig Gas und erspielten nach der grandiosen Auftaktrunde ihre bisher beste Runde.

Wieder mal fast am längsten spielte Paula Wiesner in der U8 und gewann wieder ein ungleichfarbiges Läuferendspiel. Hut ab vor ihrem Kampfgeist und ihrer Konzentrationsfähigkeit!
Sonja Maria Bluhm erspielte ihr erstes WM-Remis mit Schwarz in der 10. Partie. Auch ihre bisher erzielten 5,5 Punkte sind aller Ehren wert.
In der U12 bei den Mädchen lief es nicht so gut. Filiz Osmanodja verlor für ihre Verhältnisse relativ schnell und wieder verlor sie in der Eröffnung, in der sie nicht zurecht kam, zu viel Zeit auf der Suche nach den absolut besten Zügen. Daniela Schäfer musste ihre Partie ebenfalls verloren geben, dafür beschummelte Hanna Marie Klek ihre Gegnerin erfolgreich und gewann. Bei den Jungs konnte Philipp Kyas seinen 5. Punkt holen.
In der U14 gelang Felix Graf mal wieder ein Erfolg, den er wie folgt beschrieb: „Der Gegner griff an, ich sammelte am anderen Flügel das Material ein und als der Angriff abgewehrt war, setzte sich das gewonnene Material durch.“ Klingt einfach.

 

/images/uploads/2c13b378af1d17c9a8e0d837b84e0107.jpgAlexander Jussupow (Bild)spielte remis.
Anja Schulz ließ ihrem Erfolg aus Runde 9 gleich einen weiteren folgen, so dass auch ihr Ergebnis sich der 50 Prozentmarke nähert. Anna Endress ließ sich durch den Stonewall-Aufbau ihrer Gegnerin außer Fassung bringen, war nach der Partie noch ganz entsetzt darüber, erreichte aber trotzdem noch ein Remis.
In der U16 gab es den zweiten Sieg hintereinander für Elena Winkelmann, und Ekaterina Jussupow bezwang ihre Kontrahentin.
Bei den Jungs musste sich Hagen Poetsch den Angriffen eines jungen Russen geschlagen geben, hingegen punktete wieder Julian Jorczik und Aleksyi Savchenko spielte remis.
Judith Fuchs U18 konnte heute wieder gewinnen und hat sich damit die Chance erhalten ,am Ende auf 7 Punkte zu kommen.
Bleibt noch die U10. Der Stärkste im fünfköpfigen Aufgebot Dennis Wagner wollte heute lieber nichts anbrennen lassen und war mit einem Remis statt totalem Risiko zufrieden. Damit hat er vor der letzten Runde 6 Punkte. Seine gute Stellung konnte diesmal auch Dominik Nöttling in einen vollen Punkt ummünzen, womit er in den letzten drei Runden so seine Probleme hatte. Also vielleicht ist seine Stärke rechtzeitig zurückgekommen. Jakob Schuhmacher konnte seine kleine Durststrecke von vier Partien ohne ganzen Punkt überwinden und mal wieder gewinnen. Christoph Peil spielte remis und Ferdinand Xiong musste heute wieder die Waffen strecken, er übersah einen Mattangriff, den er nur durch Abgabe der Dame verhindern konnte.
Insgesamt kam unser Team heute auf 17,5 Punkte und ist heiß auf morgen auf die Abschlussrunde. Also wie gesagt Daumen drücken.

 

/images/uploads/46e04171b19cd114d6ceab4645bb56ae.jpgdie Auslosung hängt aus.............

 

Einer kam durch oder Abschlusschaos

10. Bericht von der WM von Jörg Schulz

Noch ganz ergriffen von der Siegerehrung der größten Weltmeisterschaft aller Zeiten sitze ich am Laptop an meinem Abschlussbericht... Wenn es man so wäre. Doch leider ging die Siegerehrung in einem totalen Chaos unter. Wer die WM-Berichte von Anbeginn an gelesen hat, wird sich an die erste Runde erinnern, die in einer Jahrmarktatmosphäre stattfand. Das bekam man schnell in den Griff. Doch das Finale setzte bei der ersten Runde wieder an. Dichtes Gedränge vor den Eingangstüren. Dann Schlussverkaufswettrennen um die besten Plätze für die Siegerehrung.

 

/images/uploads/3c2b3dda9d513e34251b3f12d12f5fbc.jpgEin Unterfangen, dass sinnlos war. Denn der Saal bot maximal positiv gerechnet Sitzplätze für 800 Personen. Nun spielten aber schon über 1.400 Teilnehmer die WM, hinzu kamen mindestens 1.000 Begleiterpersonen. Also drängte es immer weiter in den Saal hinein, obgleich nirgendwo mehr ein Sitzplatz war. Was tun? In allen Gängen stehen bleiben und die besten Plätze direkt an der höchstens ein Meter hohen Bühne sichern. Dort stand man schnell in Fünferreihen, was den Ehrengästen wunderbare Blicke auf weltweit gereiste Hinterteile bot, nur keinen Blick auf die Bühne. Dort begann ein Mann zu sprechen. Doch man verstand nichts, denn die Mikrofon- und Lautsprecheranlage war nicht auf diesen Saal eingestimmt. Dementsprechend trat im Saal auch keine Ruhe ein, ein Sprachen- und Stimmengewirr wie auf dem Basar. Als nächstes kam der Türkische Schachpräsident ans Mikrofan. Er sprach von vielen Förderationen und ähnlichem, nichts genaues verstand man.

 

/images/uploads/96be65304ba962bfe8c7676f9a2a35af.jpgDann der erste Höhepunkt, der FIDE-Ehrenpräsident Campomanes (im Bild) kam auf die Bühne und ergriff wahrscheinlich das Wort. Er hatte zumindest das Mikrofon in der Hand, stand hinter dem Rednerpult, auf dem sein Zettel lag. Leider hielt er das Mikrofon weit ab vom Mund und sprach leise. Von seiner Rede war so gut wie nichts zu verstehen. Dafür war sie lang, sehr lang, mit vielen Pausen, gedanklichen oder rhetorischen, man weiß es nicht. Der Lautstärkepegel nahm stetig zu, einige Male versuchte man ihn von der Bühnen zu klatschen, doch nahm er es wahrscheinlich als Zustimmung auf und sprach weiter. Danach wurde eine erste Ehrung durchgeführt, wobei ich noch keinen getroffen habe, der weiß, wer warum dort geehrt wurde. Es hielt sich sogar zahlreich das Gerücht, dass der Moderator nur Türkisch sprach, was aber nicht stimmte, er sprach in Türkisch und danach in Englisch, das sich jedoch kaum vom Türkischen unterschied. Die erste Erholungsphase kam jetzt mit einer folkloristischen Einlage, wobei die ersten Gruppen dabei waren die Siegerehrung entnervt zu verlassen. Der Tanzeinlage folgten nun die Meisterehrungen. Die ersten Sechs jeder Gruppe kamen auf die Bühne, alle erhielten Medaille, Pokal und ein Geschenk, der Weltmeister sogar einen Laptop, das war top! Zum Glück wussten wahrscheinlich die Preisträger schon vorher, wer welchen Platz belegte, denn tatsächlich kamen nach einiger Zeit immer sechs Sieger auf die Bühne. Zusätzlich wurden am Rand der Bühnen die Fahnen gehisst und die Nationalhymne des Siegers gespielt. Leider bekamen die Geehrten aber kaum Applaus, denn das Ganze Geschehen lief an den Zuschauern vorbei. Einzig die einzelnen Delegationen bekamen gerade noch mit, wer gerade von ihnen auf die Bühne geholt wurde und applaudierten. Eine Feierlichkeit oder gar Hinwendung zu den Geehrten kam nicht auf beziehungsweise zustande. Schade für die, die auf der Bühne standen und den Applaus genießen wollten. Noch mal Folklore und dann die Ehrungen der U18 und eine Nationenwertung, bei der sich die Delegationsleiter auf dem Siegertreppchen feiern lassen durften. Und zwar in der Reihenfolge Russland, Georgien und China. Als diese Ehrung dann vollzogen war, verließen dann auch die letzten 100 bis 200 verbliebenen Personen, mehr hatten es bis dahin nicht mehr ausgehalten, fluchtartig den Saal, obgleich der Moderator auf der Bühne eifrig weiter ins Mikrofon sprach. Ein vollkommen missglückter Versuch eines würdigen Abschlusses einer ansonsten befriedigenden WM.

Zum Glück wusste ich aus unserer letzten Runde, dass keiner von uns auf die Bühne musste, durfte, so dass ich ganz entspannt dem Chaos zuschauen konnte. Dass wir das wussten, verdankten wir aber auch nur der Technik Handy, denn ohne die Anrufe nach Hause oder von zu Hause zu uns würden wir immer noch rätseln, wer welchen Platz erreicht hat, denn diese Information schafft der Veranstalter nicht vom Hotel Limra bis in unser Hotel Alinda zu bringen, und das Internet, aber das hatten wir ja schon in früheren Berichten behandelt.

 

/images/uploads/b73c769d8a36b428261f4f81c754bb8b.jpgMit Sebastian Bogner U16, Patrick Zelbel U14 und Sebastian Kaphle (Bild) hatten ja in der letzten WM-Runde noch drei Spieler die Chance auf 8 Punkte zu kommen und damit unter die ersten 10.
Die Partie von Sebastian Bogner an Brett vier war eigentlich eine Übertragungspartie für das Internet aber auch in der alles entscheidenden Schlussrunde bleiben sich die Türken treu und brachten stattdessen eine Partie von Brett 18 mit Türkenbeteiligung. Der Sponsoren wegen, so heißt es entschuldigend. Schade, denn Sebastian schaffte das Erhoffte. Er schlug seinen israelischen Gegner mit einer Zahl von 2420 nach wechselhaftem Partieverlauf. Die Eröffnung gelang Sebastian nicht so gut, so das lange Zeit die Remisbreite nicht überschritten wurde. Doch einige ungenaue Züge des Gegners brachten Sebastian ins Spiel und auf die Siegerstraße. Am Ende reichte es für Platz 7, knapp an der Bühne vorbei.
In den ersten zwei Zuschauerstunden waren sich eigentlich alle Beobachter sicher, dass Patrick Zelbel die meisten Chancen hatte, auf 8 Punkte zu kommen. Die vorbereitete Eröffnung mit angestrebter Variante kam aufs Brett. Patrick stand aktiv und gut. Doch trotz Bauerngewinn kam Zug für Zug der Gegner zum Gegenspiel und es entbrannte ein langer Kampf, der dann im Turmendspiel mit Remis endete. Platz 15 mit 7,5 Punkten für ihn.
Bei Sebastian Kaphle U12 jedoch sah es sehr frühzeitig nach einem Remis aus. Wie in der Vorbereitung besprochen, wurde schnell in ein Endspiel abgewickelt, das vorteilhaft für Sebastian gewesen sein sollte. War es vielleicht auch, doch Sebastian schaffte es nicht, es über ein Remis hinaus zu bringen. Auch er blieb bei 7,5 Punkten und Platz 15.
Der nächste Spieler, der in diese Regionen vordringen konnte, war Ilja Brener in der U18. Er hatte vor der 11. Runde 6,5 Punkte aufzuweisen und ging mit dem Prinzip alles oder nichts in die Partie. Er bekam alles und mit 7,5 Punkten den 12. Platz.
Im Mädchenbereich hatte in der U14 Anna Endresse mit ihren 6 Punkten wie auch Judith Fuchs U18 ihren Chance, mit 7 Punkten noch vorne mitzumischen. Anna stand schnell gut und spielte eine gute sichere Gewinnpartie.7 Punkte und Platz 18 ihr Lohn. Bei Judith reichte es nicht zum Erfolg, sie blieb mit einem Remis bei 6,5 Punkten hängen, Platz 19.
Das waren dann auch alle Platzierungen unter den ersten 10 beziehungsweise 20 der Tabelle. Ab jetzt beginnen die Plätze von 30 aufwärts, bei den Feldern von jeweils weit über 100 Spielern, allemal noch gute Platzierungen.
Überhaupt war die Schlussrunde auch wieder eine gute Runde für die Deutschen. 15,5 Punkte kamen zusammen. Hier die Zusammenfassung:

 

/images/uploads/063bf7c3e75bf6eee79e32899a1d73a0.jpg Die männliche U 10 beim Schach im Hotelzimmer

U8 Paula Wiesner gewinnt, U10 Sonja Maria Bluhm gewinnt, Dennes Wagner remis, Dominik Nöttling ein schneller, sicherer Erfolg, Christoph Peil gewinnt und Jakob Schuhmacher sowie Ferdinand Xiong verlieren.
In der U12 erwischt es Hans Möhn, hingegen spielt Philip Kyas remis. Filiz Osmanodja gewinnt schnell und sicher, Hanna Marie Klek versucht alles, aber mehr als Remis ist nicht drin, Daniela Schäfer verliert.
Anja Schulz U14 schafft zum Abschluss ein Remis, Felix Graf gewinnt und Alexander Jussupow verliert.
Aleksyi Savchenko U16 gewinnt souverän, so hätte man es sich von ihm öfter gewünscht, Julian Jorczik und Hagen Poetsch müssen mit Remis zufrieden sein. Elena Winkelmann verliert noch einmal und muss diese WM ganz schnell abhaken und vergessen, Ekaterina Jussupow schließt mit einem Sieg ab.
Insgesamt ergab dies folgende Punkteverteilung: 1 x 8;3 x 7,5; 1 x 7; 7 x 6,5; 6 x6 Punkte und damit liegen 18 Starter von 26 über 50 Prozent der möglichen Punkte. 3 haben genau 50 Prozent erreicht und nur 5 Spieler liegen mit 4 x 5 und 1 x 4,5 Punkten darunter. Also ein Gesamtergebnis, mit dem man zufrieden sein kann, auch wenn der ganz große Wurf ausblieb und einige Mädchen und Jungen deutlich unter den realistischen Erwartungen blieben, andere hingegen mehr unter den Erwartungen, die von außen kamen und geprägt waren durch Unkenntnis der internationalen Spielstärkenentwicklung. Es geht rasant vorwärts mit dem internationalen Jugendschach, einzig Afrika muss nicht gefürchtet werden, aber zum Beispiel Lateinamerika holt auch immer mehr auf.

Zwischenzeitlich war etwas Katerstimmung im Team aufgekommen, aber am Ende auf der deutschen internen Siegerehrung, auf der die Spieler mit den Top-Ergebnissen sich alle ihre Preise abholen durften, zeigte sich die Teamleitung zufrieden. Vor allem mit der Einstellung im gesamten Team, bei den Eltern angefangen, die unterstützten und halfen, aber nicht behinderten, bis über die Trainer und die Spieler, die alle Kampfgeist und gute Moral zeigten, Keine Salonremisen, faires Verhalten am und neben dem Brett.

Vietnam wir kommen, möchte man ausrufen, doch schwanken derzeit noch die Meinungen in Spieler- und Elternkreisen. Die nächste WM, sie wurde vor Ort kräftig beworben, findet vom 19.-31.10.2008 in Vung Tau, ein wunderbare Badeort im Süden von Vietnam, statt.

 

U20 Weltmeisterschaft der Junioren und Juniorinnen

Bericht von B. Vökler

Ab 03. Oktober wird in der armenischen Hauptstadt gespielt, die Anreise muss jedoch früher erfolgen. Über Wien oder Moskau, spät in der Nacht oder mit drei mal umsteigen; der Trip ist nicht die reine Freude für die Teilnehmer.
Die deutschen Farben vertreten Großmeister Georg Meier (Werder Bremen) und WFM Sarah Hoolt (SF Katernberg). Beide sind Mitglied der Jugendolympiamannschaft (JOM).
Zu den Zielstellungen lässt sich keine definitive Aussage machen, da die Teilnehmerfelder noch nicht bekannt sind. Immerhin handelt es sich um eine sehr traditionsreiche Schachveranstaltung, bei der mehrere spätere Weltmeister (u.a. Anatoli Karpow und Garri Kasparow) bereits ihre Visitenkarten abgaben. Vielleicht findet ja die Weltranglisten-Nummer 1 , Teimur Radjabov (Baku, AZE), den Weg ins Nachbarland. Auch so dürfte mit Daniel Stellwagen (NL) oder Evgeny Tomashevsky (RUS) starke Konkurrenz für Georg bereit stehen. Der Jahrgang 1987 ist ein sehr starker...
Insgesamt kann man auf eine Top-Ten Platzierung hoffen.
Bei der Studentin Sarah Hoolt ist es noch schwieriger, Fakten zu liefern. Nach dem Abitur und der neuen "Freiheit" muss man erstmal abwarten! Hier könnten die Bedingungen und das Essen auch eine Rolle spielen. Erfahrung hat sie genug; denn 2005 war sie mit Elisabeth Pähtz (damals Weltmeisterin) bereits im Feld der Weltmeisterschaft U20 in Istanbul und erreichte 50%.
Betreuer der Deutschen und gleichzeitig des einzigen österreichischen Starters, Markus Ragger, ist GM Zoltan Ribli aus Budapest.


Mehr dazu unter http://www.armchess.am/WJGCC07/wjgcc.html

 

U20 WM - Abschlußbericht

Abschlußbereicht von B. Vökler
Bei der Junioren Weltmeisterschaft in Jerewan kämpften beide deutsche Starter , Sarah Hoolt und Georg Meier, lange in der Spitzengruppe mit. Georg spielte das Turnier mit dem besten Gegnerschnitt aller Teilnehmer. Leider musste er dieser Anspannung Tribut zollen und verlor die letzte Runde. Platz 5 .
Sarah erspielte eine Norm zum internationalen Meister der Frauen (WIM). Die mögliche Großmeisternorm vergab sie in Runde 9. Trotzdem ein ordentliches Turnier mit etwas ELO-Gewinn.

http://chess-results.com/Tnr8230.aspx?tnr=8230&art=1&lan=0&flag=30&datatyp=2&mm=-1&m=-1

 

JEM in Sibenik/Kroatien

/images/uploads/55cd1b75e6067b665d98e3de59708864.jpgGruppenbild [ (c)Bernd Vökler]
von links vorn:
Janina Remy, Julia Bochis, Nicole Manusina, Rasmus Svane, Oliver Zier
Zweite Reihe von links:
Melanie Ohme, Stephan Kaphle, Felix Graf, Felix Hampel, Matthias Bluebaum, Andrea Srokowski, Manuela Mader (halb verdeckt),
hinten von links:
Niclas Huschenbeth, Davit Lobzhanidze, Falko Bindrich, Atila Figura, Jaroslav Srokowski , Florian Dinger, Michael Prusikin , Benjamin Tereick, Julian Jorczik, Frederik Beck

Es fehlen Johanna Bluebaum und Filiz Osmanodja , sowie Mietek Bakalarz

Trainer sind fett markiert

 

Bericht von B. Vökler

Zur diesjährigen JEM nach Sibenik/Kroatien entsendet der Deutsche Schachbund wieder eine große und leistungsstarke Delegation.
Aus der Jugendolympiamannschaft sind GM Falko Bindrich ( Zittau ), WFM Melanie Ohme ( Leipzig )und WFM Manuela Mader ( Ettlingen ) in der U18 dabei. Die beiden jungen Damen spielen die Europameisterschaft quasi als Vorbereitung auf die Mannschaftseuropameisterschaft der Frauen im Oktober in Griechenland. Sie wurden für die Nationalmannschaft nominiert.
Falko Bindrich ist zur Zeit an Position zwei gesetzt und sollte Medaillenchancen wahrnehmen.
In den anderen Altersgruppen sind mehrere Deutsche Jugendmeister und andere aussichtsreiche Kandidaten dabei. Die Liste geht von Atila Figura ( Berlin ), Benjamin Tereick ( Mühlheim ) , über Niclas Huschenbeth ( Hamburg ) bis zu Felix Graf und Filiz Osmanodja ( beide Dresden ).
Meist etablieren sich im Turnier auch immer wieder neue Namen, so dass ich schon im Vorfeld darauf hinweise, nicht Jede oder Jeden explizit erwähnt zu haben.
Der Trainerstab ist mit den Landestrainern aus Bayern,Michael Prusikin, Sachsen, Davit Lobzhanidze, Baden Württemberg , Yaroslav Srokowski, sowie Mietek Bakalarz und Bundesnachwuchstrainer , Bernd Vökler, erstklassig besetzt.

Die homepage der EM ist http://www.euroyouth2007.com/

alle Info`s gibt es auch unter
http://www.chess-results.com/

 

Bericht 1 Sibenik EM

von B. Vökler

Was wäre die alljährliche Berichterstattung ohne eine Panne! Wir kommen gut gelaunt zum Treffpunkt am Flughafen Stuttgart, da wartet bereits die Panne!

 

/images/uploads/6639127eecf6ad5d83508e8ef98a8405.jpgMutter Manusina hat einen ukrainischen Pass und die deutsche Meisterin, Nicole U10 w (im Bild ganz rechts neben Familie Bluebaum) , steht bei ihr mit drin. Ukrainer möchte die Fluggesellschaft, keine Namen!; jedoch nicht mitnehmen, entgegen der Auskunft des zuständigen Reisebüros.
Gott sei dank ist im Handy- und Faxzeitalter, der Anruf via Berlin, Sibenik, Split, Stuttgart innerhalb von Minuten getätigt und es kommt das grüne Licht. Sie dürfen mit!
Pünktlich um 16.30 Uhr checken wir im Hotelkomplex „Solaris“ an der kroatischen Adriaküste ein. Die Hotelzimmer sind etwas klein. Für zwei Trainer mit Vorbereitungsaufgaben sogar deutlich zu klein! Durch den unerwarteten Andrang nach Sibenik ( allein Russland entsendet 95 Spieler!!! ) sind die Organisatoren mit der Planung wohl etwas von der Realität überholt worden. Wir mussten! sogar drei Doppelzimmer in zwei Dreibettzimmer verwandeln, ohne dies bestellt zu haben...
Spielsaal und Essenssaal sind deutlich unterdimensioniert. Schachspielen, wie die Heringe und lange Schlangen an der Essensausgabe sind die Folge. Wenn man dann was hat und einen Platz findet, kann man mit ordentlich Vitaminen und reichlich speisen. Viele Eltern beklagen jedoch das fehlende „Frei“-Getränk während der Mahlzeiten und während der Runden. Das kann für Einzelne, noch dazu bei dem schönen spätsommerlichen Wetter, zu Flüssigkeitsdefiziten führen. Wir als Deutsche können gegensteuern, aber eine kleine Cola für 4.- € Hotelpreis liegt für viele Länder außerhalb des Denkbaren. Zum Supermarkt muss man erst mal kommen, oder aber wie ich mit Vater Graf und dessen Auto fahren!
Ansonsten sind Auftakt und Meeting professionell und schnell abgelaufen. Das Orgateam ist gut eingespielt. Rundenbeginn war superpünktlich und das Zuschauerproblem wurde rigoros gelöst. Nach 10 Minuten müssen alle raus und nach einer halben Stunde dürfen nur die Delegationsleiter hinein - Alles gut! 25 Spitzenbretter werden übertragen, man muss abwarten, ob das klappt.
Zum schachlichen Verlauf melde ich mich später noch mal, wenn die Konturen in den einzelnen Altersklassen klarer hervortreten.

 

Bericht 2 Sibenik EM

von B. Vökler

Nach drei von neun Runden sind die deutschen Spitzenplatzierungen arg reduziert worden. In vielen Altersklassen erwischten die Deutschen einen guten Start und mit zweimal 14,5 Punkten von 21 möglichen konnte man sehr zufrieden sein.

In Runde 3 kam der Tiefschlag! Viele Spitzenleute verloren und nur Nicole Manusina (U10 w) und Melanie Ohme (U18 w) gehören weiterhin zur Spitzengruppe. Unter meinen Kollegen und bei mir trat eine gewisse Ratlosigkeit zutage. Erfahrene Spieler, wie Falko Bindrich, Niclas Huschenbeth oder auch Felix Graf zeigten Nerven. (im Bild unten)

 

/images/uploads/bbb10f6e03180253a83d16a89dec0129.jpgDie Bedingungen sind besser geworden. Während der Essenszeiten verteilen sich die Leute jetzt viel besser und über den Gesamtzeitraum im Speisesaal. Im Spielsaal gibt es freie Getränke für die Spieler und durch die rigorose Zuschauerregelung (alle raus nach 10 Minuten) haben die Spieler genug Luft zum Atmen.

Daran kann es also nicht liegen!

Positiv bleibt die gute Stimmung in der deutschen Delegation und der Fakt, dass alle bereits Punkte gesammelt haben, zu vermelden.

Mehr dazu unter: http://www.chess-results.com/

 

Bericht 3 Sibenik EM

von B. Vökler
Als charakteristisch für das durchwachsene deutsche Abschneiden der Deutschen bei dieser EM darf folgende Partie gelten:
(1250) Grigoryan,Avetik (2489) - Beck,Frederik (2292) [A43]

17th EU-ch U18 Boys Sibenik CRO (5.9), 18.09.2007
1.d4 Sf6 2.Sf3 c5 3.d5 b5 4.Lg5 Se4 5.Lh4 Lb7 6.Dd3 f5 7.Sc3 c4 8.Dd4 Sa6 9.Sxe4 fxe4 10.Dxe4 Sb4 11.Td1 Da5 12.c3 Sxd5 13.Txd5 Dxa2 14.De5 Lxd5 15.Dxd5 Db1+ 16.Kd2 Dxb2+ 17.Ke3 Dxc3+


 

/images/uploads/3f049ce04c7b1ec5837d44b509277ef9.jpg[so spielten die alten Meister]

18.Kf4 Td8 19.Dxb5 g6 20.e4 Lh6+ 21.Kg4 Tc8 22.Dd5 e6

 

/images/uploads/635d8481577e5aed99bf08c0e814c6c5.jpg[Freddi beschäftigt seinen armenischen Kontrahenten.]

23.Dd6 g5 24.Se5 Td8 25.Lg3 Lf8 26.Dc7 h5+ 27.Kxg5 Le7+ 28.Kg6

[eine malerische Stellung ; oder nicht?!]

 

Bericht 4 Sibenik EM

v. B. Vökler

Heute beleuchte ich das Abschneiden der Deutschen etwas genauer und detaillierter.
In der U18 verlor Falko Bindrich zwei Partien und das ist bei neun Runden und dem ausgeglichenen Feld einfach zuviel. Einfache Überseher, sowie mangelnde Chancenverwertung sind ihm vorzuwerfen.

 

/images/uploads/056fee4efe5697bdcf9f8dcb29533c3f.jpgCan-Bindrich
Schwarz am Zug verpasst 1....Sxd4 ! 2. Dxd4 Te1+ gewinnt

Die anderen deutschen Starter, Atila Figura, Benjamin Tereick , Frederik Beck und Florian Dinger spielen einfallsreich aber glücklos. Am besten steht noch der „Kreuzberger Junge“ mit 4,5 aus 7 da.
In der U18 w spielen sowohl Melanie Ohme, als auch Manuela Mader weit unter dem Niveau von Pardubice oder Schwarzach, wo sie dicht an den jeweiligen Normen zum internationalen Frauenmeister (WIM) vorbeischrammten. Hier will ihnen einfach nichts gelingen.
In der U16 kämpfen Niclas Huschenbeth und Julian Jorczik verbissen um Anschluss an die Spitzengruppe. Leider unterlaufen Beiden immer wieder kleinere und größere Ungenauigkeiten.

 

/images/uploads/55a787212957000918d65372f323a86b.jpg Piorun- Huschenbeth
Niclas kann mittels 1....Td8!! ein festes Mattnetz knüpfen. Es droht sowohl 2....Txd5 als auch 2...Lxd5 tödlich
Nach 1....Lf5? 2. Th1 ! muss Schwarz plötzlich gegen die Niederlage ankämpfen.
Janina Remy als Deutsche Meisterin U16 w gestartet, findet überhaupt nicht zu ihrer Form.
Mir stocken schon die Finger beim Tippen, aber auch aus der U14 gibt es keine besseren Nachrichten. Stephan Kaphle, Felix Graf, Johanna Bluebaum und Julia Bochis spielen allesamt unter Niveau.
Das gleiche Bild bietet sich in der U12. Weder Filiz Osmanodja, Oliver Zier oder Felix Hampel setzen irgendwelche Akzente.
In der U10 kann man von einem Hoffnungsschimmer sprechen. Nicole Manusina und Andrea Srokowski ( beide Jg 1998 ) sammeln eifrig Punkte und proben für 2008 den Ansturm auf die Medaillenränge.
Rasmus Svane (mit zwischenzeitlich drei Siegen en suite) und Matthias Bluebaum ist der nervliche Druck ihrer ersten internationalen Bewährungsprobe förmlich anzumerken. Die einströmenden Eindrücke und Erlebnisse, die tägliche Vorbereitung und die vielen anderen Spieler sorgen für eine aufgeregte Stimmung, die sie nur schwer verarbeiten können.
Für die letzten zwei Runden ist Schadensbegrenzung befohlen. Ein versöhnlicher Schlussspurt mit dem Doppelpunkt stände vielen gut zu Gesicht!

 

Abschlußbereicht Sibenik EM

von B. Vökler
Meinem durchwachsenen Bericht nach Runde 7 füge ich den Abschlussbericht an.
Bester Deutscher auf Platz 10 wurde Niclas Huschenbeth in der U16. Damit stabilisierte er seinen Aufwärtstrend, welcher in der Bundesliga beim Vizemeister Hamburg begonnen hatte. Seiner Weißbilanz (4aus 4) stehen 2 aus 5 mit Schwarz gegenüber.
Positiv auch das Abschneiden von Nicole Manusina in der U10 w und Rasmus Svane U10. Beide überzeugten mit konzentriertem und engagierten Herangehen und großer Spielfreude.
Im normalen Bereich bewegen sich auch die Bundesligaspieler Benjamin Tereick (Mühlheim) und Atila Figura (Kreuzberg) sowie Johanna Bluebaum (Lemgo ).
Einigen als Favoriten gestarteten Deutschen gelang der große Wurf nicht. Über die Ursachen versuchten sich meine Kollegen Davit Lobzhaidze, Yaroslav Srokowski, Michael Prusikin und Mietek Bakalarz und ich in einer abschließenden Kurzberatung zu verständigen. Als wichtige Arbeitsfelder wurden Umgang mit Drucksituationen, Einzüger und das Verhalten nach Niederlagen ausgemacht.
Für die WM werde ich einen Taktik-, Motiv-, und Berechnungstest für die Teilnehmer vorbereiten und als Hausaufgabe verschicken.
Die Meisterschaft endete harmonisch und problemlos, obwohl der Ruhetag nach Runde 8 etwas ungewöhlich war. Yom Kippur am 22.09.2007, ein hoher israelischer Feiertag, ist die Ursache für die ungewöhnliche Terminplanung gewesen. Die deutsche Delegation besuchte den Nationalpark und die Wasserfälle von Krk.
Rückflug und Rückreise hat hoffentlich bei allen geklappt.
Bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen für ihre Einsatzbereitschaft und bei Hartmut Jorczik für seine organisatorische Unterstützung.
Bedanken möchte ich mich auch bei den Ausrichtern für eine insgesamt gelungene Europameisterschaft.
Den Medaillenspiegel beherrschen Russland mit 95 Startern und fast ebensovielen Trainern, sowie Polen das mit 40 Startern und 21 Trainern auch nicht schlecht besetzt war.

 

Ergebnisse der IDJM

/images/uploads/80f78937e863b3eedfa581c435baf91a.jpg

 

Mitropa Cup in Szeged vom 08. bis 17. Mai 2007 (1)

/images/uploads/7518b0cf885ad5283ba68108ab50ac35.jpgvon B. Vökler
Zum 26. igsten mal wird der Mitropa-Cup ausgetragen. (Bild: Der Bahnhof von Szeged)
10 Länder aus Mitteleuropa streiten um den Titel. Bei den Männern gilt Ungarn als Favorit. Sie treten mit 3 Großmeistern an. Brett vier ist mit dem stärksten Nachwuchsmann, Victor Erdos, besetzt.

 

/images/uploads/f07017ba32c32a502ffaae862d44369b.jpgUnser JOM –Team mit GM Alexander Naumann etwas aufgepeppt, hat eine Medaillenchance.
Jungprofi Naumann will sich für höhere Aufgaben empfehlen. Der Bundestrainer Uwe Bönsch wird die Meisterschaft mit Blick auf 2008 sicher aufmerksam verfolgen.
Am zweiten Brett haben wir mit Georg Meier(Bild) einen gleichwertigen Spieler aufgeboten. Georg, der zuletzt in Dresden sehr erfolgreich gespielt hatte, versucht für die Juli-ELO-Liste weitere Punkte zu sammeln.
Neu im Aufgebot ist Martin Krämer aus Erfurt. Martin spielte eine erfolgreiche Bundesligasaison für die SF Berlin und befindet sich in Schlagweite für unsere Jugendolympiamannschaft. Sein erster Nationalmannschaftseinsatz wird mit großer Spannung erwartet.
Fast schon „alte Hasen„ spielen dahinter. Ilja Brener und Sebastian Bogner waren 2006 mitverantwortlich für unser gutes Resultat. Hoffentlich haben sie die leichte Flaute des Frühjahrs überwunden und können wieder voll angreifen. Das Potential dazu haben sie allemal.

 

/images/uploads/e1a8959754f5bef1010753eacd4582e2.jpgBei den Mädels wird es etwas schwieriger. Im Vorjahr holten wir immerhin Silber! Diese Medaille zu verteidigen fällt aus zwei Gründen sehr schwer.
Zum einen musste ich die Mannschaft kurzfristig umstricken, da Melanie Ohme in die Frauennationalmannschaft zur WM nominiert wurde. Und zum anderen treten die Gastgeber, ein traditionell starkes Frauenschachland, mit 4 Mannschaften an. Da einige Mitgliedsländer nur Männerteams entsandten, füllt Ungarn auf.
Wir spielen mit Sarah Hoolt an eins. Sarah war zuletzt auf ihr Abitur konzentriert und kommt deshalb voll aus dem Schulstress nach Szeged.
Elena Winkelmann(Bild) an zwei tritt mit der Empfehlung eines guten England-Wochenendes an. Sie erlöste 2,5 aus 3 und sicherte den Aufstieg für ihr Team in der 4NCL.
Beide streben weitere WIM-Normen an und wenn es gut läuft eine weitere Medaille.

 

/images/uploads/e6619142a8b695c71caa09b5eb8afe4b.jpgDie Eröffnungsfeier im „Novotel“ von Szeged stand ganz im Zeichen des Schachlandes Ungarn. Dr. Jozsef Kozma (Bild)verwies auf die großen Traditionen ungarischer Schachmeister. Insbesondere Maroczy und Leko sind mit Szeged eng verbunden.
Hoteldirektor Mihaly Szabo versicherte den Teilnehmern die vollste Unterstützung durch ihn und seine Mitarbeiter.
Der Präsident der ungarischen Schachförderation, Dr. Peter Kunos, wünschte Allen viel Erfolg und eröffnete pünktlich das Turnier.

 

Mitropa Cup - 2. Bericht

/images/uploads/60fc96014e46d4c610c2d41262acd759.jpgIn Runde 1 erhielten die Deutschen Männer (Bild) mit Slowakei die nominell schwächste Mannschaft.
Coach der Slowaken ist die Legende GM Jan Plachetka. Allerdings musste auch er beim ereignislosen 3:1 unbeteiligt zuschauen. Wir gewannen unsere Weißpartien ( Alexander und Martin ) souverän. Nach dem schnellen Remis von Georg hätte Ilja in Zeitnot das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können. Er wickelte jedoch falsch ab und konnte seinen Mehrbauern nicht verwerten.
Etwas überraschend kam für mich die Niederlage der Ungarn ( gegen Kroatien ) und der Kantersieg der Italiener ( 4:0 ) gegen die Schweiz.
Bei den Mädels musste Elena der langen Anreise Tribut zollen und verlor chancenlos. Sarah hatte ihre routinierte Gegnerin Anna Rudolf ( siehe Cappelle la Grande und Dresden ) sicher im Griff. Jedoch wurde Sarah mit sich abzeichnender Zeitnot immer nervöser und verdarb ihre Gewinnstellung zum Remis und später zum Verlust.
0:2 ist nicht gerade der Traumstart in diese schwere Woche, hoffentlich rappeln sie sich wieder heraus.

Die Unterbringung im „Novotel“ ist erstklassig, die Partieversorgung perfekt, während die normalen Mahlzeiten doch nicht jedermanns Geschmack sind. Die Ungarn bemühen sich um Perfektion und es wird sich schon noch einspielen.

Für die zweite Runde warten interessante und schlagbare Gegner. Die Männer bekommen es mit Frankreich zu tun. Deren bester Mann, GM Marc Degraeve, pausiert und so gehen wir als Favorit ins Rennen.
Die Mädchen haben gegen Ungarn III nominell gute Chancen auf ein Unentschieden.


Tabellen und live-Partien finden sich unter www.chess.hu im Netz.
Letzte Meldung: Deutschland- Frankreich 1,5 zu 2,5 ( drei Remis, Sebastian verliert)
Weiblich: Deutschland Ungarn III 1:1 ( Elena gewinnt )

 

Mitropa Cup (3)

In Runde 3 erreichen wir ein 2:2 gegen Slowenien. Georg pausiert und lässt Martin an Brett 2 gegen Sakelsek spielen. Diesen manovriert der junge Erfurter ganz leicht aus und gewinnt zum zweiten mal.
Nach Remisen von Alexander und einer vermeidbaren Niederlage von Sebastian ist es an Ilja, die Entscheidung herbeizuführen. Nach einer komplizierten Zeitnotphase sind beide mit einem Dauerschach einverstanden.
Die Mädchen gewinnen zum ersten Mal und zwar gegen Kroatien. Elena gewinnt und Sarah hat folgende kuriose Position remis gehalten:

 

/images/uploads/4906597eec6656d56e01eed99c16ee9f.jpg













Schwarz nimmt keineswegs den Springer sondern wartet ab, Resultat ist remis! 1. Ke6 Kc6!!

Runde 4 schaffen wir vier Remis gegen die kroatischen Herren. Dabei gerät ausgerechnet Georg Meier in seinem geliebten Rubinstein – System an den Rand der Niederlage. Martin verpasst eine gute Siegchance.
Sarah Hoolt droht zur tragischen Figur der Meisterschaft zu werden. Gegen Tschechien übersieht sie ein gegnerisches Turmopfer und wird matt. Elena spielt remis.

Das eigentlich Interessante spielt sich , wie immer, neben den Brettern ab.
Die Gastgeber stehen immer noch ohne Einzelsieg da und da nimmt folgende Episode nicht Wunder:
Roland Lötscher ( Schweiz ) hat Victor Erdos (Ungarn ) überspielt und steht in Zeitnot kurz vor dem großen Wurf. Mit einem schwarzen Bauern auf c2 und am Zug befindlich , stellt ihm der schweizer Coach, Beat Zueger, eine schwarze Dame hin. Das kann man auch als Zug vorsagen werten!
Prompt kommt c1 D und Schwarz gewinnt. Dies nehmen die Ungarn zum Anlass, eine Strafe für Beat Zueger zu fordern. Im abendlichen Captains-Meeting sind wir uns schnell einig, die ausgesprochene Verwarnung nicht zu verschärfen. Was hätten wir auch entscheiden sollen?
Saalverweis? Sperre als Spieler? Alle waren mehr als ratlos. Vielleicht kann das Forum auf www.Schachbund.de Ratschläge geben?

Heute ist die Hälfte geschafft und die Italiener treffen auf den härtesten Prüfstein. Sie spielen den Zweitplatzierten Frankreich. Die Führung der Azzuri resultiert aus dem Fakt, dass sie faktisch die komplette A-Nationalmannschaft an den Start gebracht haben.
Wir treffen auf Tschechien – also zwei Schmeckerchen, nicht nur im Fußball!

 

/images/uploads/95e51aa2d0f63539d52ce39520afb6a9.jpgNaumann-Godena; die Koordination der schwarzen Figuren ist fürchterlich. Später 1:0

Am dritten Brett wäre Martin Krämer fast gestrauchelt. Er reklamierte nach 50 Zügen keine Figur geschlagen und zeigte sich überrascht, dass auch Bauernzüge diese Regel außer Kraft setzten. Die Jungs sind alle noch keine fertigen Spieler!
Die Franzosen ziehen in Führung.

Die Mädchen erreichen wieder keinen Sieg. Sarah verliert und Elena schafft geradeso Remis.

Heute müssen wir unser Konto gegen den Letzten der Tabelle, die Schweiz, auffüllen. Ein 3:1 wäre nicht schlecht. Die Mädchen sollten gegen Österreich mal wieder voll punkten.
Der Mitropa-Cup geht in die heiße Phase, mal sehen wer im Schlussspurt die besten Nerven hat.

 

Mitropa Cup (4)

Runde 5 war für die Jungs erfolgreich. 3: 1 gegen Tschechien lautete der Endstand. Dabei hätte Georg Meier den Score noch anheben können. In Zeitnot übersah er die Gewinnfortsetzung gegen Pavel Simacek. Den Mädchen passierte die zweite Doppelschlappe. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung.

Die Spitzenpaarung ging unverdient an die Franzosen. Roberto Mongranzini überzog etwas das Risiko im Gewinnstreben und Jean Pierre Le Roux nahm das Geschenk gerne an.
Vermutlich schon eine Vorentscheidung...

In Runde 6 kamen wir zu einem 2:2 gegen Italien. Dem Gewinn von Alexander Naumann gegen Großmeister Godena stand bei zwei Remisen eine Niederlage von Ilja Brener an Brett 4 gegenüber.

 

Mitropa Cup (5)

/images/uploads/98efae0bcb90393905b9b1e5c18c1fbf.jpgFrankreich ( Männer ) und Ungarn ( Frauen ) gewinnen den Mitropa-Cup

von B. Vökler
Runde 7 und 8 lief etwas unterdurchschnittlich. Alexander fand am Brett nicht die durchschlagende Fortsetzung Dxa3 + und lief in einen Konter gegen Florian Jenni.
Sebastian (Runde7) und Ilja ( Runde 8 ) lieferten die einzigen Siege.

In der Schlussrunde müssen sowohl die Mädchen als auch die Jungen dem enormen Druck der Gastgeber standhalten.

Der Trend, populäre Sportler ins Schachleben zu integrieren, setzt sich auch hier fort.
Die 21 fache Weltmeisterin und Olympiasiegerin Katalin Kovacs eröffnete die Schlussrunde.
Kurz nach dem Mitropa-Cup startet im Kanu-Center an der Theiss der Weltcup. Die sympathische Ungarin hat quasi Heimvorteil.
Diesen wünscht sie auch ihren Schachkollegen. Alexander, Georg und Co werden etwas dagegen haben.
Verdienter Sieger der Männer wurde: Frankreich vor Italien und Deutschland mit Bronze.
Das 2:2 sichern Georg ( 1) und Alexander, Sebbi ( je 0,5 ).
Sebastian Bogner wird bester Ersatzspieler und erhält einen Ehrenpokal.

Im Frauenturnier führte der Zweikampf zwischen Ungarn und Slowenien zum Gastgebersieg.

Deutschland wurde trotz eines schönen Abschlusssieges von Elena gegen Lili Toth nur Neunter.

 

23. Open in Capelle la Grande (1)

/images/uploads/baef9915bf7c5f4d2828d21187a73e08.jpgvon Bernd Vökler

eine kleine aber feine deutsche Delegation besucht das 23. Open in Capelle la Grande. Die schachbegeisterten Nordfranzosen bringen auch in diesem Jahr wieder über 600 Spieler, davon fast 100 Großmeister an die Bretter.
Zum Auftakt bezwang JOM Spieler Sebastian Bogner Tomaz Waramkowski. Der junge Pole mit 2485 ELO musste sich mit dem sogenannten Isolani auseinandersetzen. Sebbi stürmte mit f4-f5 nach vorn und sprengte den schwarzen Verteidigungswall. So kann es weitergehen. Auch Sportsoldat Maximilian Meinhardt hatte mit Remis gegen einen bekannten Großmeister einen guten Einstand. Um den Turniersieg versucht sicherlich Nationalspieler Leonid Kritz mitzuspielen. Alle Ergebnisse sind unter www.capelle-chess.com zu finden.

 

Die Zeiten ändern sich, nur Cappelle la Grande nicht! (2)

Seit meinem letzten Besuch sind 10 Jahre vergangen. In Erinnerung blieben mir Dutzende rotweintrinkende und weißbrotessende Großmeister von jenseits der Oder!
Dieselben; oder wieder Neue?; bevölkern auch 2007 wieder den Turniersaal. Die nordfranzösische Region um Dünkirchen und Calais hat vor 23. Jahren den friedensstiftenden Charakter des Schachs erkannt und mit Unterstützung der örtlichen Politik immer wieder osteuropäische Titelträger zu Hunderten eingeladen.
Das Turnier ist sehr gut organisiert, das Setzsystem extrem normenfreundlich und die Teilnehmer bärenstark! Grund genug für mich, JOM-Spieler Sebastian Bogner zu greifen und Frankreich mal wieder einen Besuch abzustatten.
Der Auftakt verlief vielversprechend: Sebbi gewann gleich zweimal. Ganz nett Runde 2

 

/images/uploads/7b5d8aaf8c1c67c6843854841cdaac50.jpgBogner,S – Oleksienko, M.1.e5! fxe5 2. Ke6 Kd8 3. f6 Ta4 4. Td7+ 1-0

 

/images/uploads/c232a0e436d28f2d117f8f169fcc2d5c.jpgSo muss man sich die französischen Hotels vorstellen. Der dezente Charme von Plastik garniert mit Frühstück aus der Frischhaltefolie. Aber es ist ok!
Danach kam leider der Knick! Zweimal Schwarz und zweimal der verflixte Zug 3. Lb5+ gegen Sizilianisch. Beide Großmeister der „alten russischen“ Schule hungern den „jungen Mann“ nach Strich und Faden aus! Schade.
Den Bock schießt der Berichterstatter in Runde 4 ab: Sehen Sie selbst:

 

/images/uploads/3622c7eb216aa6b7b38f74cbbae0eb2c.jpgVoekler,B-Maleki sollte für Weiß machbar sein! Aber nicht nach 1. f4??? Droht Matt und Turmverlust! Leider erzwingt diese starke Drohung 1...Te8!, welches mein Gegner mit 20 Sekunden auf der Uhr umgehend ausführt! Remis!
Sehr gut liegt der in Hamburg lebende, Ex-Erfurter, Exil-Armenier, Suren Petrosian im Rennen. Mit 4 aus 5 gegen stärkste Gegnerschaft kämpft er um seine erste Großmeisternorm. Als Begründung für den Leistungssprung führt er ins Feld, dass seine ehemaligen Nationalmannschaftkollegen aus Armenien ihn inspirieren und anstacheln!
„Wer rasiert – verliert“ Deshalb der Zweitagebart! Nein die wahre Begründung für sein Erscheinungsbild und das Zuspätkommen erklärt er mit dem Abschleppen seines Autos aus dem Parkverbot. Trotzdem ein sicheres Remis in Runde 5 gegen Kevin Spraggett aus Kanada.
PS: Der morgige Bericht enthält auch Bilder des „schwachen Geschlechts“, von dem böse Zungen behaupten: sie wären der wahre Grund für die Anwesenheit der vielen Großmeister!

 

Cappelle la Grande (3)

Die Ergebnisse der Spieler und natürlich auch von JOM-Spieler Sebastian Bogner gibt es unter www.cappelle-chess.com

 

Abschlussbericht vom Open in Cappelle la Grande

In der ersten Märzsonne fand das große Open in Nordfrankreich zum 23.igsten mal in Cappele la Grande statt.
Ausgemachtes Ziel der deutschen Mini-Delegation war die Erfüllung verschiedener Normen bzw. die Steigerung der ELO-Zahl. Für JOM-Spieler Sebastian Bogner ging es auch darum, eine seiner Stärke entsprechende Leistung abzuliefern, um sich im Wettbewerb um die begehrten Plätze zu behaupten.
Nach zwei starken Auftaktpartien kam ein kleiner Knacks. Als er sich gerade wieder aufgerappelt zu haben schien, kam in Runde 8 und 9 der Rückschlag. Großmeister Gennadi Gutman klammerte ein Remis mit Weiß ab und Jean Pierre le Roux schaffte es sogar eine komplett verlorene Stellung noch zu gewinnen. Damit stehen „nur“ 5 Punkte und die Erkenntnis, dass noch viel zu tun ist, zu Buche.
Noch schlechter , wenn man das sagen kann, erging es Sportsoldat Maximilian Meinhardt. Die mögliche IM-Norm vor Augen ging bei ihm alles schief. In Runde 8 ging er nach doppeltem Figurenopfer gegen Großmeister Georgy Timoshenko grandios unter. In Runde 9 verpasste er nach wechselvollem Verlauf folgende Möglichkeit als Weißer: Meinhardt-Iwasaki (Japan)

 

/images/uploads/3290ab82d732d1aaa44f25a708afc370.jpg











1. b6 Txb6 2. Txg5 liefert ein schönes Pattfinale, leider nicht passiert…

Da auch Nationalspieler Leonid Kritz die letzte Runde verlor, kein guter Abschluss eines gut organisierten Turniers.
Als positives Highlight bleibt die Einladung der französischen Organisatoren für 2008 für alle titeltragenden JOM-SpielerInnen. Insofern hoffe ich, nächstes Jahr mit drei Großmeistern und einigen IM, bzw. Frauen-IM der Schar der über 100 osteuropäischen Titelträger Paroli bieten zu können.
Sieger wurde Wang Yue, mit 2644 einer der chinesischen Hoffnungsträger für die Olympiade Dresden 2008.

 

Jugend-Weltmeisterschaft in Batumi (1)

von Bundesnachwuchstrainer B. Vökler
Um die diesjährige Jugend-Weltmeisterschaft gab es im Vorfeld einige Verwirrung. Ursprünglich war Indien geplant. Danach sollte Russland in die Bresche springen und zuletzt bekam Georgien den Zuschlag. Das Land befindet sich nach dem Regierungswechsel vor 2 Jahren auf einem prowestlichen Kurs und strebt die Mitgliedschaft in der NATO an. Eine Konstellation, die dem großen Nachbarn Russland gar nicht gefällt. So läßt sich die Eskalation in den Beziehungen beider Staaten erklären.
Für die WM natürlich keine guten Vorzeichen. Das Turnier beginnt aber trotzdem am 18. Oktober und wir nehmen mit 15 SpielerInnen teil.

Batumi am schwarzen Meer galt in den achtziger Jahren als beliebtes Urlaubsziel. Wieviel diese Stadt davon erhalten hat und wieviel "Neues" dazugekommen ist, bleibt abzuwarten.
Zur schachlichen Vorschau. Bei verschiedenen dieser Meisterschaften der letzten Jahre sind wir mit Medaillenhoffnungen angereist und meist mit leeren Händen wieder nach Hause gefahren. Viele fünfte Plätze waren abgesehen von WM Elisabeth Pähtz und Vize David Baramidze, die magere Ausbeute.

Diesmal wird alles anders! -Hoffentlich-

Arik Braun in seinem letzten Jugendjahr will es wissen. Als SetzlistenNr. 2 und ohne die starken Russen ( die komplett abgesagt haben, siehe oben ) wird das erste Brett der Jugendolympiamannschaft angreifen und eine Medaille holen! Physisch robust, mental in ausgezeichneter Verfassung muss er diesmal "nur" ohne Niederlage durchkommen.
Stefan Frübing ist ein weiterer Starter in der U18. Bei den Mädchen startet die deutsche Meisterin Sarah Hoolt in der U18w. Die Erinnerung an den Mitropa-Cup vor einem Monat sollten ihr helfen, einen TopTen Platz als realistisch erscheinen zu lassen. Hier werden jedoch zahlreiche Georgierinnen etwas dagegen haben.

Die angedachte Reduzierung der Zulassung auf drei Starter pro Land ist auf dem langen Weg durch die Instanzen der FIDE.

 

/images/uploads/182a6a4dc21acfecc4694135231676f2.jpgDie U16 wird vom Deutschen Meister Julian Jorczik (Bild) besetzt. Obwohl erst 14 Jahre alt, traut sich Julian nach einem gutem Sommer einen noch besseren Herbst zu.

 

/images/uploads/515edee5bcaf7fbd02cf64557bdb7b71.jpgDie 3 Mädchen in der U16w sind Melanie Ohme( JOM ), Judith Fuchs (DM )(rechts im Foto, neben Sarah Hoolt) und Ekaterina Jussupow(JOM ). Allen ist eine Platzierung im vorderen Mittelfeld zuzutrauen, insbesondere Melanie wird mehr wollen.

In der U14 startet Niclas Huschenbeth aus Hamburg. Gerade in diesem Altersbereich sind nach Höhenflügen kleinere Krisen völlig normal. Vielleicht kommt jetzt wieder ein Höhenflug?
Ebenfalls Hamburg vertritt uns bei den Mädchen. Milana Smolkina (DM) tritt dort an.

 

/images/uploads/48e5e137eadbe28b8c962853b85c7da3.jpgIn der U12 kommt mein Geheimtipp. Na so geheim ist er jetzt natürlich nicht mehr! Der Deutsche Meister aus Karlsruhe, Joshua Hager betritt die internationale Bühne. Als Schützling von Clemens Werner besitzt er eine ausgezeichnete Kondition, verfügt über ein "solides" Selbstbewusstsein und über überdurchschnittlich gutes Stellungsgefühl und Positionsverständnis. In den richtigen Stellungen kann er Jeden schlagen!
U12 w spielt ebenfalls die DM Hanna Marie Klek. Das sympathische Mädchen aus Erlangen muss in erster Linie kraftsparend spielen. Die elf Runden werden ganz schön hart.

In der U10 spielen drei Jungen; Vladislav Galkin , Xiangliang Xu und Dominik Nöttling. Dominik hat sich über die Performance Regel qualifiziert. Nach der Deutschen Meisterschaft muss man in (mindestens) zwei Turnieren eine für seine Altersklasse feststehende Performance erfüllen. Als Neunjähriger sind das 1400 Performance. Dominik ist dieses "Kunststück" gleich fünfmal gelungen . Zuletzt in Nürnberg spielte er eine 1800 Performance.
Einiges an Erwartung verbinde ich mit dem Start von Filiz Osmanodja in der U10 w.
Sie war deutsche Meisterin U10 bei den Jungen und Mädchen! Selbst ihre große Vorkämpferin Elisabeth Pähtz wurde damals in Pinneberg nur Silbermedaillengewinnerin bei den Jungen. Vor vier Wochen erreichte sie mit Platz 5 das beste Resultat bei der EM in Herceg Novi. Filiz besucht das Sportgymnasium in Dresden und trainiert dadurch mindestens 8 Stunden pro Woche am Vormittag, dem günstigsten Zeitraum für körperliche und geistige Höchstleistungen. Ein Top-Ten-Platz ist hier das Ziel.

Nach Batumi begleiten mich die beiden Trainerkollegen GM Thomas Pähtz, Trainer des Jahres 2004 und A-Trainer Thomas Michalczak, der bereits in Herceg Novi mit Manuela Maders Platz 5 seine Visitenkarte abgegeben hat.

 

Jugend-Weltmeisterschaft in Batumi (2): Die ersten Tage

/images/uploads/5035e7080847171f5f5ab9af965bb7dc.jpg
















Gruppenbild der deutschen Delegation vor dem Denkmal von Elias , dem georgischen National-Schriftsteller

von B. Vökler
Mit 27 Personen machte sich die deutsche Delegation auf den Weg zur Jugend-WM nach Batumi/ Georgien.
Via Istanbul/Trabszon kamen wir um 20.00 Uhr im Norden der Türkei an und fuhren mit Reisebussen nach Georgien. Unterwegs hätten wir Niklas Huschenbeth fast zweimal verloren, einmal hatte er das falsche Ticket in Berlin abgegeben und in Trabszon kam sei Koffer so spät, dass der Bus schon losfahren wollte.
Durch eine Polizeieskorte geschützt verlief die Fahrt bis zur Grenze relativ zügig. Dann begann die Quälerei. Die Türken wollten unbedingt in jeden Pass einen Stempel drücken, bei zwei Bussen 100 Leuten und zwei Beamten ein mühsames Unterfangen. Leider stieg auch noch der Computer aus, so dass jedes einzelne Dokument anhand der Nummer geprüft werden musste.
Nach einer Stunde waren wir durch, fuhren 20 Meter und mussten die gleiche Prozedur, nur ohne Computer auf georgischer Seite über uns ergehen lassen. Die gute alte Sowjetzeit lässt grüßen. Jeder Uniformierte ist ein Halbgott und jeder Uniformierte mit Stempel ist Gott!
Um drei Uhr in der Früh waren wir beim check-in und bekamen unser Hotel genannt. Leider kannte der türkische Busfahrer den Weg nicht so gut und wir lagen dann schlussendlich um Fünf Uhr im Bett. Zum Glück wurde die Runde von 11.00 Uhr auf 16.00 Uhr verlegt. Nur der Delegationsleiter (ich ) musste nach 3 Stunden Schlaf zur Besprechung in die Stadt fahren.
Hauptschiedsrichterin Nana Alexandria war sichtlich bemüht, keine schlechte Stimmung aufkommen zu lassen. Hauptkritikpunkt der Teilnehmer war die ungewöhnliche Anfangszeit 11.00 Uhr. Die Begründung war genauso einfach, wie grotesk! Die erstmals ausgetragene U8 WM lasse keine andere Anfangszeit zu. 15.00 Uhr wäre für die Kleinen zu lang. Dadurch mussten 400 teilweise erfahrene Kämpfer auf 120 kleine Kinder Rücksicht nehmen. Nadja Jussupow machte mich dann auf selig am Brett schlafende U8 Kinder aufmerksam. Tatsächlich waren einige bereits nach drei von 11 Runden an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Insgesamt kann man den Georgiern ihre Bemühtheit nicht absprechen, in der Gesamtheit liegt diese WM jedoch im unteren Drittel vergangener Meisterschaften. Zum Glück scheint meist die Sonne und unsere Teilnehmer sind bislang von Krankheit verschont.
Internetzugang, Informationsfluss, Bustransport, Auslosungsverteilung sind nur einige ungelöste Problemfelder dieser Meisterschaft. Die Verpflegung gehört zum Glück nicht dazu! Das Essen im Bistro beim Spiellokal und im Hotel bietet den meisten genügend Vitamine und geschmackliche Abwechslung.

 

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Zur deutschen Delegation: Nach drei gespielten Runden liegen wir mit 4 Spielern im Vorderfeld. Niclas Huschenbeth (Bild) findet sich auf dem Brett besser zurecht und hat 100%. Mit 2,5 Punkten liegen Judith Fuchs, Joshua Hager und Filiz Osmanodja in Lauerstellung. Im Prinzip wird erst die Doppelrunde 5 und 6 am Montag ersten Aufschluss über die Erwartungen geben.

 

Jugend-Weltmeisterschaft in Batumi (3): die Killerviren

/images/uploads/e1f9b6c41f7ca9a8a3b0ef3aad35d6dc.jpgBericht 2 von B. Vökler
In der Nacht ging es los! Der befürchtete Angriff der georgischen „Killerviren" setzt ein. Julian Jorczik und Katja Jussupow (im Bild) sind die ersten Opfer. Schüttelfrost, Fieber und Brechreiz sind die unausweichlichen Folgen. Der herbeigerufene Arzt diagnostiziert einen vorübergehenden Anfall und tatsächlich gewinnen beide in der fünften Runde. Dafür verliert Judith Fuchs die Vormittagsrunde mit den gleichen Symptomen. Hoffentlich erholt sie sich etwas in der Mittagspause. Ich habe extra ein Taxi gechartert, denn der Transferbus wartet natürlich auf alle Teilnehmer, fährt dafür aber auch nicht eher.
In der fünften Runde, welche vormittags am Doppelrundenspieltag stattfindet, kommt Niklas Huschenbeth an Brett 1 mit Schwarz zu einem Remis. Sein Gegner hat ihn abgeklammert.

 

/images/uploads/b22cfd4c8e432641fc061ccf3c5820f7.jpgEbenfalls Remis spielt Filiz Osmanodja (Bild)nach einer wechselvollen Kampfpartie. Ihre Zeitprobleme verhindern ( noch ) bessere Resultate.
Wieder zurück meldet sich Arik Braun. Ein sauberer Schwarzsieg beschert ihm 3 aus 3 als Zwischenspurt und mit 4 Punkten liegt er punktgleich auf Platz 2.
Joshua Hager rangiert mit 3,5 Punkten knapp hinter der Spitzengruppe. Kräftemäßig ist er gut beisammen und nach dem Ruhetag morgen wird er weiter dranbleiben wollen.
Gestern konnte die Deutsche Nationalmannschaft eine österreichisch/polnische Auswahl im Fußball bezwingen. Morgen wird es vermutlich ein Revanchematch geben.
Ein paar Worte noch zum Austragungsort Batumi. In der ehemaligen Sowjetunion mag es ein bekannter Kurort gewesen sein...Viel ist davon nicht übrig. Kaputte Straßen und Häuser, Bauruinen wohin man schaut, beschäftigungslose Männer an jeder Straßenecke. Ökonomisch scheint Georgien am Boden zu sein. Einzig sichtbarer Industriezweig in Batumi ist der Hafen als Durchgangsstation für Erdöl vom Kaspischen Meer aus Aserbaidschan. Allerdings vermute ich die Nutznießer dieser Geschäfte eher in den USA oder Moskau, jedoch kaum in Georgien. Für die WM bedeutet dies: die Regierung bürgt für die Ausrichtung, dementsprechend sind Versorgung und Spielbedingungen auf einem für georgische Verhältnisse fantastischen Level, für unseren Geschmack lässt Vieles zu wünschen übrig. Die Armut der Einheimischen führt zu solchen Auswüchsen, dass sich nichtschachspielende georgische Kinder „unters Volk mischen" und klauen! Rudi Bräuning von der deutschen Delegation erwischte es zum Glück nur am Geld, die Jacke mit Pass und Führerschein fand er zufällig wieder.
Ich möchte keineswegs alles schlecht reden, die Ausrichter geben sich Mühe, aber sie können keine Internetanschlüsse verlegen, sie können die Hotels nicht renovieren und für das Wohlbefinden mitteleuropäischer Kinder können sie auch nicht garantieren. Wenigstens das Wetter spielt einigermaßen mit und bei klarer Sicht haben die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus, welche in der Ferne thronen, einen beruhigenden Einfluss. Sie haben bestimmt schon Schlimmeres „gesehen" - Ich übrigens auch!

 

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Am freien Tag besichtigen wir die alte vorchristliche Festungsanlage in Süden von Batumi. Griechen, Römer, Byzantiner, Osmanen, Russen und Georgier nutzten die meterhohen Mauern in strategisch wertvoller Position in der wechselvollen Geschichte. Arik Braun umrundete die ca. 160 m lange und genauso breite Anlage auf dem 6 Meter hohen Wehrgang in neuer Rekordzeit – vermutlich. Zum Glück unverletzt.
Im Sea-Side Park ließen wir bei wunderschönem Sommerwetter ein wenig die Seele baumeln und ein Gruppenbild vor dem Denkmal von Elias , dem georgischen National-Schriftsteller rundete diesen Teil des Tages ab. Am Nachmittag blieb neben der Vorbereitung auf die morgige Doppelrunde sogar noch Zeit für Baden im Schwarzen Meer! Leider totaler Steinstrand. Die Stimmung ist gut, den Kranken geht es besser, jetzt fängt die WM an!

 

Jugend-Weltmeisterschaft in Batumi (4) :die Ergebnisse

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Jugend-Weltmeisterschaft in Batumi (5): Arik Braun ist Weltmeister!

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Der frischgebackenen Weltmeister(zwischen seinen Trainern Ulrich Haag (links) und Bernd Vökler.
Seine Partien lassen sich unter www.monroi.com



Abschlussbericht von Bernd Vökler

Man könnte über die Schlussrunden, die Siegerehrung und die Rückreise ein Buch schreiben, aber dafür bin ich jetzt zu müde.
Deswegen nur in Schlagzeilen:

achte Runde : Filiz übernimmt die Führung in der U10 w
Thomas Pähtz verliert seine Kamera ( deswegen keine Bilder )
neunte Runde Arik Braun übernimmt die Führung, Filiz verspielt eine Superchance
zehnte Runde Niclas Huschenbeth opfert die Dame und gewinnt
elfte Runde Arik gewinnt, wird WM und erfüllt Großmeisternorm ( seine zweite )
Niclas zeigt Nerven und stellt Partie, Medaille und sogar den Titel, der möglich war, ein!

 

/images/uploads/e908f719f78ae86f7ca7c79484021bc8.jpgFiliz zeigt Nerven und stellt Partie, Medaille und sogar Silber, was möglich war, ein!
(hier bei der Siegerehrung als 5. U10)

 

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Melanie (im Bild rechts neben Judith Fuchs) zeigt Nerven und stellt Partie und zum Glück „nur“ den vierten Platz ein!
So nah waren wir tatsächlich noch nie dran!

Dank an Thomas Pähtz, Thomas Michalczak, Ulrich Haag und Nadja Jussupow!
Siegerehrung ziemlich chaotisch: zwar pünktlich!, aber ohne Akustik, Mikro war nicht zu hören und nur Frauen beim Verlesen der Namen und Länder, kein Podest, nichts zu sehen usw.
Wundervolle georgische Tänze zum Abschluss, danach Feuerwerk- sehr schön
Siegesfeier bis früh um drei Uhr gemeinsam mit der österreichischen Delegation!
03.00 Uhr pünktlich! Bus nach Trabszon
Arik Braun vergisst Pass im Bus!
Verfolgungsjagd mit Taxi nach leerem Bus am frühen Sonntag Morgen mit Warnblink Tempo 130 über die roten Ampeln von Trabszon ; aber Bus verschwunden, Pass weg!
Dank an Osman Osmanodja für seine Kommunikation mit dem Taxifahrer. Türkischer Taxifahrer ruft bei Tempo 130 die Polizei an ( mit meinem Handy ) und erklärt die Lage – ein Traum!
Jetzt gibt es zwei Weltmeister; Arik Braun und der, der seinen Pass gefunden hat!
Flughafenkontrolle trotzdem gemeistert
Alle in Istanbul gelandet
Dank an alle Eltern und Mitreisenden für ihren Einsatz und die Harmonie innerhalb der deutschen Delegation.
Gratulation an alle Spieler für ihre Resultate.
Berliner Teil gut in Berlin gelandet

 

Die weiblichen JOM in Polen

Der "Rückkampf" des Sechs-Länderturnieres der KSA Hockenheim 2005 mit Russland als Sieger, verlor durch diverse Absagen etwas an Fülle. So stehen sich diesmal nur drei Mannschaften gegenüber. In der ersten Runde bezwang Polen I Polen II hauchdünn mit 3,5 zu 2,5. Der Länderkampf findet im schachbekannten Koszalin statt.
Die Chancen unserer Mädchen aus der Jugendolympiamannschaft Manuela Mader und Katja Jussupow, sowie der Kaderspielerinnen Judith Fuchs, Evgenija Shmirina, Janina Remy , Milana Smolkina und Maria Fuchs liegen in ihrer Ausgeglichenheit. Nadja Jussupow begleitet die Mannschaft als Trainerin.

Unter http://www.trojmecz2006.glt.pl/ finden sich weitere Infos zum Länderkampf der Mädchen gegen Polen.

 

Mitropa Cup 2006

am 06.09. 2006 bricht die deutsche Jugendolympiamannschaft als deutsche Nationalmannschaft zum "Mitropa-Cup" 2006 auf. Bei den "Männern" spielen Arik Braun, Georg Meier, Ilja Brener und Sebastian Bogner. Sie messen sich mit Mannschaften aus Mitteleuropa. Als Favorit gilt Gastgeber Tschechien, jedoch haben auch Kroatien, Ungarn und sogar Deutschland Medaillenchancen. Im neunrundigen Turnier kämpfen die 10 Teams um den Cup. Arik Braun wird am ersten Brett stärksten Widerstand zu brechen haben, um die mögliche Großmeisternorm zu schaffen. Nach dem zuletzt überragenden Auftritt in Budapest fällt Goerg Meier die Favoritenrolle am zweiten Brett zu! Da die abschließenden Aufstellungen noch nicht veröffentlicht sind, bestehen auch hier theoretische Normchancen. Brett 3 und 4 spielen die "jungen Wilden" Ilja und Sebastian; allerdings stellen sowohl Slowenien und auch Ungarn dort genauso "junge" und genauso "wilde" auf! Meine "sehr" optimistische Prognose lautet Platz drei für die Jungens!
Die Mädels haben härter zu knabbern. Gerade im östlichen Mitteleuropa ( Tschechien, Slowakei, usw. ) sind die Frauen besonders stark ( im Schach! ). Melanie Ohme und Sarah Hoolt greifen trotzdem an und nach den letzten Leistungen ist der Bundresnachwuchstrainer B. Vökler vorsichtig optimistisch. Trainer wird hier Roman Vidonyak sein. Hoffentlich klappt es hier noch mit der zehnten Mannschaft, damit theoretische Normenmöglichkeiten nicht von vornherein ausgeschlossen sind.
Die Ausrichtung im tschechischen Brno macht einen sehr professionellen Eindruck, die homepage ist unter www.chess.cz zu finden.

 

Mitropa Cup: Silber!!!

In einem packenden Match gegen die Slowakei rettete Melanie Ohme eine fast verlorene Stellung zum Remis. Doppelter Grund zur Freude: Sie sicherte sich ihre zweite Norm zur internationalen Meisterin und ihrer Teamkameradin Sarah Hoolt und sich die Silbermedaille hinter Slowenien. Glückwunsch.
Bei den Jungen endete das "Alles oder Nichts" mit Nichts! Bei einem 4:0 gegen Italien wäre sogar Gold möglich gewesen. Letztlich typisch italienisch wurden wir zum 1,5 zu 2,5 ausgekontert.
Während Arik Braun, Georg Meier und Sebastian Bogner innnerhalb ihres Korridors blieben, konnte Ilja Brener mit dem besten deutschen Ergebnis seine vierte IM-Norm übererfüllen. Die Verleihung des Titels sollte auf dem nächsten FIDE-Kongress erfolgen.
Ergebnisse auch unter http://chess-results.com/tnr4259.aspx?lan=0

 

Mitropa Cop, Teil 2

von B. Vökler
Nur gute Nachrichten gibt es zur Zeit aus dem tschechischen Brno zu vermelden. Auch in Runde 3 bleiben die Jungs weiter auf Siegkurs. Gegen die unbequemen Eidgenossen willigten Arik Braun ( gegen GM Jenni ) und Georg Meier ( gegen IM Ekstroem ) schnell in das Unentschieden ein. Ilja Brener versuchte etwas aus der Maroczy-Struktur herauszuholen, vergeblich. Also lastete die ganze Verantwortung auf IM Sebastian Bogner. Gegen Oliver Moor verteidigte er sich Königsindisch . In der Awerbach-Varainate vetraute er seiner Konterstärke. Das Finale mit einer der ungewöhnlichsten Materialverteilung, die ich je gesehen habe, muss noch genauer analysiert werden. Am Ende 2,5 zu 1,5 gegen Schweizer, die bis dahin zwei Unentschieden erzielt hatten.
Punktbester ist Sebastian, der 3 aus 3 zu Buche stehen hat.
Auch die Mädchen kommen immer besser in Fahrt und besiegten heute die favoritisierten Kroatinnen mit 1,5 zu 0,5. Melanie ist zwar stark verschnupft, kann jedoch mit ihren bisher 2,5 aus 3 Partien durchaus zufrieden sein. Sarah Hoolt liegt mit 1,5 aus 3 im Soll.

 

JOM beim First-saturday-Turnier in Budapest

/images/uploads/928e80b60742ec7455a6c35006185d7a.jpgvon B. Vökler

5 der 10 Jungolympioniken sind nach dem Trainingslager in Bad Blankenburg direkt weiter nach Budapest zum First-saturday-Turnier gefahren. Arik Braun und Georg Meier (Bild (c) Klaus Steffan: http://www.steffans-schachseiten.de/) kämpfen im Grossmeisterturnier um eine Norm für diesen Titel. Arik Braun hat in der ersten Runde mit Schwarz gegen einen serbischen GM remisiert, während Georg Meier einen mexikanischen IM bezwingen konnte. In einem schwierigen Endspiel mit vielen taktischen Chancen behielt er souverän die Übersicht.
Ilja Brener versucht sich im IM-Turnier, muss dort allerdings sehr viele Partien gewinnen, da der Gegnerdurchschnitt ziemlich gering ist. Sein Ziel ist natürlich die Norm zum IM. Erste Runde Remis nach 5,5 Stunden.
Im gleichen Turnier spielt Frauen FM Sarah Hoolt. Sie benötigt für ihre Norm zum Frauen IM wesentlich weniger Punkte. Allerdings startet sie auch als ELO-Schlusslicht in dieses für sie sehr harte Turnier. Umso grösser ist ihr Erstrundensieg gegen einen ungarischen Spieler, der über 150 Punkte höher eingestuft war, zu bewerten.
Melanie Ohme spielt im FM -Turnier. Ihre Zielsetzung ist es, einige ELO ( am besten mehr als 30 ) zu gewinnen und damit gewachsene Spielstaerke zu demonstrieren.
In den "Betriebsausflug der JOM" sind Trainingseinheiten mit den ungarischen GM Zoltan Ribli, Horvath und Varga integriert.
Hoffentlich bleibt noch etwas Zeit für die wunderschöne Stadt Budapest.

 

Super Start in Budapest!

/images/uploads/b38a757af8b675ef7b278db7e09f391c.jpgArik Braun am Brett in Budapest, bezwingt Russisch in Runde 2 mit der Neuerung 22.b4!! und ist momentan auf Platz 1 des aktuellen Rankings nach Runde 6.
Besser kann der Start ja gar nicht sein!

 

Norm! Norm! dreimal Norm!

2. Bericht vom First Saturday
Sensationell erreicht Georg Meier beim First saturday im August seine erste Großmeisternorm. Mit einem fantastischen Endspurt von 3,5 aus 4 schafft er Platz 1 und die begehrte Norm.
Arik Braun schwächelt dagegen auf der Zielgeraden und schrammt um einen halben Punkt vorbei. Trotzdem ein gutes Turnier.
Im IM-Turnier bringt Ilja Brener die geforderte Leistung und erspielt ELO-Plus und seine dritte IM-Norm. Den Titel eines internationalen Meisters erhält er jedoch erst nach Durchbrechen der Marke von ELO 2400.
Der Sieg in dieser Gruppe ist dabei fast Nebensache.
Sehr gut agiert auch Sarah Hoolt, die mit einer Frauen-IM Norm ( WIM ) aus 10 Partien zufrieden nach Hause reisen kann.
Nr. 5 im Bunde der JOM-Delegation in Budapest, Melanie Ohme, nimmt ein solides ELO-Plus von 18 Punkten aus der ungarischen Hauptstadt mit nach Hause.

 

First Saturday, Budapest

Bericht von JOM-Mitglied Melanie Ohme
Vom 5.-18. August beteiligte sich ein Teil der Jugendolympiamannschaft (Arik, Georg, Ilja, Sarah und ich) an dem First Saturday in Budapest. Dieses Rundenturnier findet einmal im Monat statt und erfreut sich bei vielen deutschen Spielern großer Beliebtheit. Es ist unterteilt in ein Großmeisterturnier, zwei Internationalemeister- und zwei Fidemeisterturniere.
Arik und Georg starteten im GM- Turnier und strebten somit eine GM- Norm und evtl. einen Turniersieg an. Auch Sarahs und Iljas Ziele im IM B-Turnier waren eine Norm. Ich hatte leider das Pech nicht dort mitspielen zu dürfen, da ich nicht im Besitz eines FM - Titels bin.
Untergebracht waren wir Mädchen in einer Wohnung von Dimo Werner. Diese lag etwas entfernt vom Spiellokal aber war ansonsten nahezu perfekt. Die Jungs wohnten direkt gegenüber des Spielsaals in einem Appartement von Jürgen Brustkern.
In jedem Turnier nahmen 13 beziehungsweise 14 Spieler aus unterschiedlichen Nationen teil, sodass jeden Tag nur eine Runde gespielt werden musste.
Die deutschen Teilnehmer der Jugendolympiamannschaft starteten sehr vielversprechend. Arik, Georg, Ilja und ich mischten ganz vorne mit. Jeder von uns hatte reelle Chancen auf einen Turniersieg. Auch bei Sarah lief alles bestens. Sie war auf bestem Weg eine WIM - Norm mit nach hause zu nehmen.
Wir Mädels hatten das Glück, dass wir fast jeden zweiten Tag erst von Herrn Varga und später von Jozsef Horvath trainiert und vorbereitet wurden. Der Unterricht mit Herrn Varga stellte sich auf Grund sprachlicher Hindernisse als nicht sehr effektiv heraus.
Dagegen war uns mit Herrn Horvath ein echter Glücksfang gelungen. Das Training (3x3 Stunden) war richtig gut. Er bereitete uns individuell auf unsere nächsten Gegner vor und zeigte uns an welchen Eröffnungen wir noch zu arbeiten hatten. Dafür gab er uns Material damit wir, auch nach der Vorbereitung unsere erworbenen Kenntnisse noch vertiefen konnten. Das Training hat uns sehr gut gefallen und wir können Jozsef Horvath nur weiterempfehlen.
Auch Arik und Georg wurden einen Tag lang intensiv von GM Zoltan Ribli trainiert. Die Meinungen nach der Lektion war einstimmig : Es wurde ihnen viel beigebracht aber länger hätten sie nicht durchgehalten.
Vielleicht lag es an der Vorbereitung, vielleicht daran, dass wir alle gut drauf waren, wahrscheinlich aber an beidem, die Ergebnisse können sich jedenfalls echt sehen lassen. Georg gewann mit 9,5 / 13 das Turnier und eine Norm. Arik wurde Zweiter, verfehlte seine Norm aber leider um einen halben Punkt (9).
Das IM - Turnier gewann ebenfalls ein JOM - Mitglied. Ilja Brener erreichte 9,5 / 12, was locker für eine Norm reichte. Mit 5/10 bekam auch Sarah die gewünschte Norm. Am Ende landete sie auf einem guten 7. bis 8. Platz. Nach dem ich die letzte Runde verloren hatte reichte es leider nur noch für den geteilten 4. Platz ( 8 Punkte ), was aber immer noch recht gut ist.
Unsere guten Ergebnisse feierten wir mit einem ausgezeichneten Essen beim Italiener.
Abschließend lässt sich noch sagen, dass das Turnier gut organisiert war und Budapest immer einen Besuch lohnt. Ich kann das Turnier also allen Spielern weiterempfehlen

 

Mission Possible auf der MEM

von Bundestrainer B. Vökler, 10.07.06
Die Mission Possible II startet am Dienstag für die Titelverteidiger aus Deutschland! 2004 errangen die Jungs um David Baramidze und Arik Braun den Titel eines Mannschaftseuropameisters U18 im serbischen Belgrad.
Heuer geht es an den ungarischen Balaton nach Balatonlelle. Die Mission der Titelverteidigung erscheint angesichts der enormen ELO-Zuwächse von Arik Braun und Falko Bindrich sowie der ansteigenden Formkurve von Sebastian Bogner und Ilja Brener nicht unrealistisch. Ersatzmann ist ein Hamburger Jung; Niclas Huschenbeth. Er schnuppert zum ersten Mal in die Wettkampfklasse der U18 und soll wichtige Erfahrungen sammeln.
Größter Konkurrent sind das Gastgeberland und die Teams aus Russland, Armenien und diversen östlichen Ländern.
Mehr dazu http://web.axelero.hu/passant/sakkversenyek/u18etc/part.html
(Evtl. hat sich am Meldestand noch etwas getan, die Aktualisierung der Seite dürfte morgen erfolgen.)
Ebenso sind vier Mädchen der JOM in zwei Mannschaften am Start. Sarah Hoolt und Manuela Mader spielen jeweils Brett 1 und Elena Winkelmann und Katja Jussupow jeweils Brett 2. Eine Einteilung in Deutschland 1 und 2 muss zwar formal erfolgen, aber beide teams sind nominell gleich stark und man muss den Turnierverlauf ob ihrer Chancen abwarten. In diesem Bereich zählen wir nicht zu den Favoriten!
Co-Trainer wird mein Vorgänger und Mentor von Arik Braun in der JOM, Großmeister Michael Bezold sein

 

Bericht Nr. 1 von der MEM 2006

Seit dem 12.07.2006 ging es nun zur Sache. Im Jungenturnier spielten nach der visabedingten Absage von Armenien nur 13 Mannschaften. Damit kommt es in jeder Runde zu einem Freilos. Wir bekommen mit Finnland eine schlagbare Mannschaft zugelost. Aus diesem Grund pausiert Arik Braun und Niclas Huschenbeth erhält seine Chance. Falko Bindrich macht kurzen Prozess mit seinem Gegner und auch Sebastian Bogner sah wie der sichere Sieger aus. Zwischenzeitlich gewinnt Ilja Brener während Niclas in eine scharfe Attacke gerät und sehenswert Matt gesetzt wird. Sebbi kann nach einigen Schwierigkeiten doch noch den Punkt einfahren und ein solides 3: 1steht zu Buche.
Bei den Mädchen entwickeln sich die Dinge etwas anders. Sarah Hoolt stellt zwei Bauern ein, gewinnt danach eine Figur, stellt diese wieder ein, kann gewinnen und verliert. Jetzt sage noch einer:“ Der Trainer guckt doch nur zu!“ Das ist ja das Schlimme, dass man selber nichts machen kann. Elena Winkelmann gerät in der slawischen Partie unter Druck und kann trotz zäher Verteidigung nichts mehr machen. 0: 2 gegen die starken an Nr. 2 gesetzten slowakischen Mädchen!
Besser macht es Deutschland 2. Manuela Mader erkämpft den ersten Mädchensieg gegen Serbien in einer fein geführten Partie mit Königsindisch. Leider hält Katja Jussupow ihren schneidig vorgetragenen Angriff im Verlauf auf und gibt Kommando zurück! Eine schwer nachvollziehbare Taktik. 1:1 das Ergebnis hier.
Durch einen Auslosungsfehler der Organisatoren werden wir in Runde 2 mit Ungarn gepaart. Das Freilos erhält in Teamturnieren eigentlich nur einen Punkt und nicht zwei. So steht der Kampf um den Turniersieg bereits so früh an und hier hatten die Gastgeber das bessere Ende für sich. Genauso schnell, wie Falko verliert, gewinnt Arik also 1:1 .

 

/images/uploads/570bcb9c43eeedf43db5865eb41f2cc8.jpg(25) Braun,Arik (2526) - Szabo,Krisztian (2467) [A00] auf der 6th BOYS U18 TEAM CHAMPIONSHIP (2.1), 13.07.2006

1.d4 Sf6 2.Sf3 d5 3.c4 e6 4.Sc3 dxc4 5.e3 a6 6.Lxc4 c5 7.0–0 b5 8.Lb3 Lb7 9.De2 Sbd7 10.Td1 Db6 11.h3 Tc8 12.e4 cxd4 13.Sxd4 Lc5 14.Sf3 b4 15.Sa4 Db5 16.De1 Sxe4 17.Sd4Da5 18.Le3 0–0 19.Sxe6 Lxe3 20.Dxe3 fxe6 21.Txd7 Lc6 22.Sb6 Tce8 23.Tc7 Ld5 24.Sxd5 exd5 25.Da7 Kh8 26.Txg7 Sf6 27.Lc2 1–0


Danach sieht es phasenweise sehr gut aus. Ilja Brener erkämpft sich Materialvorteil, geht ins Endspiel und verliert! Ganz blöd gelaufen. Ähnlich schwierig verläuft Sebbis Spiel. Zuerst ist er unter Druck, dann bietet der Gegner in besserer Stellung Remis und verpatzt dabei seine Position. Durch die beidseitige Zeitnot bedingt kann der Junge aus Baden daraus jedoch keinen Vorteil ziehen und verliert. 1: 3 ist ein herber Rückschlag im Kampf um Gold.
Deutschland A bei den Mädchen gewinnt 2:0 dur ch saubere Siege von Sarah und Elena.

 

/images/uploads/1fb77a70455642ed8d1d372c85fb1c59.jpg20.Ld2 Tad8 21.Dg5 Dxg5 22.Sxg5 h6 23.S5e4 Se5 24.Le2 Sf3+ 25.Lxf3 Lxf3 26.Lc3 h5 27.Sg5 h4 28.Sxf3 hxg3 29.Ke2 gxf2 30.Tf1 Lh6 31.Txf2 ½–½

Die innerdeutsche Mädchenpaarung endet nach zwei Kampfremisen 1 zu 1. Dabei hat Sarah Hoolt wohl eine Gewinnchance gegen Manuela Mader verpasst.
Nach der vierten Runde ist Ruhetag. Die Bootsfahrt musste wegen zu starken Sturmes abgesagt werden, also vertrieben wir uns die Zeit mit Fussball, Volleyball ( ungeschlagener Turniersieger ) und Blitzen. Im Blitzturnier konnten wir aufgrund einer unerklärlichen Formkrise von Michael Bezold nicht ganz vorn mitkämpfen. Michael meinte selbst, dass er in den 13 Runden mehr Partien verloren hat, als in 3 Deutschen Blitz-Meisterschaften zusammen. Einzig Ilja Brener überzeugt mit 11 aus 13.
Runde 5 ist B-Runde , alle drei Mannschaften spielen gegen B-Teams. Das zeigt , in welchen Tabellenregionen wir uns derzeit befinden. Mit einem Schlussspurt von 6:0 Punkten kann man noch nach Bronze schauen. Weniger reicht keinesfalls.

 

Bericht Nr. 2 von der MEM 2006

Was soll man über eine falsche Schiedsrichterentscheidung berichten, wenn man der Benachteiligte ist? Die einen werden sagen, es wird nach einer Ausrede gesucht. Die anderen werden sagen, wäret ihr hart geblieben und hättet ohne Rücksicht den Fall durchgezogen! Ein Punkt ist ein Punkt und nach einer Woche schert sich niemand mehr darum!
Was war passiert?
Wir geben pünktlich 10.00 Uhr unsere Aufstellung ab ( Niclas Huschenbeth pausiert ), gegen 10.20 Uhr hängen die Spielerpaarungen aus. Deutschland gegen Russland soweit alles klar. Die Jungs bereiten sich vor und insbesondere Ilja Brener hat mit Schwarz einen harten Brocken. Gegen 13.45 Uhr kommt es zum Eklat. Die Russen hatte ihre Aufstellung am Abend zuvor abgegeben und diese wurde vom Hilfsschiedsrichter vergessen! Also waren die Spielerpaarungen falsch. Das Argument, das hätten sie ja bereits 10.20 Uhr merken müssen, zog nicht, denn sie mussten es nicht zwangsläufig merken.
Der Hauptschiedsrichter entschied, es wird wie ausgehängt gespielt. Daraufhin kündigten die Russen an, nur mit drei Brettern zu spielen und uns einen kampflosen vorzugeben, da sich ihr Mann ja gar nicht aufs Spielen vorbereitet hatte.
Daraufhin bat uns der Hauptschiedsrichter den Wettkampfbeginn auf 16.30 Uhr zu verlegen und somit hätten alle Zeit, sich ordentlich vorzubereiten. Jetzt mussten wir, die wir überhaupt keinen Fehler gemacht hatten, die Fehler des Schiedsrichters und den Minifehler der Russen ( sie hätte es ja vorher merken können) per Kompromiss ausbügeln. Die Alternative wäre gewesen, hart zu bleiben , den kampflosen Punkt zu kassieren, das match zu gewinnen und weiter nach Gold zu schauen.
Sie ahnen bereits , wie wir entschieden haben?.... Richtig ! Deutschland gibt nach! Der Matchverlauf ist dann relativ schnell geschildert. Arik stellt im 10. Zug eine Figur ein, Sebastian findet kein Konzept gegen das schwarze Bauernzentrum und nach ca. 2 Stunden sind beide Weißpartien hinüber. Ilja hat die zusätzliche Zeit genutzt und gewinnt leicht. Aber Falko, der mit großem Vorteil aus der Eröffnung kommt, verliert den Faden und muss in Verluststellung das Remisangebot des triumphierenden Russens annehmen1,5 zu 2,5 und eine Medaille ist weit weit weg.

Levin,Evgeny (2336) - Bindrich,Falko (2486) [E43]
6th BOY/^S U18 TEAM CHAMPIONSHI (4.3), 15.07.2006
[BV]
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.e3 b6 5.Ld3 Lb7 6.Sge2 Lxg2 7.Tg1 Lf3 8.Txg7 Sg4 9.h3 f5 10.Db3 Lf8 11.hxg4 Lxg7 12.gxf5 0–0 13.c5 Kh8 14.fxe6 bxc5 15.Se4 c4?! [15...cxd4 16.Sxd4 Lg4 17.Dd5
Sc6³; 15...Dh4 16.Sxc5 Lxe2 17.Lxe2 Txf2‚] 16.Dxc4 dxe6 17.Dxe6 Dh4 18.S2g3 Lg4 19.Dd5 Sd7

 

Bericht Nr. 3 von der MEM

Die letzten drei Runden stehen an. Die Jungs besiegen in einer Zitterpartie Serbien B und danach in einer ( der ersten ) souveränen Partie die höher eingeschätzten Ungarn der zweiten Mannschaft. Insbesondere Ilja Brener kann hier überzeugen. Die fünf ! Schwarzpartien hat er mit 3,5 aus 5 sehr gut absolviert. Auch Niclas Huschenbeth kommt immer besser in fahrt und so nimmt es nicht wunder, dass die letzte Runde gegen den Tabellenführer Kroatien in der selben Aufstellung , wie gegen Ungarn B bestritten wird. Bei einem Sieg ist die Bronzemedaille drin. Zwischenstand nach 2 Stunden sieht Deutschland leicht im plus. Insbesondere Arik Braun kann GM Brkic stark unter Druck setzen und halten.
Die Mädchen B zeigen , was sie drauf haben und putzen nacheinander Serbien B und Schottland jeweils 2: 0 und können in der letzten Runde, einen Siege gegen Rumänien vorausgesetzt, auch noch Bronze erobern.
Zwischenstand nach zwei Stunden sieht eher Rumänien vorn.
Die Mädchen der A-Truppe haben Schwierigkeiten. Gegen Ungarn B übersieht Sarah Hoolt in bedrängter Stellung einen so starken Konter, dass ihre Gegnerin vermutlich sofort verloren wäre!
Gegen Serbien B gelingt ein Zittersieg und in der Schlussrunde wartet mit Serbien A ein weiterer Prüfstein für eine positive Bilanz.
Zwischenstand nach 2 Stunden. Sieht gut aus!

 

Bronze für die JOM

Nach vier Stunden hatten wir sicher Bronze, denn Arik Braun und Ilja Brener schossen uns mit 2.1 in Führung ( Niclas Huschenbeth verliert ), bei einer sicheren ; ausbaufähigen Stellung von Falko Bindrich. Plötzlich das Unfassbare; Ungarn macht 2:2 gegen Rumänien und wir können bei einem Falko-Sieg sogar noch Silber holen. Russland gewinnt souverän den Pott!!

Falko spielt weitere 40 Züge und holt sich bereits das dritte Parteiformular ( jeweils 60 gehen drauf ). Sein Gegner ist beneidenswert, er hält zwei Stunden mit jewiels nur plus 30 Sekunden auf der Uhr aus. Nach nunmehr 6 1/2 Stunden, die Aufräumkommandos stehen bereit, für die Siegerehrung, alle fiebern dem Ende entgegen, muss Falko remis machen - wir gewinnen Bronze und "verlieren " Silber.
Bei den Mädchen entwickelt sich ein anderes Szenario , Manuela Mader und Katja Jussupow müssen gewinnen für Bronze und vergeigen es; Manu verliert umd Katja remis- Aus der Traum.
Sarah und Elena verabschieden sich mit einem 1:1 aus dem durchwachsenen Turnier.

 

Spektakulärer Sieg bei den Neuhausener Schach Open

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Bei den Neuhausener Schach Open sprang für Sebastian Bogner in der Gesamtwertung der vierte Platz heraus. Insgesamt hatten 64 Spieler teilgenommen – je 32 im A- und B-Turnier. Das A- Turnier nahm einen spannenden Verlauf. Nach einem spektakulären Sieg gegen den Turnierfavoriten IM Stefan Bromberger (TV Tegernsee) setzte sich Bogner in der dritten Runde mit Josef Gheng (HP Böblingen) und IM Ilja Mutschnik (Oser SC Baden Baden) an die Spitze. Im direkten Aufeinandertreffen gab es eine bittere Niederlage gegen Gheng, für den nach einem Remis gegen Mutschnik der Weg zum Turniersieg frei war. Tobias Hirneise (Rommelshausen) erreichte dank der besseren Feinwertung den dritten Platz vor Bogner. Im B-Open zog Titelverteidiger Helmuth Follmer (SC Widdern) von Anfang an davon. Erst in Runde fünf schloss Leo Helfrich vom SC Pforzheim mit an die Spitze auf. Helfrich belegte am Ende knapp hinter Follmer den zweiten Platz. Den dritten Rang erreichte Waldemar Reiswich vom SC Pforzheim.

 

Forster Mannschaftsturnier 24. und 25. Juni 2006

Auf Initiative der Präsidenten der Schachbünde von NRW und Brandenburg nahm eine Auswahl der JOM am Mannschaftsturnier in Forst/Lausitz teil.
Sie erzielten 13 zu 13 Mannschaftspunkte und folgende Einzelergebnisse:

Brett 1:Ilja Brener 7,5 aus 13 ( u.a. mit Sieg gegen GM Rainer Knaak)
Brett 2:Nikolas Lubbe 10 aus 13 !! (2. Brettpreis 350.- € !)
Brett 3:Felix Graf,6,0 aus 13 (allerdings nach 4 aus 6 am ersten Tag)
Brett 4:Elena Winkelmann 2,5 aus 13 ! (sehr schlechte Schnellschachtaktik)

Besonderes Augenmerk legten die anwesenden Großmeister auf Nikolas Lubbe, der als Ersatzmann für den in Moskau agierenden Falko Bindrich in die Mannschaft gerutscht war. Seine taktische Findigkeit gepaart mit verbesserten Theoriekenntnissen, die er an dem Sportgymnasium Dresden erworben hat, ließen ihn ein solches Superresultat erzielen.

Dabei geriet Ilja Breners gutes Resultat etwas ins Hintertreffen. Brett eins ist in Forst traditionell der Tummelplatz solcher Schnellschachrecken wie GM Robert Rabiega, IM Thomas Casper und diesmal sogar WM Elisabeth Pähtz, welche zum Beispiel „nur“ 5 Punkte erlöste! Ilja konzentriert sich jetzt nach überstandenen Prüfungen voll auf Schach und wird hoffentlich im Sommer in Ungarn und zum Mitropa-Cup seine Fortschritte nachweisen können.

Elena Winkelmann geriet ein ums andere mal in Zeitprobleme und konnte den „Zockern“ am vierten Brett nicht viel entgegensetzen.

Insgesamt ein solider Auftritt der ersatzgeschwächten JOM, die gleich eine Folgeeinladung zum Mannschaftsturnier nach Hoyerswerda im September erhalten hat.
Gewonnen hat der Schachbundesligist SC Kreuzberg vor dem anderen Berliner Bundesligist SF Berlin.

 

Bronze...

 

Dramatik pur!

Nach dem 1, 5 zu 0,5 gegen Russland ( Falko Bindrich gewinnt gegen Ian Nepomnatschi! ) in der Vorschlussrunde fehlt dem deutschen Team nach dem Remis von Falko nur der fällige Sieg von Ekaterina Jussupow zum großen Triumpf. Den Turniersieg ( übrigens mit vierstelligem Preisgeld verbunden) vor Augen, gelingt der jungen Spielerin aus Bayern nichts mehr und sie überschreitet in Gewinnstellung die Zeit.

Endergebnis 0,5 zu 1,5 und
Platz 3 fürs Team der Jugendolympiamannschaft
in Russland.

 

Erste Berichte vom „Dvorkovich-Cup“

von Bernd Voekler

Nach zwei Runden führen Russland und Ukraine mit je 6 Punkten, China Platz 3 (5,5).
Deutschland (Falko Bindrich und Katja Jussupow) liegt aussichtsreich auf Platz 4 mit 5 Punkten!

 

F. Bindrich und K. Jussupow in Moskau

Pünktlich zum Sommerauftakt starten Falko Bindrich und Katja Jussupow beim hochdotierten „Dvorkovich-Cup“ in der russischen Hauptstadt. Zum Paarturnier treffen 12 Teams aus sechs Ländern im Rundensystem aufeinander. Dem Sieger winken immerhin 100000.- Rubel umgerechnet ca. 3000.- €.
In der Einzelwertung rechnet sich insbesondere Falko gute Chancen aus. Seine gestiegene Leistungsstärke, abzulesen am ELO- und DWZ-Sprung, sollte in Duell der jugendlichen Meister zu einer Medaille reichen! Gespielt wird vom 25. bis zum 30. Juni in Moskau. Hoffen wir, dass der Rubel rollt!

 

Sebastian Bogner in Ditzingen erfolgreich

Bei der offenen Stuttgarter Stadtmeisterschaft in Ditzingen kommt Jugendolympiaspieler Sebastian Bogner nach einer Erstrundenniederlage wieder auf die Erfolgsspur zurück und beendet nach sechs Siegen in Folge das Turnier punktgleich auf dem ersten Platz.
In der Schlussrunde besiegte er den bekannten Großmeister Lev Gutman.
Damit ist der leichte Abwärtstrend nach der EM der Männer in der Türkei hoffentlich gestoppt und umgekehrt.

Mehr dazu auch hier http://www.stuttgarter-stadtmeisterschaft.de/index.cgi?ID=Runde7

 

Mörlenbach: Tolle Schachwerbung für Jubiläumsverein und die Schacholympiade 2008 in Dresden

von Ernst Bedau, Mitglied des Olympiade-Ausschusses


Zum 60. Vereinsjubiläum des SV Freibauer Mörlenbach (Aufsteiger in die 2. Bundesliga) präsentierte der südhessische Spitzenclub um seinen rührigen 1. Vorsitzenden José Ortiz-Rodriguez Schachevents der Extraklasse.
Neben einem Schnellschach-Open, der Hessischen Frauenschachmeisterschaft und der Be-zirksjugend-Mannschaftsmeisterschaft standen zwei Werbeveranstaltungen zur Schacholym-piade 2008 in Dresen auf dem Programm:
ein Vergleichskampf des Zweitbundesligisten gegen die Jugend-Olympiademannschaft und der Simultanauftritt von Großmeister Klaus Bischoff.

Das Bürgerhaus Mörlenbach war einzigartige Austragungsstätte

Moderne, helle Räume, Glasfronten mit Blick ins Grüne, Freiluftschach, Parkplätze en masse, kurzum: alles vom Feinsten.

Grandiose Kunstausstellung von Bernd Besser

Wer diese Kunstexponate noch nicht gesehen hat, hat etwas versäumt. Schachkunstobjekte, die zu Assoziationen einladen, witzige und geistreiche Kompositionen, Parallelen zur Mytho-logie und Antike, Arbeiten, die das Völker- und Kulturverbinden zum Thema haben, aber auch tief berührende Arbeiten, wie Lebenssinn stiftendes Schach im Krieg, Gefangenschaft und KZ.

Erfahrung gegen Talent oder: Wir gewinnen 4 : 0

Die von Großmeister Arthur Jussupov und Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler betreute Jugend-Olympiademannschaft trat in stärkster Besetzung an: Mit Arik Braun, Falko Bindrich und Sebastian Bogner gingen drei IM an die Bretter, dazu Georg Meier.
Ein dicker Wermutstropfen aber die Aufstellung der Mörlenbacher. Gerade der Leistungsver-gleich mit ihren Spitzenbrettern Großmeister Sergey Galdunts und Vitaly Kutin hatte die Ver-antwortlichen des DSB veranlasst, diesen Vergleichskampf in das Trainingskonzept aufzu-nehmen.

Trotzdem rechnete sich der Gastgeber eine reelle Chance seiner erfahrenen Spieler gegen die Jungtalente aus. Diese aber ließen es an Selbstbewusstsein nicht fehlen und tippten auf ein
4 : 0. Die Mörlenbacher Rumpfmannschaft gab aber ihr Bestes und kämpfte tapfer. Am Ende siegte der Olympiade-Nachwuchs mit 3,5 : 0,5. Etwas zu hoch?

Hier die Partien:

Brett 1:
Weiß: Arik Braun – Schwarz: Michael Schäfer

1. d4 f5 2. Dd3 d5 3. g4 f:g4 4. h3 g3 5. D:g3 Sf6 6. Sc3 Lf5 7. Lf4 c6 8. 0-0-0 g6 9. Lc7 Dc8 10. e3 Lg7 11. h4 Sh5 12. Dh2 Sbd7 13. Sh3 Sdf6 14. f3 0-0 15. Tg1 a5 16. Kb1 b5 17. Sf2 a4 18. Sd3 L:d3 19. T:d3 b4 20. Lh3 Da6 21. Se2 Se8 22. Sf4 S:f4 23. L:f4 b3 24. h5 c5 25. h:g6 h:g6 26. a3 c:d4 27. e:d4 b:c2 28. Kc2: Tf6 29. Tc3 Tc6 30. Dd2 Tc4 31. Tc4: Dc4:+
32. Kb1 Dd4 : 33. Le6+ Kf8 34. Dd4: Ld4: 35. Tg6: Sf6 36. Lh6+ Ke8 37. Ld5: Ta5 38. Lc6 Kd8 39. Ld2 Ta6 40. Lb5 Ta7 und Schwarz gab im 53. Zug auf.

Eine lebhafte Partie. Arik Braun bewies Nervenstärke. Die Mörlenbach diskutierten leiden-schaftlich, ob Schwarz an einigen Stellen besser hätte fortsetzen können. Respekt für da muti-ge Spiel von Michael Schäfer.

Brett 2:
Weiß: Paulus Wohlfahrt – Schwarz: Falko Bindrich

1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. Sge2 0-0 6. Sg3 c5 7. d5 a6 8. Le2 h5 9. 0-0 e5 10. f4 Sg4 11. L:g4 L:g4 12. Dd3 e:f4 13. L:f4 h4 14. Sh1 De7 15. Sf2 Lh5 16. g4 h:g4 17. D:g3 Le5 18. Sd3 f6 19. S:e5 d:e5 20. Lh6 Tf7 21. d6 D:d6 22. Tad1 De7 23. Sd5 De6 24.Td2 Kh7 25. Le3 Sc6 26. Tdf2 f5 27. e:f5 T:f5 28. T:f5 g:f5 29. Dh4 D:g6+ 30. Kh1 Kg7 31. Se7 S:e7 32. D:e7+ Kg8 33. D:e5 Te8 34. Dd5+ Kh8 35. L:c5 Kh7 36. Ld4+ Kh7 37. b7+ Kh6 38. Tg1 De4 39. De4: Te4: 40. Lg7+ Kh7 41. Tg5 Lg6 42. Lc3 f3 43. Kg1 Te2 44. Ld4 Le4 45.h4 Td2 46. Lf2 T:b2 remis.

Die aufregendste und spannendste Partie des Vergleichskampfes. Paulus Wohlfahrt war dem jungen IM ebenbürtig oder mehr? Von Falko Bindrich ging das Gerücht, er habe Wohlfahrt unterschätzt. Aber das darf man nicht. Toll dann Falko Bindrichs kühne Verteidigung, ein wahrer Tanz auf dem Vulkan. Hätte Paulus Wohlfahrt irgendwo besser spielen und gewinnen können?

Brett 3:
Weiß: Georg Meier – Schwarz: Heiko Schneider

1.e4 c5 2. Sf3 d6 3. Lb5 Ld7 4. L:d7 D:d7 5. c4 Sf6 6. Sc3 g6 7. d4 Lg7 8. d5 0-0 9. 0-0 b5 10. c:b5 a6 11. b:a6 S:a6 12. Lf4 Tfb8 13. Tb1 Tb4 14. Sd2 Tab8 15. Dc2 Db7 16. b3 Dc7 17. Sc4 Sd7 18. a3 T4b7 19. Se2 Tf8 20. Ld2 f5 21. Sf4 Dc8 22. Se6 Tf7 23. f3 Ld4+ 24. Kh1 Lf6 25. Sa5 Tb5 26. b4 Da8 27. Sc6 c:b4 28. a:b4 Se5 29. Tfc1 f:e4 30. S:e5 Schwarz gab auf.

Anerkennenswert, dass Heiko Schneider ein Bauernopfer wagte, aber Georg Meier blieb un-beeindruckt und die Partie war schon vor dem 20. Zug entschieden.

Brett 4:
Weiß: Thorsten Bitsch – Schwarz: Sebastian Bogner

1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. Sf3 0-0 6. Le2 e5 7. 0-0 Sc6 8. d5 Se7 9. b4 Sh5 10. Te1 a5 11. b:a5 Sf4 12. Lf1 T:a5 13. Sd2 Ta8 14. Sb3 f5 15. f3 f:e4 16. f:e4 Kh8 17. Le3 Sg8 18. c5 Sf6 19. Kh1 Sg4 20. Lg1 Sh5 21. Te2 Sg3+ 22. h:g3 Dg5 Weiß gab auf.

Bogners Schlussakkord erfreute die Kiebitze.

Großmeister Klaus Bischoff in Superform

Eine Woche später der würdige Ausklang. Einer der besten deutschen Simultanspieler in be-stechender Form. An 20 Brettern ließ der Simultan-König nur drei Remisen zu, also 18,5 : 1,5, die mit reichem Applaus bedachte Glanzleistung.


Presseresonanz der Superlative

Die lokale Presse berichtete von allen Veranstaltungen in großer Aufmachung. Ein Pressege-spräch mit Arthur Jussupov, Bernd Vökler und Ernst Bedau versorgte mit allen Informatio-nen. Die Odenwälder Nachrichten, das Darmstädter Echo und die Starkenburger Zeitungen brachten mehrere Artikel mit Fotos. Eine breite Öffentlichkeit in der Region um Mörlenbach wurde eine Woche lang mit Schach in Atem gehalten. Mörlenbachs Aufstieg in die 2. Schach-Bundesliga und 2008 die Schacholympiade in Deutschland, davon wissen jetzt alle.

Und was es sonst noch gab...
- Arik Braun steht kurz vor dem Großmeistertitel, zwei Normen hat er schon.
- Exweltmeister Anatol Karpow begrüßte die Teilnehmer der Mörlenbacher Veranstaltung, um anschließend die Jugend-Olympiademannschaft in der seinen Namen tragenden Schachakademie in Hockenheim zu trainieren.
- Ernst Bedau überreichte dem Bürgermeister von Mörlenbach das offizielle Olympiade-T-Shirt als Geschenk.
- Auch die Spieler der Jugend-Olympiademannschaft überreichten den Spielern der Gast-mannschaft je ein Olympiade-T-Shirt.
- Die Mörlenbacher hatten sich ein originelles Geschenk für ihre jugendlichen Gegner aus-gedacht: jeder erhielt ein Buch „Asterix und Obelix auf Hessisch“.
- In Mörlenbach hatte das Geschäft Optik Jung seine Schaufensterauslagen mit Schachfigur-Motiven dekoriert.
- Über dem Haupteingang zum Bürgerhaus hing von Weitem sichtbar das große Schach-olympiade-Transparent.
- Das Jubiläums-Schnellschach-Open gewann bei 50 Teilnehmern Arik Braun vom Jugend-olympiade-Team.
- Nach dem Vergleichskampf gaben Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler und der ehemalige Weltmeisterschaftskandidat Großmeister Jussupov Einblick in ihre Analyse der gespielten Wettkampfpartien.

 

Vergleichskampf mit JOM

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(aus der Webseite des Vereins, http://www.freibauer1980.de/ )

Freibauer Mörlenbach-Birkenau wehrt sich tapfer aber erfolglos gegen deutsches Nachwuchsteam
Seit 60 Jahren wird in Mörlenbach bzw. im unteren Weschnitztal Schach im organisierten Rahmen gespielt. Die ersten Schachspieler gründeten 1946 nach dem 2. Weltkrieg im Sportverein Mörlenbach eine eigene Schachsparte, die sich 1980 als eigenständiger Verein Freibauer '80 Mörlenbach abnabeltete, der später wiederum durch Fusion mit den Birkenauern Schachfreunden in den heutigen Verein Freibauer Mörlenbach-Birkenau mündete. Anlässlich dieses Jubiläums finden zur Zeit im Mörlenbacher Bürgerhaus eine ganze Woche lang zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen statt.

Einer der Auftaktveranstaltungen am Samstag, den 13. Mai 2006, war ein vom Deutschen Schachbund ermöglichter Vergleich der ersten Mannschaft des Vereins gegen ein deutsche Nachwuchsteam, daß im Hinblick auf die 2008 in Dresden stattfindende Schacholympiade jetzt schon professionell zusammengezogen und betreut wird.
Um 14:00h eröffnete Ernst Belau, der im Vorstand des deutschen Schachbundes als Bundesrechtsberater fungiert, den Vergleichskampf mit Erläuterungen, wie es im DSB zur Idee der Nachwuchsförderung für die Olympiade 2008 kam. Als Gastgeber wird dem deutschen Schachbund dabei das Anrecht auf der Teilnahme von zwei Mannschaften ermöglicht. Während sich aus den Reihen der etablierten deutschen Spitzenspieler sicherlich eine ansehnliche erste Mannschaft zusammenstellen läßt, keimte die Idee in der zweiten Mannschaft dann jungen Nachwuchsspielern eine Chance auf der internationalen Bühne zu ermöglichen. Der bisherige Erfolg in diesen Bemühungen wurde am Wochenende im Bürgerhaus Mörlenbach sichtbar.
Nach dieser Einführung hieß der Mörlenbacher Bürgermeister Lothar Knopf seitens der Weschnitztalgemeinde die Anwesenden herzlich willkommen und gab u.a. einen kurzen Überblick darüber, welche wichtige Rolle der kleine Schachverein innerhalb des Gemeindelebens spielt.
Danach waren die Mannschafstführer an der Reihe und stellten abwechslend Ihre Mannschaften vor. Für das deutsche Nachwuchsteam traten Spieler im Alter zwischen 16 und 19 Jahren an, denen man Ihre bereits vorhandene große Spielstärke auf dem ersten Blick nicht anmerkte.
Mörlenbach Birkenau stellte an diesem Tag Spieler aus der Mannschaft auf, die vor wenigen Wochen in einem turbulenten Schlussspurt noch den Aufstieg in die zweite Schachbundesliga geschafft hatte.

Fast jeder der Anwesenden erwartete insgeheim, dass das Nachwuchsteam mit den Weschnitztäler einen schnellen kurzen Prozess machte. Etwas überraschend konnten diese aber lange Zeit den Wettkampf offen gestalten. Einzig Torsten Bitsch an Brett 4 mußte nach einem taktischen Fehler gegen den jungen internationalen Meister Sebastian Bogner eine schnelle Niederlage hinnehmen.
Heiko Schneider hielt gegen den Eppinger Erstbundesligaspieler Georg Meyer seine Partie am dritten Brett mit Schwarz fast vier Stunden lang offen, ehe sich die Waagschale langsam zu seinen Ungunsten neigte.
Michael Schäfer an Brett 1 konnte gegen den heimlichen Star der Nachwuchsmannschaft, den internationalen Meister Arik Braun, die Stellung an die 5 Stunden halten, ehe er sich erst spät im Endspiel beugen mußte.
Für die Überraschung hätte der Mannschaftsführer der Freibauern, Paulus Wohlfart, an Brett 2 sorgen können. Sein Gegner, der internationale Meister Falco Bindrich unterschätzte ihn wohl am Anfang etwas und kam nach energischen Zügen seitens des Weschnitztälers schnell in eine bedrängte Stellung, aus der er sich nur dank einer starken Verteidigungsleistung noch befreien und die Partie in ein Remis retten konnte.

Insgesamt siegte damit die deutsche Nachwuchsmannschaft mit einem am Ende doch souveränen 3.5: 0.5. Bereichert wurde die Veranstaltung durch die anschliessenden Analysen der gespielten Partien mit dem Nachwuchstrainer des deutschen Schachbundes, Bernd Vökler, und dem ehemaligen Weltmeisterschaftskandidaten Grossmeister Arthur Jussupow, die beide den Spielern im nachhinein noch wertvolle Ratschläge geben konnten. Ein abschliessendes gemeinsames Abendessen krönte die Veranstaltung.

 

Arik Braun gewinnt das Mörlenbacher Schnellschachturnier 2006

Im Rahmen der Feierlichkeiten zu 60 Jahren Schach in Mörlenbach und Birkenau organisierte der Schachclub Freibauer Mörlenbach Birkenau am vergangenen Sonntag ein eintägiges Schnellschachturnier, zu dem sich eine hochkarätige Zusammensetzung einfand. Anwesend waren nicht nur 3 der am Vortag angereisten 5 Hoffnungsträger im deutschen Schachbund, Arik Braun, Sebastian Bogner und Julian Geske. Auch zahlreich spielstarke Schachspieler aus der näheren und weiteren Umgebung fanden den Weg ins Mörlenbacher Bürgerhaus.
Mit insgesamt 50 Teilnehmer war dieses Turnier auch zahlenmässig nicht schlecht besetzt. Nach einer kurzen Begrüßung loste der Turnerleiter des Schachclubs, Uwe Recker zur ersten Runde aus und gab die Bretter frei.

Anfänglich konnten fast alle internationalen Titelträger erwartungsgemäß punkten, obwohl hie und da immer wieder Ausnahmen zu verzeichnen war. So konnte z.B. Klaus Daum vom Schachclub Fürth den internationalen Meister Bogdan Grabarczyk ein Bein stellen und die Partie für sich entscheiden.

Schnell zeichnete sich aber auch ab, das einer der Titelträger, der 18 Jahre alte deutsche internationale Meister Arik Braun vom Bundesligaverein SC Eppingen, das Maß aller Dinge an diesem Tag war. Von Runde zu Runde setzte er sich immer besser ins Bild und wehrte für sein Alter erstaunlich abgeklärt alle Bemühungen seitens seiner internationalen Gegnerschaft ab.
Am Ende gab er von 9 Partien gerade mal 3 Remis ab und siegte mit 7.5 Punkten.
Punktgleich aber aufgrund der schlechteren Wertung Zweiter wurde Anatoli Donchenko, dem man an diesem Tag sein Schachkönnen einfach anmerkte.
Auf Platz drei landete eine weiterer Routinier, Vladimer Gurewitsch von der SG Bochum. Den anderen Spitzenspieler stahlen zwei weitere deutsche Nachwuchstalente die Show bzw. die Preisränge.
Auf Platz 4 und 5 konnten sich nach anfänglichen Schwierigkeiten noch Sebastien Bogner und Julian Geske plazieren.
Die weiteren Titelträger, darunter auch der für Mörlenbach Birkenau antretende Grossmeister Sergey Galdunts, fehlte an diesem Tag oft das notwendige Quentchen Glück.
Machten die Titelträger die ersten Plätze unter sich aus, so gewannen fast nur Spieler aus der näheren Umgebung alle Ratingpreise. Reinhard Ralph und Johannes Esterluss vom Schachclub Lorsch waren die besten in der DWZ-Kategorie 1801 bis 2000. Michael Gehlhar vom Schachclub Einhausen belegte in der Kategorie 1601 bis 1800 den ersten Platz.
Die Kategorie bis 1600 DWZ-Punkte schloss der junger Fürther Schachspieler Lucas Schöbel-Kröhn als bester Spieler ab, gefolgt von Rustmidin Boneshta vom gastgebenden Verein Mörlenbach-Birkenau.

Gekrönt wurde die rundherumg gelungene Veranstaltung von einem Kurzbesuch des 12. Weltmeisters im Schach, Anatoli Karpow, der in der Zeit von 1975 bis 1985 etliche Angriffe an den Schachthron abwehren konnte. Er weilte zu einem Abstecher im Mörlenbacher Bürgerhaus, u.a. auch um die deutschen Nachwuchsspieler um Arik Braun unter die Lupe zu nehmen, mit denen er in den kommenden Tagen in Hockenheim einige Trainingseinheiten absolvieren wird.

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Am Mittwoch startet die internationale Deutsche Jugendmeisterschaft (kurz IDJM) in Deizisau. Die Schachfreunde Deizisau richten dieses IM-Rundenturnier während des Neckar-Open zum vierten Mal aus und auch in diesem Jahr ist für Spannung gesorgt. Die Besetzung verspricht hochkarätiges Schach und die Mischung viele interessante Paarungen. Von der Jugendolympiamannschaft nimmt Ilja Brener (Rüdersdorf) teil. Die Zusammensetzung mit Atila Figura (Kreuzberg) und Martin Krämer (Erfurt) zwingt ihn zu Höchstleistungen in der Auseinandersetzung. Weitere Infos dort:http://www.neckar-open.de/10no/turniere/IDJM_Teilnehmer.htm Die beiden Mädels Sarah Hoolt und Melanie Ohme versuchen im badischen Walldorf ihr Glück beim Kampf um eine WIM-Norm. Bundesligist SAP Walldorf richtet mit Unterstützung des Softwareriesen zwei Turniere aus. Weitere Informationen finden sich dort: http://www.sap-chess.de/

 

Arik Braun erzielt Großmeisternorm

Auf dem Weg zum höchsten Schachtitel, dem eines internationalen Großmeisters , ist der 18-jährige Arik Braun vom SC Eppingen ein großes Stück weiter gekommen. Er gewann am Sonntag die letzte Partie in der Bundesliga und sicherte sich mit 8,5 Punkten aus 13 Partien ein Superresultat und seiner Mannschaft gleichzeitig den Klassenerhalt! Herzlichen Glückwunsch! Da er jedoch zweimal in der Saison pausierte, reichen die 13 Partien noch nicht zur endgültigen Verleihung des Titels, die jedoch nur noch eine Frage der Zeit ist. Damit ist er ganz nah an der Erfüllung einer seiner Jahreszielstellungen ( GM-Titel und EM oder WM- Medaille ) gerückt! Die ca 20 ELO-Plus aus der Bundesliga nimmt man natürlich ebenfalls gern mit. Georg Meier hält locker mit Dabei rückt die gute Leistung von Georg Meier ( ebenfalls Eppingen ) IM-Norm weit übererfüllt ein wenig in den Hintergrund. Alles zum genauen Stand findet man dort: http://www.zeitschriftschach.de/aktuell/bliga_elorang.htm Falko Bindrich wird IM mit 15 Jahren! In einer ganz anderen Liga sorgte Falko Bindrich für Aufsehen. Als einziger Deutscher hält er die Fahne in der tschechischen Extra-Liga hoch. Seine Punkte verhalfen Turnow zum sicheren Klassenerhalt und ihm zu einer übererfüllten IM-Norm. http://extraliga.chess.cz/vysl01.htm Da er bereits die 2400 überschritten hat, sollte der Titelverleihung im Juni auf dem FIDE-Kongress jetzt nichts mehr im Wege stehen. Zwischenzeitlich war fast die GM-Norm in Reichweite, allerdings lieferte sein Brett nicht genug GM als Gegner und sein Durchschnitt rutschte nach unten. Trotzdem ist Falko mit diesem Ergebnis und dem Resultat aus der Oberliga, wo er Dresden im "Alleingang" den Aufstieg sicherte, http://www.schachbund.de/SchachBL/bedm.php?liga=oloa&team=Dresdner%20SC knapp an die 2495 !!! von Arik Braun herangerückt! Konkurrenz belebt das Geschäft. Drücken wir ihm, Georg und Sebastian die Daumen für die EM in Kusadasi! von Bernd Vökler

 

Einzeleuropameisterschaft in der Türkei

von Uwe Bönsch Die komplette Frauennationalmannschaft und vier Spieler der Männernationalmannschaft, sowie drei Vertreter der Jugendolympiamannschaft treten ab dem 3. April 2006 im türkischen Badeort Kusadasi zum Kampf um den Europameistertitel an. Bis zum 17. April geht es 11 Runden lang um die EM-Titel bei den Frauen und Männern und um Qualifikationsplätze zur nächsten Weltmeisterschaft. Neben den deutschen Nationalspielerinnen Elisabeth Pähtz, Ketino Kachiani-Gersinska, Jessica Nill und Vera Jürgens ist auch die Hallenserin Claudia Eckhardt mit von der Partie. Bei den Männern kämpfen neben dem derzeit besten Deutschen, Arkadij Naiditsch, auch Christopher Lutz, Thomas Luther und Alexander Graf um den EM-Titel und die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Für die Mitglieder der Jugendolympiamannschaft, Falko Bindrich, Georg Meier und Sebastian Bogner steht bei einem Spitzenturnier der Männer noch der Trainingseffekt im Vordergrund. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von David Baramidze, Alexander Gasthofer und Thomas Michalczak sein. Als Trainer sind Philipp Schlosser und Uwe Bönsch mit vor Ort.

 

Sebastian Bogner in Bad Wörishofen

vom 17. bis 25.03. 2006 spielt Sebastian Bogner von der JOM in Bad Wörishofen ein internationales Turnier. http://www.chessorg.de/bad_woerishofen.htm Für den fünfzehnjährigen internationalen Meister kommt es darauf an, gegen schwächere Kontrahenten zu Beginn voll zu punkten. Danach kann er hoffentlich gegen die reichlich mitspielenden Großmeister seine gewachsene Stärke und Härte demonstrieren.

 

Minimatch auf den 3.Fränkischen Großmeistertagen

/images/uploads/65c93612bf770805df30e56b890ee8e8.jpg(Text: Bernd Vökler, Foto: (C) Klaus Steffan)

am 02.03.06 startet das Minimatch zwischen dem Spieler der Jugendolympiamannschaft ( JOM ) Ilja Brener ( SV Rüdersdorf ) und dem einheimischen Axel Heinz ( SV Bindlach- Aktionär ) im Rahmen der 3. Fränkischen Großmeistertage in der Pulvermühle. Axel ist nach ELO-Zahl leicht favoritisiert. Allerdings ist Ilja noch ausgeruht, während Axel Heinz bereits ein Minimatch über 4 Partien gegen IM Yochanan Afek in den "Knochen" hat. Der Endstand war hier 2,5 zu 1,5 für den israelischen IM . In diesem Prestigeduell zweier jugendlicher Nachwuchsspieler geht es im Hintergrund immer auch um mögliche personelle Veränderungen im Kader der Jugendolympiamannschaft, die allerdings erst Ende September 2006 wieder anstehen könnten.
Bereits 5 Runden hat Arik Braun (SC Eppingen, ebenfalls JOM ) im GM-Turnier absolviert. Gegen Altmeister Viktor Kortchnoi legte er mit einem Qualitätsopfer eine scharfe Gangart vor, die jedoch leider nur im Unentschieden endete. Seine 2 Punkte aus 5 Runden dokumentieren wiederum eindrucksvoll, welch erlesenes Feld in diesem Kategorie 12 Turnier am Start ist.
live:http://www.pulvermuehle2006.steffans-schachseiten.de
Zwei weitere JOM Spieler , Sebastian Bogner und Falko Bindrich , zog es in wärmere Gefilde. Sie trainieren im südfranzösischen Cannes mit Yossif Dorfman und pfeifen auf den deutschen Winter.

 

Elena Winkelmann auf dem Nord-West-Cups in Bad Zwischenahn

von Bernd Vökler Die Dresdner Sportgymnasiastin beteiligte sich an der 8. Auflage des Nord-West-Cups in Bad Zwischenahn. Mit mehr als 180 Teilnehmern weist das Turnier einen qualitativen und quantitativen Zuwachs auf. Gleich in Runde 1 musste Elena Winkelmann an Brett zwei gegen Gennadi Fish antreten. Mit einem vielbeachteten Remis startete sie gut. In der zweiten Runde kasierte sie die erste und einzige! Niederlage. Danach kam sie richtig in Fahrt und erzielte mit 4 Punkten aus 7 Runden ein Superergebnis. Damit schaffte die JOM-Spielerin 24 ELO-Punkte Zuwachs. Der erste Schritt in Richtung Jahresziel, der angestrebten 100 Punkte-Steigerung, ist geschafft. Dem Erstrundengegner Gennadi Fish fehlte im Duell gegen Marlon Schlawin übrigens genau dieser halbe abgegebene Punkt. So schaffte Marlon Schlawin etwas überraschend den Turniersieg.

 

DEM in Osterburg

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Niclas Huschenbeth und Ilja Brener, die jüngsten Teilnehmer der DM

Zwei Spieler der JOM messen ihre Kräfte mit den Großmeistern und qualifizierten Landesmeistern zur DEM in Osterburg ( SAnh). Georg Meier (SC Eppingen) nutzt die freie Zeit der Prüfungsvorbereitung im Abiturzyklus um in den Wettstreit um den Deutschen Meistertitel zu treten. Sein Ziel sollte ein Top-Ten-Platz sein, seine Träume liegen vielleicht etwas höher. Ilja Brener ( GA Rüdersdorf ) verfolgt kleinere Ambitionen. Bei seiner ersten DEM geht es um eine Standortbestimmung. Hoffentlich kann Ilja unter den Augen so vieler GM und im Focus der kritischen Schachöffentlichkeit an seine Topleistungen der WM U16 2005 anknüpfen! Zu den Favoriten zählen naturgemäß die Nationalspieler Jan Gustafsson, Artur Jussupow und Alexander Graf. Inwieweit die junge Garde; David Baramidze, Leonid Kritz oder Jan Sprenger die Etablierten ärgern werden können, bleibt abzuwarten. http://www.schach-lsa.de/ berichtet weiter.

 

Falko Bindrich auf dem GM-Rundenturnier in Genf 25.01.2006

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Guter Kurs nach erstem Drittel: 1. Zwischenbericht
von Oswald Bindrich

Aus dem Winter kommend trafen Falko und sein Vater in Genf bei 12 Grad
im Frühling ein. Die Auslosung war bereits am Vorabend erfolgt; mit der
Nummer drei endlich auch mal in der vorderen Hälfte. Ob das hilft, weiß
jeder erst nach dem Turnier. Übrigens im Aeroflot-Open ist die Anzahl der
Schwarzpartien die erste Wertung! Bei einem Rundenturnier ist das nicht
relevant.
In der ersten Runde spielte Falkos Gegner die „landestypische“ Eröffnung;
das klassische Fränzösisch kam auf´s Brett. Der Internationale Meister
Fabien Libiszewski hat sich eine weitere Großmeisternorm vorgenommen (Nach
der dritten Runde hat er 2,5 Punkte). Die im Mittelspiel entstandene
schwache Bauernstruktur des Gegners wollte Falko ausnutzen. Er sah aber
nicht das schwarze Gegenspiel und stand zeitweilig taktisch auf Verlust.
Aufgrund mangelnder Zeit übersah Fabien diese Chance und wickelte in ein
gleiche Endspiel ab - Remis; inzwischen war es kurz vor Mitternacht!
In der zweiten Runde musste zuerst Falko sich großem Druck erwehren. Dem
Spezialisten des c3-Sizilianers (etwa auch landestypisch?), dem
italienischen Großmeister Michele Godena, gelang es jedoch nicht, Falkos
gute Vorbereitung zu knacken. Nach einem sehr lang überlegten Bauernopfer
auf d5 erhielt der Großmeister zwar Angriff. Aber beim Zurückholen des
Bauern, klärten sich die Fronten – also Remis.
Alexandre Vuilleumier, ein recht junger Schweizer FIDE-Meister, wechselte
die sonst gespielten Eröfnungen. Aber in dem Abtausch-Spanier hatte er
bereits nach zwanzig Zügen ein verlorenes Endspiel. Nach dreieinhalb Stunden
war die Partie mit einem Sieg für Falko zu Ende.
Mit drei nicht verlorenen Partien ist Falko recht gut gestartet. Das Problem
des sehr späten Partiebeginns (18 Uhr) und der damit verbundene Tagesablauf
stört hoffentlich nicht mehr. Inzwischen ist es auch in Genf etwas kälter
geworden (heute nur noch drei Grad plus).

 

Genf - Teil 3

Falko Bindrich erreicht IM-Norm, als 15-jähriger!
von Oswald Bindrich

Mit erbostem Gesicht über das gerade erreichte Ergebnis kam Falko von der siebenten Runde zurück. Das Remis hatte sich aber der schweizerische Gegner redlich verdient. Im geschlossenen Sizilianer versuchte der FIDE-Meister Yvan Masserey seine Scharte vom MITROPA-Cup 2004 auszuwetzen. Falko verschaffte ihm aber im Mittelspiel mehrere Bauernschwächen, so dass eigentlich nur ein Spiel auf die weiße Stellung erfolgte. Aber eine unbedachte Schwächung der eigenen Königstellung brachte die entscheidende Wende zu gunsten des Schweizers. Ein Dauerschach beendete die Partie.

Mit Weiß in der achten Runde wollte es Falko von Beginn an schaffen. Seine Aufgabe war aber nicht einfach, weil David Burnier den Kampf um den letzten Platz nicht aufgab. Im vergangenen Turnier hatte er sicher eine IM-Norm und fast 50 ELO Zuwachs erreicht, sodass Falko genügend gewarnt war. In einer Spanischen Partie kam David Burnier sehr gut vorbereitet ins Mittelspiel und Falko bekam Probleme. Im abgewickelten Endspiel mit Qualität mehr gegen zwei Bauern stand der Gegner sicher besser. In kritischer Phase lehnte der Schweizer das Remisangebot ab. Im praktischen Spiel sowohl in der Zugwahl und in der Schnelligkeit der Berechnung hatte Falko klare Vorteile. Das letzte noch spielende Brett (auch vom parallel stattfindenden Open) hatte viele Zuschauer. 20.45 Uhr, Rundenbeginn war 18 Uhr, war es geschafft. Die dritte echte Norm ist perfekt, wenn es auch Morgen zur neunten Partie kommt.

 

Genf - Teil 2

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Mit Schwankungen – aber der Kurs wurde beibehalten
2. Zwischenbericht

von Oswald Bindrich

In der vierten Runde war mit Claude Vandenbergue, der erfahrenste und auch spielstärkste der teilnehmenden Schweizer, Falkos Gegner. Da er recht gut Deutsch spricht, war er bereits im Vorfeld unser Organisator und „Abholer“ vom Flughafen. Das Remis entsprach den Spielauffasungen. Claude spielte zu ruhig, um das besser stehende Endspiel zu meistern und Falko zu schnell im Mittelspiel, geriet in dieses schlechtere Endspiel. Letztendlich schafften seine aktiven Figuren nicht nur den Ausgleich. Die dann sichtbaren Vorteile verflüchtigten sich und der Ausspruch „alle Turmendspiele sind Remis“ bewahrheitete sich wieder.

Der Marrokaner Hichem Hamdouchi war doch noch eine Klasse zu stark für Falko. Der bereits mit 2600 ELO spielende mehrfache Arabische Meister kniete sich mit beiden Händen im Gesicht förmlich in die Stellung. Der Zeitunterschied wurde immer größer. Und da, das Feld e5 von Falko vierfach überwacht; ein strategisch wichtiger Vorteil des Weißen im Franzosen, wurde vom schwarzen Bauern e6 besetzt. Und alle Abwicklungen auch die in der gemeinschaftlichen nachträglichen Analyse brachten immer Vorteil für den Großmeister.

In der sechsten Runde gab es wiederum eine Überraschung. Manchmal denken wir, dass es nur immer Falko ist, der mit Überraschungen leben muss! Der „lange Drachen“ wurde von Richard Gerber auf das Brett gebracht. Falko spielte ebenfalls wie sein Gegner sehr schnell und wählte nicht die stärkste Angriffsfortsetzung. Das reichte dem schweizer Internationalen Meister, das typische Qualitätsopfer auf c3 zu geben. Nach dem Damentausch gab es ein sehr kurzweiliges aber sehr langes Endspiel. Trotzdem konnte Falko alle Klippen umgehen und nach fast fünfeinhalb Stunden war der zweite Sieg eingefahren und damit wieder der Normenbereich erreicht. Das war 23.20 Uhr; der Tag ging fast zur Neige. Uns ist nicht bekannt, zu solcher nachtschlafener Zeit schon mal eine Turnierpartie gespielt zu haben.

Im letzten Drittel kommen noch die zwei Schweizer FIDE-Meister Masserey und Burnier und der Ranglistenerste und Führende GM Christian Bauer aus Frankreich (fünf aus sechs). Hinter dem GM Hamdouchi und dem IM Liebiszewsk (beide 4,5 Punkte) liegt Falko mit dem italienischen GM Godena (beide 3,5 Punkte) gemeinsam auf Rang vier.

 

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Aber das ist ja der Ranglistenerste und schon als Sieger (sechseinhalb aus acht) feststehende Großmeister Christian Bauer (ELO 2627) . Die Partie währte drei Stunden. Deutlich war neben der Luft, die aufgrund der Normerfüllung schon weg schien, die enorme Spielstärke des Franzosen ausschlaggebend. Obwohl mit Weiß spielend musste sich Christian Bauer bis ins Endspiel anstrengen; so beschäftigte ihn Falko. Nach einer ausgedehnten Analyse musste schon vor der Siegerehrung mit die Rückreise angetreten werden. Es sollte nicht noch ein Tag Schule ausfallen.

Mit dem Ergebnis kann Falko sehr zufrieden sein; mit dem Spiel auch, aber sicherlich nicht mit jeder Partie. Hinter dem nie gefährdeten Sieger war das Verfolgerfeld sehr eng zusammen. Die Großmeister Hamdouchi (MAR) und Godena (ITA) sowie die Internationalen Meister Libiszewski (FRA) und Vandenbergue (SUI) und Falko trennten nur ein halber Punkt.

1. GM Bauer 7,5
2. GM Godena 5,5
3. IM Libiszewski 5,5
4. GM Hamdouchi 5,0
5. FM Bindrich 5,0




6. IM Vandenbergue 5,0
7. FM Masserey 4,5
8. FM Vuilleumier 3,5
9. IM Gerber 2,0
10. FM Burnier 1,5

 

22. Staufer-Open in Böblingen

Oberlausitzer im Schwäbischen erfolgreich -Mit Großmeistern auf Augenhöhe

von Oswald Bindrich

Zu den traditionell zwischen den Feiertagen (26.12. bis 06.01.) stattfindenden internationalen Schachturnieren führte der Weg den 15jährigen FIDE-Meister Falko Bindrich nach Baden-Württemberg. Im schwäbischen Böblingen nahm er am 22.Open mit 249 Teilnehmern statt. Mit fünf Siegen (u.a. FIDE-Meister Ibrahim Kapic aus Kroatien) und vier Unentschieden (u.a. Großmeister Davit Shengelia aus Georgien) erreichte er einen sehr guten sechsten Platz.
Bisheriger Höhepunkt seiner Karriere war jedoch sein erfolgreiches Abschneiden beim 22.Staufer-Open in Schwäbisch Gmünd. Mit siebeneinhalb Punkten belegte der Zittauer Christian-Weise-Gymnasiast gemeinsam mit den Großmeistern Viacheslav Ikonnikov und Vladimir Burmakin (beide Russland) sowie Ventzislav Inkiov (Bulgarien) den ersten bis vierten Platz (nach Wertung Vierter) und wurde damit bester deutscher Spieler. Im geschlagenen Feld der 407 Teilnehmer aus 15 Nationen befanden sich 39 Titelträger, darunter 12 Großmeister.
In beiden Turnieren blieb Falko ungeschlagen und konnte durch ELO-Performancen von über 2500 zwei „kleine“ Normen für den Titel „Internationaler Meister“ erfüllen. Damit steht der Titelverleihung im Mai diesen Jahres auf dem FIDE-Kongreß in Turin nichts mehr im Wege.
Weitere Infos: www.sc-hpboeblingen.de www.stauferopen.de

 

Einsatz der JOM zum Jahreswechsel

die meisten Spieler der Jugendolympiamannschaft waren zum Jahreswechsel im Einsatz und nicht nur das, sie überzeugten auch !
Allen voran Melanie Ohme, die mit 7 aus 7 ihre Mannschaft zum DVM-Sieg U20w führte .

 

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5. v.l.: Melanie Ohme bei der Dt. Vereinsmeisterschaft U20w in Naunhof 2005

 

Sarah Hoolt passte sich leider dem Niveau ihrer Gastmannschaft zu sehr an und lieferte eine unterdurchschnittliche Leistung ab. Ilja Brener erreichte mit seinem Verein ( GA Rüdersdorf) die Bronzemedaille. Ihm gelang es als Einzigem Martin Krämer ( SV Medizin Erfurt) , der sechs aus sieben erlöste, zu bezwingen. Elena Winkelmann spielte in der Meistermannschaft U16 des Dresdner SC. Immerhin waren dort mit Evgenija Shmirina ( ehem. JOM ) zwei junge Damen am Start.

 

/images/uploads/778a708ba64f8e0677849743da209228.jpgder erfolgreiche Dresdner SC 1898

 

Beim Böblinger - Open erreichten Sebastian Bogner ( Performance 2511 !!! ) und Falko Bindrich ( Performance 2494 ) Leistungen im IM-Normenbereich oder übererfüllten sie sogar deutich. Ein kleines Preisgeld und eine große Genugtuung waren der Lohn der Mühe.
Zum heute beginnenden Bad Zweesten Open gehen Arik Braun und Georg Meier auf die Jagd nach ELO-Punkten und großen Erfolgen.
Ekaterina Jussupow versucht in Schwäbisch Gmünd ihr Glück.
Auch Sebastian Bogner und Falko Bindrich wollen dort wieder angreifen.

Im Namen der JOM wünsche ich allen Eltern, Trainern, Fans, Zuschauern und Lesern alles Gute für das neue Jahr , Gesundheit und das Erreichen der selbstgesteckten Ziele!

Bernd Vökler