Schacholympiade 2008 in Dresden

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Vita Bernd Besser
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SG 1931 Bensheim

Datum:02.09.2006

Simultanspieler: GM Arkadij Naiditsch

Spielort: Kundenberatungszentrum Sparkasse Bensheim, Bahnhofstr. 30/32, 64625 Bensheim

unter der Moderation von Herrn Bedau, Bundesrechtsberater des DSB


 

Bericht vom der Simultantournier in Bensheim

75-jähriges Jubiläum SV 1931 Bensheim
Bergsträßer Weinkönigin Christina Koob und Schachgroßmeister Arkadij Naidisch: ein starkes Team


von Ernst Bedau

 

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Blick in das Simultanfeld

 

/images/uploads/f82605f8313d3d60a0196a7c6c4c140d.jpgBensheims Bürgermeister Thorsten Herrmann bei der Begrüßen, daneben v. l. n. r.: Vertreter der Sparkasse Bensheim, GM Arkadij Naiditsch, Bergsträßer Weinkönigin Christina Koob, Bensheimer Vereinsspitzenspieler Klaus Petri, Vereinsvorsitzender Bensheim Michael Eisenach


Die junge, bezaubernde Weinhoheit und der junge, charmante Großmeister stecken die Köpfe zusammen und tuscheln wie ein verliebtes Paar. Dann zieht die Königin des Weines die Königin der schwarzen Schachfiguren quer über das Brett und stellt sie genau vor dem weißen König ab. Triumphierend ruft sie ein lautes: „Schach dem König

 

/images/uploads/d44c2e95ca826ee424db8d197be3b331.jpgWeinhoheit bei der Begrüßung

 

/images/uploads/bc63c400fe88c23b2a8fa061f71654de.jpgDie Zuschauer warten: Wann geht es los?

Der Chef der Stadt Bensheim zupft nervös an seiner Krawatte. Der Bensheimer Lokal-Schachmatador hebt beunruhigt beide Hände in die Höhe, um das Stadtoberhaupt zu bremsen. Der jedoch schlägt mit seinem König die ungedeckt gegnerische Dame und seufzt entschuldigend den interessierten Kiebitzen zu: „Damenopfer nehme ich eigentlich höchst ungern an.“ „Na na Herr Bürgermeister, wo Sie etwas kriegen können, nehmen Sie es doch den Bürgern sofort weg.“ Schallendes Gelächter, das in kräftigen Applaus mündet.

 

/images/uploads/f7c1641739a535053f57e81baf0d7c66.jpgArkadij Naiditsch schaut besorgt: Wird die Weinkönigin den richtigen Zug ausführen?

 

/images/uploads/c60e32231c481130abffa85722f0602f.jpgBürgermeister Thorsten Herrmann und Vereinsmeister Klaus Petri: Sollen wir das Opfer annehmen?


So unterhaltend ging es Zug auf Zug, Poente auf Poente, Witz auf Humor in der Showpartie zu. Sie wurde aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums des Bensheimer Schachvereins in der Fußgängerzone direkt vor der Sparkasse Bensheim gespielt. Mit Weiß trat Stadtbürgermeister Thorsten Herrmann an, unterstützt vom Bensheimer Spitzenspieler FM Klaus Petri. Herausgefordert hat ihn die Bergsträßer Weinkönigin Christina Koob, assistiert von Großmeister Arkadij Naiditsch. Gespielt wurde die so genannte unsterbliche Remispartie, die 1870 zwischen Carl Hamppe und Philipp Meitner das Licht der Schachwelt erblickte.

Gut 75 Kiebitzer genossen den leidenschaftlichen Schlagabtausch auf dem Schachbrett nicht minder als die humorvolle Moderation von Oliver Röder, der immer wieder durch seine geistreichen Kommentare Weinkönigin und Bürgermeister zu lustigen Aussprüchen anregte.

 

/images/uploads/46acbc8e8cffac13d500fb55c85ee37c.jpgExzellente Moderation: Vereinsspieler und Stadtrat Oliver Röder

Remis durch Zugwiederholung. Bürgermeister und Vereinsmeister gratulierten Weinkönigin und Schachkönig. Nach einer langen Regenperiode schien am Festtag die Sonne. Sommerliche Temperaturen hatten zahlreiche Besucher angelockt. Das Bensheimer Weinfest lockte auf den malerischen Straßen und Plätzen der historischen Weinstadt zahlreiche Besucher an. Viele schauten sich das Schachspektakel an, blieben stehen und verweilten, um dann weiter zu gehen und den Nachströmenden Platz zu machen.

Nach diesem Auftakt ging es dann aber zur Sache. 30 Schachspielerinnen und Schachspieler des Schachbezirks Bergstraße traten zum Simultankampf an. Großmeister Naiditsch hatte sie zuvor ermuntert, möglichst lange auszuhalten, da dann ihre Chancen mit zunehmender Dauer steigen würden.

 

/images/uploads/851b62123d45c5508888b63895f70126.jpgDie Ruhe vor dem Sturm: Bürgermeister und Weinkönigin machen im Wechsel an den einzelnen Brettern jeweils den ersten Zug für GM Naiditsch



Überhaupt Großmeister Arkadij Naiditsch: Ein junger, gut aussehender Mann von hohem Intellekt und geistig wacher Präsenz, charmant lachend, beim Interview humorvoll und schlagfertig, umgänglich und freundlich, beim Simultankampf konzentriert und professionell. Ganz offenkundig nicht nur schachlich sondern auch menschlich ein Gewinn für den A-Kader des Deutschen Schachbundes.

Die Simultanveranstaltung selbst fand in einem offenen Zelt, aufgestellt in der Fußgängerzone unmittelbar vor der Sparkasse, statt. Die Seitenwände des Zeltes waren geöffnet und die Zuschauer konnten nach Herzenslust schon von außen einen Blick in das Hufeisenrund werfen und nach Belieben hineingehen, zuschauen, um dann weiter Richtung Weinfest zu wandern. Mehrere hundert Zuschauer waren so Zeuge dieser einzigartigen Großveranstaltung.

Die Schachspieler von der Bergstraße machten es der deutschen Nummer 1 nicht leicht. Nach über 5 Stunden hieß es dann aber doch 26,5 : 3,5 für den früheren Jugend-Europameister. Man beachte das Remis des 15-jährigen Timo Thomson, einem der zahlreichen Nachwuchstalente aus den Reihen der Schachgesellschaft 1931 Bensheim. In die Siegerliste zogen ein: Rafael Schäffer (Bensheim), Erik Hille (Biblis) und Martin Blüm (Hofheim/Ried).

 

/images/uploads/390273e761ab56544a9944649b593d09.jpgDas neue Olympiadetransparent des DSB zeigt fröhliche Schachspielerinnen und Schachspieler verschiedener Generationen