Schacholympiade 2008 in Dresden

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Geschichte und Zukunft trafen sich in Berlin

von Jörg Schulz

Im Garten des Jüdischen Museums – eingebettet in ein zweitägiges buntes Schachprogramm – trafen sich in Sachen Schacholympiade Geschichte und Zukunft des deutschen Schachs. Die Simultantournee machte halt in Berlin und am 18.06. forderten GM Wolfgang Uhlmann und Ilja Brener je zwanzig Berliner heraus.

Wolfgang Uhlmann aus Dresden berichtete den vielen Zuschauern in einem Gespräch mit mir von seinen Erlebnissen aus den Schacholympiaden in München, Leipzig und Siegen und erzählte von den Partien gegen die absolute Weltspitze anlässlich dieser Mannschaftswettbewerbe. Besonders gerne erinnerte er sich dabei an die Duelle mit Bobby Fischer, wobei er hofft, dass Bobby Fischer jetzt in Island seinen Frieden findet.

Wolfgang Uhlmann engagiert sich trotz seiner 70 Jahre immer noch stark im Jugendbereich und trainiert in Dresden viele Nachwuchsspieler, so dass es nahe lag, ihn um Trainingstipps für Ilja Brener zu bitten, der ja seinerseits 2008 in der zweiten Mannschaft für Deutschland am Brett sitzen soll.
„Ruhe bewahren, nicht abheben, seine Partien immer gründlich analysieren und nach Fehlern durchsehen, fleißig sein und Geduld haben,“ lautete sein Tipp.

Wer Ilja Brener kennt, diesen 15 jährigen Berliner, dessen schachliche Heimat jetzt in Rüdersdorf in Brandenburg ist, weiß, dass Ilja die Tipps schon jetzt befolgt. Er ist sehr diszipliniert, fleißig und ein gründlicher Arbeiter. Den körperlicher Ausgleich und die nötige Kondition holt er sich übrigens beim Turniertanz! Latein-amerikanische ist sein Spezialgebiet.

Und so tanzte er auch förmlich an den 20 Brettern seiner Gegner vorbei und legte ein schnelles Tempo vor, dem viele nicht folgen konnten. Mit vier Remis schnitt er hervorragend ab.
Großmeister Uhlmann ließ es ruhiger angehen und war auch friedlicher gestimmt. Er spielt nicht mehr so häufig Simultan und zudem war es ein warmer Sommertag, an dem ein schnelles Remis hier und da helfen kann, die übrigen Gegner besser im Visier zu haben. Am Ende musste er einmal die Hand zur Gratulation übers Brett reichen und sieben Remis akzeptieren.

Der Berliner Schachverband hatte mit dem Jüdischen Museum einen hervorragenden Partner, der für gutes Wetter sorgte, damit man das wunderbare Ambiente im schönen Garten des Museums genießen konnte. Mitten in Kreuzberg wähnte man sich in mediterrane Regionen versetzt, so schön war das Simultan unter dem Naturdach der Bäume platziert, wodurch sich ein quirliges Spiel von Sonne und Schatten auf den Brettern ergab.