Schacholympiade 2008 in Dresden

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Teamfähig?

/images/uploads/4478987453f893726cb8632cfcd620c4.jpgNach zwei Wochen Tour wurde das Team wieder einmal durchgemischt. Die Hamburger Rentnergang hat uns verlassen und sind heil wieder zu Hause angekommen. Sie kommen aber nächstes Jahr wieder bei der Tour München - Dresden, denn alle Beteiligten sind richtig begeistert von der Tour de Schach. (Übrigens Günter, dein Fahrradschloss haben wir gesichert, du bekommst es zurück!).
Und nun beim guten alten Luther in Wittenberg haben wir uns an alte Geflogenheiten erinnert und erst einmal die Neuen geprüft und auf Teamfähigkeit getestet. Vor allem müssen sie alle schwören, mich Schreibtischtäter, der nun auch wieder auf dem Rad sitzt, heil ins Ziel zu bringen. Thorsten Haber, 2. Vorsitzender der Niedersächsischen Schachjugend und aus Wilhelmshaven angereist, hat dies wie die anderen Neuen geschworen und zumindest heute schon mal eingehalten.

 

Elbschiffahrt

/images/uploads/518c70afd65baede3984bfd5e2433be6.jpgBei der heutigen Tour folgen wir wieder dem Elberad-
wanderweg R2, der uns zuerst auch an der Elbe entlang führte und die wir auch per Fähre überqueren mussten. Zuvor konnten wir aber noch der Clara Schumann zuwinken, die prachtvoll die Elbe hinunter Richtung Hamburg gleitete. Die Elbschiffahrten sind ja sehr begehrt mit der sogenanten weißen Flotte. Geruhsamer geht es mit den Elbeschiffen natürlich zu als auf unseren Drahteseln, aber ob die auch genauso viel zu sehen bekommen? Wir glauben nicht und trauern dem Schiff nicht hinterher, ist ja eh die falsche Richtung, wir wollen ja zur Olympiastadt Dresden.

 

Friedliche Elbe

/images/uploads/2b434ec065a8a49709c0d9285a3c4a06.jpgFährt man durch die Elbauen und die an die Deiche gebauten Orte fallen einen immer wieder an den Hauswänden die Schilder auf, Flut 2002, bis hier oben stand das Wasser. Radelt man an der friedlichen Elbe vorbei, kann man sich überhaupt nicht mehr vorstellen, mit welcher Macht und Verwüstung sich die Elbe bereit gemacht hatte.

Und auch die Elbüberfahrt gestaltete sich gemütlich. In Sachsen-Anhalt noch weit verbreitet sind die in Holland erfundenen umweltfreundlichen Fähren, die die Fließgeschwindigkeit der Elbe nutzen und über Seile sich über die Elbe ziehend fortbewegen. Und sie halten ganz schöne Lasten aus, denn auch die Versorgungslaster nutzen die Fähren, um zu den einzelnen Orten zu kommen.

 

Storchennester

/images/uploads/bdf1b2b2c7f9d6ada507fbdaec873fe8.jpgNach zirka der Hälfte der Strecke verließen wir mehr und mehr die Elbe und radelten durch landwirt-
schaftliche Gebiete. Überall fielen uns hohe Stangen in den Dörfern auf, auf deren Spitzen Nester angebracht waren. Der regionale Hotelservice für Storchenpaare.
Und tatsächlich, eines der Nester war besetzt, Papa Storch und Mama Storch gefiel es anscheinend im Ort und nisteten an der alten romanischen Kirche, die sozusagen gleich den kirchlichen Segen mit hinzu gab. Wir haben sie natürlich nicht gestört und sie nur per Foto festgehalten.

 

Menschenleer

/images/uploads/b171a16d43684c8a252213db605a2610.jpgWohnt hier einer? Diese Frage stellt man sich oft bei den Fahrten durch die Elblandschaft, denn obgleich es Häuser gibt, Straßen und in jedem Ort auch einen Fußballplatz und einige Kinderspiel-
geräte, Menschen gibt es keine. Und auch keine Läden. Wer bewohnt die Häuser? Wo sind die Menschen?
Vielleicht trafen wir deshalb auf die abgelichtte Sitzgruppe auf der Banke vor ihrem Haus.

 

Deutsche Geschichte

/images/uploads/c6c9f0cb378b70b7992e8df711dce1f7.jpgAm Horizont sind Schornsteine zu sehen, sollte das Torgau sein? Sind wir am Ziel? Zu sehen sind auch Kirchtürme und ein großer kompakter Bau. Das muss Torgau sein. Und in der Tat. An einem großen Fabrikgelände vorbei, wo altes Glas wieder zu neuem verarbeitet wird, geht es Richtung Kirchtürme. Doch bevor wir uns wieder dem alten Luther und Cranach dem Älteren widmen, fahren wir zum aktuelleren Geschichtsteil Torgaus. In Torgau auf der zerstörten Elbbrücke trafen die rote Armee und die US-Armee
zum Ende des 2. Weltkrieges erstmalig auf einander. Das Ende des Krieges war nah. Ein großes Denkmal an der Elbküste
in Torgau ist diesen historischen Moment gewidmet.
Morgen dann kümmern wir uns wieder um Luther, um sein Klärchen, die hier begraben ist, und natürlich den alten Cranach. 40 mal war Luther in Torgau, da muss es doch was zu sehen geben.

 

Rauschende Feste

/images/uploads/c0ce8036f7731b31512ed48137ac366f.jpgDer Mittelpunkt von Torgau, der schönen Stadt an der Elbe, ist das Schloss Hartenfels, dass sich majestätisch vor uns aufbaute.
Die sächsischen Kurfürsten hattes es erbaut. Es galt als das moderneste Wohnschloss seiner Zeit, und das war im 15. bis 17. Jahrhundert. Rauschende Feste wurden hier gefeiert, Zarensöhne verheiratet und 1627 die erste deutschsprachige Oper "Daphne" von Heinrich Schütz aufgebführt.
Nach recht wechselhafter Gesischte, in der das Schlos zum Seuchenzentrum, zur preussischen Kaserne, zur Schule wurde, hat sich heute das Landratsamt dort niedergelassen. Ausstellungen können besucht werden, und im wunderbaren Schlosshof gibt es klassische Aufführungen zu genießen.
Ein wirklich sehenswertes Gebäudeensemble, das einen Besuch lohnt.

 

Bärenwache

/images/uploads/4ef8b2fec6524d225e3245a8d205f2b9.jpgÜblicherweise werden Schlösser von Schlossgräben umgeben und dadurch beschützt. Oder Hohe Wehrtürme versuchen es zu verteidigen. In Torgau ist das anders.
Als wir die Brücke zum Schlosshof enterten, fiel unser Blick auf drei Bärenfrauen, die sich im Bärengehege rund um das Schloss tummelten. Naja tummelten ist etwas zu viel gesagt, sie bewegten sich träge hin und her und waren wohl auch nicht über das Wetter erfreut, denn Torgau lag seit gestern Abend, als wir nach einem schönen Tag die Rumpelkammer zum Schloss (eine urige Kneipe) verlassen hatten, im Dauerregen. Das mögen auch Bären nicht unbedingt. Und Michael aus Rostock, der mehr Action sehen wollte von den Bärenfrauen, ging dann doch nicht auf unseren Vorschlag ein, selbst im Bärengehege für Stimmung zu sorgen. Allerdings mit dem Hinweis, dass durch ihn die Bärenfrauen auch nicht zu Aktionen zu bewegen wären. Den Beweis trat er nicht an - warum eigentlich nicht?

 

Luthers Kirche

/images/uploads/3329d70f06b424f9f21a0a7d6513a4fe.jpgIm Schloss selbst wartet auf den Besucher noch eine andere Besonderheit von Torgau, die Schlosskirche. Die erste neu erbaute protestantische Kirche. Als Kirche ist sie eigentlich gar nicht zu erkennen. Einzig das Eingangstor macht auf sie in der Hausfront aufmerksam. Drinnen überrascht den Besucher dann eine einfache, schlichte Kirche ohne Schnickschnack und viele Schnörkel. Der Glaube sollte im Mittelpunkt stehen, so wie es Luther wollte, nach dessen Plänen die Kirche erbaut wurde und die von ihm 1544 eingeweiht wurde. Im Mittelpunkt steht die Kanzel also die Verkündigung des Wortes.
In der Statdkirche St. Marien findet sich dann ein kostbares und berühmtes Kunstwerk von Cranach dem Älteren, ein Teilbild eines Altares, das die 14 Nothelfer (Schutzheilige für viele Lebenfragen) erstmalig als eine gesamte Gruppe zeigt.

 

Altes Spielzeug

/images/uploads/9761b5afae61ef8fa9d032c7dbe97b27.jpgNach diesen vielfältige Eindrücken wendeten wir uns wieder verstärkt den weltlichen Dingen zu und machten uns auf den Weg zum Marktplatz, der ja immer schon Mittelpunkt des Handels und der Kaufleute war.
Und dort stießen wir dann plötzlich auf das älteste Spielzeuggeschäft in Deutschland!
Schon seit 11 Generationen ist es im Familienbesitz und hat alle Konkurrenten überstanden, wie uns von Torgauern bestätigt wurde.
Leider bot das Geschäft aber den gleichen Spielplunder an wie alle anderen auch - man muss halt mit der Zeit gehen, will man so lange überleben. Wir haten gehofft, auch altes Spielzeug im Geschäft zu finden. Zumindest die Schachecke hatten wir dann aber doch gefunden. Zwei, drei Schachspiele und ein kleiner Schachcomputer standen zur Auswahl. Nicht üppig aber immerhin.

 

Schach natürlich auch

/images/uploads/32b4131ce80acef22c73ef7a1f788e3c.jpgMorgens beim Frühstück tauchte Hans Neukirchen (Schatzmeister und der Mann für alle Fälle vom Torgauer Schachverein) bei uns auf und wir beratschlagten, was denn aus unserer Schachaktion am Nachmittag werden solle. Denn es regnete wie gesagt ununterbrochen und der Himmel versprach keine Besserung.
Eigentlich wollte wir auf dem Marktplatz unsere Tische aufbauen. Aber wie in Gifhorn schon wieder im Dauerregen? Nein! Also wurde nach Alternativen gesucht. Das Einkaufszentrum PEP wollte uns kurzfristig keinen Platz einräumen. Doch der Ratskeller zeigte sich schachfreundlich. Damit die Öffentlichkeit uns aber auch wahrnahm, gingen wir nicht in den Ratskeller sondern nach draußen unter die "Sonnenschirme", wo wir dann doch ganz gut beschützt vor dem Regen einige Partien Schach spielen konnten.
Zwar trauten sich kaum Leute vor die Tür, doch zumindest die Presse schaute vorbei, ein Vertreter der Stadt und Spieler vom Schachverein in Torgau kamen auch, so dass es zu vielen Blitz- und anderen Partien doch noch kam.
Die Stadt meinte, wir sollten doch vor 2008 noch mal wieder kommen und für die Schacholympiade in Dresden werben. Eine gute Idee, die hoffentlich vom Sächsischen Schachverband aufgegriffen wird. Und 2007 bei der Tour Leipzig - Dresden sind wir ja zumindest schon wieder ganz dicht an Torgau dran. Die Stadt, die wir morgen hoffentlich an einem regenfreien Tag wieder verlassen werden, um uns auf die letzte Stadtion vor Dresden auf den Weg zu machen. Auf nach Riesa heisst es dann.

 

Etappe Torgau - Riesa

Die Etappe Torgau - Riesa startet am 04.08.2005 um 10:00 Uhr. Treffpunkt ist die Pension zum Markt:
Pension zum Markt
Bäckerstr. 12
04860 Torgau, Tel.: 03421/711379